
Die Regelsetzung war nicht von Anfang an Vereinsaufgabe des DVGW, 1882 wurde gemeinsam mit dem VDI eine Normalientabelle für Rohrleitungen erarbeitet und veröffentlicht. Nach und nach folgten weitere Leitsätze, Richtlinien und Vorschriften. Hier eines der frühen Regelwerke des DVGW zur Gas-Hausinstallation (1902). Die entsprechenden Regeln wurden erstmals 1934 zur DVGW-TVR-Gas zusammengefasst und veröffentlicht: "Versorgung von Gebäuden mit Niederdruckgas - Technische Vorschriften und Richtlinien". Seit 1972 liegt eine Neufassung als "Technische Regeln für Gas-Installationen" DVGW-TRGI vor, zuletzt erschienen mit Ausgabe April 2008.

1907 wird die Lehr- und Versuchsanstalt Karlsruhe des DVGW gegründet, u.a. als Prüfungs- und Untersuchungsstelle des DVGW. Am 1. Juli 1935 wird das DIN-DVGW-Gütezeichen für alle Gasgeräte eingeführt, die den "Leitsätzen für den Bau von Gaskochern, Gasbratöfen und Gasherdenfür den Haushalt" genügen - das erste "Zertifizierungszeichen des DVGW.

Bereits in den ersten Statuten des DVGW vom Mai 1859 wird als ein Zweck des Vereins bestimmt "Untersuchungen und Versuche ausführen zu lassen". Unter dem zweiten hauptamtlichen Geschäftsführer Dr. Hans Bunte wird ab 1884 die wissenschaftliche Forschung zu einem wichtigen Schwerpunkt des DVGW.

Durch die Einrichtung der Lehr- und Versuchsanstalt in Karlsruhe 1907 wird eine geregelte Ausbildung von "Gasfachmännern" ermöglicht. In einem zweisemestrigen Gaskursus wird Grundlagenwissen für Ingenieure vermittelt. Wiederholungskurse frischen das erworbene Wissen auf. Später folgen auch Wasserkurse.

Bereits in den Statueten von 1859 wurde als erster Zweck des neugegründeten Vereins der Austausch von Erfahrungen auf jährlichen Versammlungen festgelegt. Darauf war das junge deutsche Gasfach dringend angewiesen.
Bilder 2-5: Engler-Bunte-Institut Karlsruhe