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Gaserzeugung von Stadtgas um 1890

Gesamtansicht eines Gaswerks

Gesamtansicht: Turm, Apparatenhaus, davor Regenerierschuppen, Behälter, Betriebsgebäude, Teerbehälter, Pumpenhaus, davor Polier Kleff. Betriebsgebäude, Schornstein der Kessel. Im Hintergrund die Zeche.

Gaserzeugung in Retorten

Trockene Destillation von Kohle in Retortenöfen unter Luftabschluss. Dabei werden gas- und dampfförmige Kohlenwasserstoffe sowie reiner Wasserstoff erzeugt. Zurück bleibt der Koks (70 % des Ursprungsgewichts), ein Nebenprodukt der Gaserzeugung. Das erzeugte Gas mit einer Temperatur von 250-300 Grad wird durch Rohre, Teer-Vorlagen und Kühler auf ca. 20 Grad gekühlt, dabei wird Teer, Gaswasser und ein Teil des Ammoniaks abgeschieden.

Gassauger

Links: Meister Pick, rechts: Maschinist Spagnard. Links: Telefon, hinten Manometer, vorne: Hahn'scher Regler

Das Gas wird nun abgesaugt. Der Hahnsche Regler dient dazu, die Umdrehungszahl der Betriebsdampfmaschine des Gassaugers der stets wechselnden Menge der Gaserzeugung entsprechend, selbsttätig zu regeln, um die Druckschwankungen im Saugrohr auszugleichen.

Gasreinigung

Von links nach rechts: Naphtalinwäscher, Cyanwäscher, Ammoniakwäscher Maschinist Spagnard.

Nach dem Absaugen wird das Gas in die Reinigungsapparaturen gedrückt (Teer-, Naphtalin und Ammoniakwäscher, trockene Schwefelreinigung durch gebrannten Kalk bzw. Raseneisenerz). Nach der Reinigung wird das Gas in Gasbehältern gespeichert.

Druckregelung

Links: Maschinist Müller an einem Ventil. Mitte: Druckregler. Rechts: Meister Ollendorf am Ventil

Durch die Entnahme des Stadtgases durch die Verbraucher sinkt der Gasdruck und muss durch einen Druckregler so ausgeglichen werden, dass dieser, dem Druckverlust entsprechend, den Druck am Eingangsrohr des Stadtrohrnetzes verstärkt.

Alle Bilder: Engler-Bunte-Institut Karlsruhe