Beispiel für eine frühe kommunale Wasserversorgung in Deutschland.

Ein 62,5 m langer Sammelkanal im Grundwasser führt einen Vorbrunnen, wo sich der mitgeführte feine Sand ablagert. Aus dem 7 m tiefen Hausbrunnen mit 3 m Durchmesser wird das Wasser abgepumpt. Eine Filtration oder Aufbereitung findet nicht statt.

Zwei mit Dampf betriebene Pumpmaschinen fürdern das Wasser aus dem Brunnen. Das Kesselhaus liegt direkt neben dem Maschinenhaus. Die Pumpmaschinen können bis zu 504 m³ Wasser pro Stunde fördern, die beiden Dampfkessel verfügen über eine Heizfläche von insgesamt 180 m³.

Das Wasser wird in einen Wasserturm von 26,6 m Höhe und dort in ein Hochreservoir mit 99 Kubikmeter gepumpt, damit der Druck in den Hauptwasserleitungen und beim Endverbraucher ausreichend ist.

28.393 m Straßenrohrleitungen mit 462 m³ Inhalt führen zu den öffentlichen Brunnen und bis in die Häuser.

Das Wasserwerk speist 42 öffentliche Brunnen, 3 öffentliche Fontainen, 241 Feuerhahnen sowie 709 private Anschlüsse (Stand 1872)
Alle Bilder aus: Das Wasserwerk der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe, 1888.