Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches hat auf der gat drei junge Hochschulabsolventen für ihre herausragenden akademischen Arbeiten mit dem Studienpreis Gas ausgezeichnet. Die drei Nachwuchsingenieure wurden bei der Eröffnungsveranstaltung des bundesweit größten gasfachlichen Branchentreffens von DVGW-Vizepräsident Dr. Jürgen Lenz geehrt. Der Studienpreis Gas ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.
Isabel Frenzel hat mit ihrer an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eingereichten Diplomarbeit eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Gasaufbereitung für Brennstoffzellensysteme vorgelegt. Das effiziente Erzeugen von wasserstoffreichem Synthesegas im Reformer ist Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Brennstoffzellentechnologien. Bei der in der Diplomarbeit untersuchten thermischen partiellen Oxidation wird ein unterstöchiometrisches Methan-Luft-Gemisch in einem speziellen Reformer teilweise verbrannt und wasserstoffreiches Synthesegas erzeugt. Die von Isabel Frenzel vorgelegten Ergebnisse liefern einen wertvollen Beitrag für die Forschung in der Brennstoffzellentechnologie und können als Basis für weitere Experimente genutzt werden.
Felix Ortloff vom Karlsruher Institut für Technologie behandelt in seiner Diplomarbeit ein Detailproblem bei der Herstellung eines Erdgas-Ersatzgases aus Biomasse. Ortloff analysiert die Wärmeübertragung mittels ionischer Flüssigkeiten in Reaktoren, die bei der Methanisierung von Synthesegas, welches aus ligninreicher Biomasse gewonnen wurde, zum Einsatz kommen. Das Ergebnis der Diplomarbeit ist derart bemerkenswert, dass es Eingang in weitere Forschungsprojekte des Gasfaches finden wird.
Sebastian von Oesen behandelt in seiner Bachelorarbeit die technischen und wirtschaftlichen Aspekte einer mobilen Verdichterstation, die zur Einspeisung von Biomethan in das öffentliche Gashochdrucknetz als zeitweiser Ersatz stationärer Anlagen eingesetzt werden soll. Ausgehend von den betriebstechnischen Erfordernissen der Hochdrucknetze, an denen die mobile Verdichterstation zum Einsatz kommen soll, erstellt von Oesen, verschiedene Anwendungskonzepte. Die Ergebnisse der Bachelorarbeit von Sebastian von Oesen, die er an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften erarbeitet hat, sind eine solide Entscheidungsgrundlage zur technisch-wirtschaftlichen Optimierung der Verdichtung zur Biogaseinspeisung.
Im Rahmen des größten gasfachlichen Branchentreffens, der gat 2010 am 30. November und 1. Dezember 2010 in Stuttgart, hat der DVGW den Studienpreis Gas an drei Nachwuchsingenieure verliehen.
Angel Protze hat im Rahmen seiner Diplomarbeit, die er am Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg unter der Betreuung von Professor Dr.-Ing. Dimosthenis Trimis erstellt hat, einen Katalysatorprüfstand für die Dampfreformierung von Erdgas geplant, aufgebaut und in Betrieb genommen. Der Prüfstand kann für aktuelle Fragestellungen in der Entwicklung von Brennstoffzellenheizgeräten sehr gut eingesetzt werden. Gerade vor dem Hintergrund der Optimierung von Brennstoffzellen-Mikro-BHKW können weitere Katalysatortests im Reformerteil der Systeme weiteres Optimierungspotenzial bezüglich Standzeit- und Kosten bringen.
Stefan Storace beschäftigte sich in seiner am Institut für Thermofluiddynamik der Technischen Universität Hamburg-Harburg erstellten Diplomarbeit mit der Effizienzbetrachtung von Systemen der Kraftwärmekopplung (KWK) unter Berücksichtigung aktueller Vergütungsmöglichkeiten für den erzeugten Strom. Die entwickelten Lösungen helfen den Betreibern von KWK-Systemen und daraus bestehenden virtuellen Kraftwerken, ihre Wirtschaftlichkeit zu bestimmen und eine optimale Einordnung und Auslegung der Systeme vorzunehmen. Betreut wurde die Diplomarbeit durch Professor Dr.-Ing. Gerhard Schmitz.
Manuel Götz hat in seinem "Systemvergleich Biogasaufbereitungsanlagen" die Stärken und Schwächen verschiedener Verfahren zur Biogasaufbereitung aus zuvor erhobenen Messergebnissen abgeleitet. Die an der Universität Karlsruhe (TH) am Engler-Bunte-Institut unter der Betreuung von Professor Dr.-Ing. Rainer Reimert angefertigte Diplomarbeit greift aktuelle Entwicklungen in der Energiewirtschaft und insbesondere für den DVGW relevante Themen auf; die ermittelten Messergebnisse sind durch Industrie und Wirtschaft nutzbar.
Die Master-Arbeit von Amjad Moussa befasst sich mit der Untersuchung der Wirtschaftlichkeit einer Sammelleitung zur Einspeisung von Biogas in das Gasnetz. Er definiert mögliche Szenarien für den Anschluss von Biogasanlagen und die Aufstellung eines Berechnungsschemas für die Wirtschaftlichkeit aller Prozessabschnitte. Die entwickelten Lösungen helfen den Betreibern der einzelnen Prozessabschnitte, ihre Wirtschaftlichkeit zu bestimmen und auch im Zusammenhang mit der gesamten Prozesskette einzuordnen.
Dominik Höhner zog in seiner Arbeit einen technisch-wirtschaftlichen Vergleich des Seetransports von komprimiertem Erdgas (CNG) zum konventionellen Seetransport von Erdgas in flüssiger Form. Der CNG-Schiffs-transport als zukünftige Option zu Gaspipeline und LNG wird energetisch und wirtschaftlich bewertet. Die Arbeit bildet eine solide Grundlage für Life-Cycle-Analysen der Gasversorgung, d.h., Energie-, Emissions- und Kostenbetrachtung der gesamten Gasversorgungsketten.
Die DVGW-Studienpreise Gas und Wasser wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach für herausragende Diplom-, Master- oder Bachelor-Arbeiten verliehen. Teilnahmeberechtigt sind Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen, Universitäten und Technischen Hochschulen.
Im Eröffnungsblock der gat hat der DVGW den Studienpreis Gas an drei Nachwuchswissenschaftler verliehen:
Fanny Förster hat in ihrer Diplomarbeit bestehende Heizungssysteme bezüglich ihrer Ökoeffizienz umfassend analysiert. Sie hat eine Reihe von Wärmeerzeugungssystemen im Hinblick auf Energie- und Ressourcenverbrauch sowie zusätzliche Parameter wie Flächennutzung verglichen. Dabei konnte die Wettbewerbsfähigkeit des Energieträgers Erdgas klar nachgewiesen werden. Erdgas stellt in dem betrachteten Untersuchungsumfang sogar den ökoeffizientesten Primärenergieträger dar. Die Ergebnisse der Diplomarbeit geben für die weitere Marktanalyse von Heizsystemen wertvolle Anregungen.
Piet Hensel hat in seiner Diplomarbeit die Möglichkeiten zur Optimierung klein- und großstädtischer Versorgungsnetze untersucht. Ziel war, durch die Verschlankung von Rohrnetzen Einsparpotenziale zu identifizieren. Hensel entwickelte hierzu verbesserte Software-Verfahren. Sie helfen Netzbetreibern, ihre Kosten zu senken und langfristig den Anforderungen der Anreizregulierung zu genügen.
Die Diplomarbeit von Steffen Heuer befasst sich mit der wissenschaftlichen und technischen Analyse von Gasverdichtern bei der Biogaseinspeisung – ein Thema, das in jüngster Zeit große Aktualität erlangt hat. Denn die Gasnetzbetreiber sind aufgefordert, vorrangig Biogasaufbereitungsanlagen an ihr Gasnetz anzuschließen. Für die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas muss dieses meistens auf Drücke von 5 bis 10 bar verdichtet werden. In seiner Arbeit stellt Heuer einen Vergleich der auf dem Markt befindlichen Kompressoren an. Er gibt darin wesentliche Orientierungshilfen bei der Auswahl des geeigneten Verdichters.
Der DVGW-Studienpreis Gas wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach für herausragende Diplom-, Master- oder Bachelor-Arbeiten verliehen. Teilnahmeberechtigt sind Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen, Universitäten und Technischen Hochschulen.
Im Rahmen des größten gasfachlichen Branchentreffens, der gat 2007 am 13. und 14. November 2007 in Karlsruhe, hat der DVGW den Studienpreis Gas an drei Nachwuchswissenschaftler verliehen.
Die Diplom-Arbeit von Susanne Jäschke befasst sich mit der Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität mit dem Ziel der Einspeisung ins Erdgasnetz. Vor dem Hintergrund, dass heute bekannte Technologien nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Optimierung bieten, stieß Frau Jäschke bei der Suche nach Alternativen auf das Membrantrennverfahren. Sie führte Betrachtungen mit neuartigen Membranen durch. Dabei weist sie nach, dass Gasqualitäten mit über 95 Prozent Methan erreichbar sind – ein richtungweisendes Ergebnis, sollte es sich in der Praxis bewähren.
Lisa Kemper entwickelte in ihrer Diplom-Arbeit ein EDV-Modell zur Kalkulation der Gasnetzzugangsentgelte auf der Basis des Netzpartizipationsmodells. Da die Gasnetzbetreiber nach diesem Modell ihre Abrechnungsmethodik umstellen müssen, leistet diese Arbeit einen wichtigen Beitrag im liberalisierten Gasmarkt.
Markus Nawrot entwickelte in seiner Diplomarbeit ein Modell zur optimalen Anzahl und Anordnung von Schiebern in Gasnetzen. Anhand eines Rechenmodells simulierte er verschiedene Versorgungsnetze – Strahlennetz, Ringnetz und vermaschtes Netz - und konnte so passende Lösungen für diese Netztopologien ermitteln.
Der DVGW-Studienpreis Gas wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach für herausragende Diplom-, Master- oder Bachelor-Arbeiten verliehen. Teilnahmeberechtigt sind Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen, Universitäten und Technischen Hochschulen.
Dipl.-Verw. Wiss. Nadine Kietzke
