DVGW-TK „Gastransportleitungen“ erkennt Einsatz dieser Verfahren als Methode der Überprüfung von Leitungen nach GasHDrLtgV an
Die E.ON Ruhrgas AG hat gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Laserfirma Adlares ein neuartiges auf Infrarot-Laserlicht basierendes Gasferndetektionssystem entwickelt, mit dem die im DVGW-Regelwerk vorgeschriebene Dichtheitsprüfung der Erdgasrohrleitungen vom Hubschrauber aus erfolgen kann. Für das Gasferndetektionssystem sind eine präzise automatische Laserstrahlführung sowie ein flächiges Scannen des Pipelinekorridors realisiert worden. Die Technologie beruht auf den vorhandenen geografischen Informationssystemen, deren digitale Kartenwerke genaue Angaben zu den Leitungsverläufen enthalten, und der Nutzung von satellitengestützten Systemen zur geografischen Positionsbestimmung, deren Genauigkeit durch die Korrekturdaten von Referenzdiensten auf das erforderliche Maß gesteigert werden konnte. Damit wird eine neue effiziente Methode für die Überprüfung von Erdgastransportleitungsnetzen eröffnet.
Die Abteilung Gastechnologie der DVGW- Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut der Universität Karlsruhe (TH) hat in Abstimmung mit dem DVGW-Projektkreis „Gasferndetektionsverfahren“ eine Studie zur Evaluierung des Gasferndetektionssystems CHARM® (CH4 Airborne Remote Monitoring) durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurde insbesondere untersucht, ob die Dichtheitsüberprüfung von Erdgastransportrohrleitungen durch Befliegung mit Hubschraubern unter Anwendung des laserbasierten Gasferndetektionssystems CHARM® das derzeitige, bei Anwendung des DVGW- Regelwerks zu gewährleistende Sicherheitsniveau erfüllt. Im DVGW-Projektkreis „Gasferndetektionsverfahren“ waren Vertreter der Technischen Komitees „Gastransportleitungen“ und „Gasverteilung“ des DVGW in die Untersuchungen involviert.
Das Gasferndetektionsverfahren CHARM® hat bei Testflügen unter Beweis gestellt, dass es Leckagen zuverlässig aufspüren kann. Daher wurde seitens des Technischen Komitees „Gastransportleitungen“ des DVGW während der Sitzung am 23./24. Oktober 2008 in Wardenburg der Beschluss (GTK 1.1-2008/B10) gefasst, dass luftgestützte Gasferndetektionsverfahren – sofern sie das von CHARM® nachgewiesene Niveau erreichen – für die Dichtheitsüberprüfung von Gashochdruckleitungen mit Betriebsdrücken > 16 bar zum Einsatz kommen können. Des Weiteren empfiehlt das DVGW-TK „Gastransportleitungen“ dem DVGW-TK „Gasverteilung“ für regionale Transportleitungen im Druckbereich zwischen 5 bar und 16 bar über einen Zeitraum von zwei Jahren Erfahrungen mit dem Einsatz der Verfahren in der Praxis zu sammeln. Dies vor dem Hintergrund, dass beim Vorliegen positiver Erfahrungen aus der praktischen Anwendung auch bei diesen Gasleitungen als Ziel – gemeinsam mit dem TK „Gasverteilung“ – die Aufnahme der Verfahren in das DVGW-Regelwerk für die Instandhaltung von Gasleitungen aus Stahlrohren mit Betriebsdrücken > 5 bar bei dessen Novellierung angestrebt werden soll.
Das DVGW-TK „Gastransportleitungen“ hat auf der Herbstsitzung 2008 auch einen Beschluss (GTK 1.1-2008/B11) gefasst, wonach die Anforderungen an die luftgestützten Gasferndetektionsverfahren und die Randbedingungen für deren Einsatz in einem DVGW-Merkblatt dargestellt werden sollen.
Autoren
Dr.-Ing. Jörg Arensmeier, DVGW
Dr.-Ing. Axel Scherello, E.ON Ruhrgas AG
aus: energie | wasser-praxis 3/2009