1. Oktober 2011
Beim Umgang mit Gas steht einerseits die Sicherheit der in den Anlagen tätigen Mitarbeiter und der Umwelt im Fokus. Für die Risikobekämpfung und im Notfall ist andererseits auch die Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutz von besonderer Bedeutung. In Schadendemonstrationsanlagen können die in der Praxis tatsächlich vorkommenden Situationen, Anlagen und Geräte originalgetreu modelliert werden und damit die Verhütung von Gefahren und der Umgang mit Vorfällen mit Erdgas sachgerecht trainiert werden.
In diesem Sinne hat die E.ON Hungaria in Nagykanizsa im Süden Ungarns eine Schadendemonstrationsanlage zur Simulierung von Gasunfällen, Explosionen und Feuern errichtet. Die aus Eigenmitteln finanzierte Trainingsanlage ist in Ungarn landesweit die erste komplexe, mit modernsten Technologien ausgestattete Lehr- und Trainingsanlage in der Gasindustrie. Die Anlage wurde nach dem Modell der in Deutschland bereits bewährten Demonstrationsanlagen konzipiert.
Im Rahmen der feierlichen Präsentation – unter Mitwirkung der offiziellen Repräsentanten der Stadt Nagykanizsa – wurden zugleich Vereinbarungen mit zwölf ungarischen Katastrophenschutzverwaltungen unterzeichnet. Die Verantwortlichen sollen unter ruhigen und sicheren Umständen die praktischen Erfahrungen machen und die erforderliche Routine erwerben, die im Notfall bei der Lösung von unerwarteten Situationen und zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen entscheidend sein können.
Die ungarische Kooperation zwischen E.ON Hungaria und den Katastrophen- schutzverwaltungen steht im Kontext eines im vorigen Jahr mit der ungarischen Landeshauptverwaltung für Katastrophenschutz im Bereich Strom- und Gasversorgung unterzeichneten Vertrags.
Nicht nur für die Mitarbeiter von E.ON
Die Schadendemonstrationsanlage bietet nicht nur für die Mitarbeiter von E.ON Hungaria eine Vorbereitungsmöglichkeit zur Notfallbeseitigung im Bereich Gasversorgung, sie steht auch für die Mitarbeiter des Katastrophenschutzes offen. Hier erhalten diejenigen Subunternehmer eine praktische Ausbildung, die am in Betrieb befindlichen Gasnetz Arbeiten ausführen. Daneben können die Schüler von TISZK Nagykanizsa (des Zentrums für integrierte regionale Fachausbildung), also die angehenden Fachleute, die Fachgebiete des Berufs kennenlernen, über die sie bislang nur in ihren Lehrbüchern gelesen haben.
Dipl.-GDFS Hiltrud Schülken/Sabine Wächter, aus: DVGW energie | wasser-praxis, Nr. 10/2011