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Wassergeräte / wasserfachliche Produkte

CE-Zeichen in der Trinkwasser-Installation umfasst nicht die Hygiene

Hygienische Anforderungen unerlässlich für die Einhaltung der Trinkwasserverordnung in Deutschland

 

In den nächsten Wochen werden die ersten mit einem CE-Zeichen versehenen Rohre im Bereich der Trinkwasser-Installation auf dem europäischen Markt erhältlich sein. Dieses stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Markt dar.

Das CE-Zeichen darf jedoch nicht mit dem DVGW-Zertifizierungszeichen verwechseltwerden. Die CE-Kennzeichnung für Produkte im Trinkwasserbereich beinhaltet die Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen der EU-Mitgliedstaaten an das Produkt mit Ausnahme der hygienischen Eignung, für die auch weiterhin die nationalen Anforderungen jedes einzelnen Mitgliedstaates gelten. Weiterhin bleiben besondere Qualitätsaspekte unberücksichtigt.

Die meisten Produkte in der Trinkwasser-Installation werden in Deutschland von Fachfirmen ausgewählt und installiert. Im Fokus stehen die Qualität und ein marktgerechter Preis des Produktes. Produkte, welche die allgemein anerkannten Regeln der Technik im Trinkwasserbereich in Deutschland erfüllen, können in vielen Fällen ein DVGW-Zertifizierungszeichen erhalten. Das CE-Zeichen stellt zurzeit noch keinerlei hygienische Anforderungen an das Produkt.Diese Anforderungen (u. a. KTW und W 270) sind jedoch ein wichtiger Bestandteil im Regelwerk des DVGW bzw. sind unerlässlich für die Einhaltung der Trinkwasserverordnung in Deutschland. Rohre mit einer CE- Kennzeichnung bedürfen daher auch in Deutschland eines separaten Nachweises ihrer hygienischen Eignung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die neuen harmonisierten europäischen Normen (hEN), welche die Grundlage für die CEKennzeichnung bilden, nur Fragmente der bereits seit Jahren vorhandenen bewährten europäischen Produktnormen (EN) beinhalten. Die Hersteller haben nun die Möglichkeit, mittels Eigenkonformitätserklärung Produkte auf den europäischen Markt zu bringen, die nur in Teilaspekten den bisherigen europäischen Normen entsprechen. So sind z. B. bei Kunststoffrohren die Rohrabmessungen ungeregelt, was den Sinn einer Normung zweifelhaft erscheinen lässt.

In Deutschland haben wir seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Qualitätskennzeichnungssystem, auf das sich die Fachwelt im Bereich der Trinkwasser-Installation verlassen kann:

Produkte mit einem DVGW-Zeichen habeneine umfassende und neutrale Qualitätsprüfung basierend auf dem bestehenden europäischen und nationalen Regelwerk bestanden. Diese Produkte sind sowohl in hygienischer als auch in mechanischer Hinsicht konform zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik und werden zusätzlich regelmäßig überwacht. So kann das DVGW-Zertifizierungszeichen bis zu einer vollständigen Harmonisierung aller Produktanforderungen im Trinkwasserbereich eine sinnvolle Ergänzung zur CE-Kennzeichnung sein.

Die CE-Kennzeichnung stellt dabei eine Art „Reisepass" für den innereuropäischen Warenverkehr dar.