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Pestizide

Vorsorgender Gewässerschutz - BVL reagiert auf PSM-Funde der WVU

Mit aktuellem Schreiben vom 4. Februar 2016 informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über die Möglichkeit, dass Wasserversorgungsunternehmen bundesweit auffällige Befunde nicht relevanter Metaboliten im Rohwasser von Trinkwassereinzugsgebieten bzw. Wasserschutzgebieten melden können.

Dieser Schritt ist ein wichtiger Beitrag für den vorsorgenden Gewässerschutz gerade in den sensiblen Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen. Ihm sind intensive Diskussionen mit dem BVL und Umweltbundesamt (UBA) vorausgegangen. Wir haben die Problematik gemeinsam mit den Kollegen vom VKU und BDEW thematisiert und Vorschläge zur inhaltlichen Ausgestaltung der Kriterien für das Meldeverfahren – nach entsprechenden Beratungen in den DVGW-Gremien – unterbreitet.

Grundlage für die Meldung ist die Detektion von Konzentrationen für mindestens einen nicht relevanten Metaboliten (nrM) eines PSM-Wirkstoffes (Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffes) im Grund-/Rohwasser, die folgenden vier Kriterien erfüllen:

  • Überschreitungen von 3,0 μg/L in einer Rohwasserentnahmestelle und/oder von 10,0 μg/L in einer Vorfeldmessstelle in der Art, dass
  • in drei Messungen im Abstand von mindestens sechs Monaten innerhalb von drei Jahren Konzentrationen derselben Substanz oberhalb des Leitwertes detektiert wurden,
  • die jüngste der vorgelegten Probennahmen höchstens sechs Monate vor dem Zeitpunkt der Meldung liegt und
  • es wahrscheinlich ist, dass der Eintrag in das Grundwasser auf die sachgerechte und bestimmungsgemäße landwirtschaftliche Anwendung und nicht auf bauliche Mängel oder Defekte an der/den Rohwasserentnahmestelle/n bzw. Vorfeldmessstelle/n zurückzuführen ist und dass Probenahme, Probentransport sowie die analytische Bestimmung der Substanzen nach aktuellem Stand der Technik durchgeführt wurden.

Die genannten Kriterien sind nach Auskunft des BVL nicht abschließend und werden ggf. angepasst.

Weitere Informationen stellt das BVL in Kürze auch auf seiner aktualisierten Webseite zur Verfügung.

Mit Blick auf die diesjährige Aktualisierung der BVL-Liste, d.h. Auflistung von Gebieten, die für die Anwendung eines PSM-Wirkstoffes ausgenommen werden, hat das BVL eine Rückmeldefrist bis 4. März 2016 festgelegt.

Sofern Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen möchten, füllen Sie dazu bitte beiliegendes Meldeformblatt sowie die Excel-Anlage elektronisch aus und übersenden Sie die Dateien samt Anlagen an die Abteilung Pflanzenschutzmittel des BVL unter 200(at)bvl.bund.de.

Später eingehende Meldungen werden für die Aktualisierung der Liste für das Jahr 2017 berücksichtigt. 

Über eine kurze Information an den DVGW-Bereich Wasser, Dr. C. Castell-Exner, castell-exner(at)dvgw.de, würden wir uns freuen.

 Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Meldung von Leitwert-Überschreitungen nicht relevanter Metaboliten in Trinkwassergewinnungsgebieten; Schreiben (PDF, 214 KB) vom 4. Februar 2016
 BVL: Meldeformular für Leitwert-Überschreitungen (RTF, 402 KB) nicht relevanter Metaboliten in Trinkwassergewinnungsgebieten
 BVL: Anlage zum Meldeformular für Leitwert-Überschreitungen (XLSX, 917 KB) nicht relevanter Metaboliten in Trinkwassergewinnungsgebieten
BVL Fachwebseite zum Thema Leitwert-Überschreitungen

Pflanzenschutzmittel – nicht relevante Metaboliten in Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsgebieten

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat mit der „Bekanntmachung über Anwendungsbeschränkungen für bestimmte Pflanzenschutzmittel zum Schutz von Grundwasservorkommen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden (Ausführung der Anwendungsbestimmung NG301)“ vom 12. Februar 2015 erstmals die Anwendung Chloridazonhaltiger Pflanzenschutzmittel in einem Wassereinzugsgebiet bzw. zwei Wasserschutzgebieten am Niederrhein aufgrund von Befunden des nicht relevanten Metaboliten Desphenyl-Chloridazon oberhalb von 10 µg/L in Vorfeldmessstellen sowie oberhalb von 3 µg/L in Brunnen zur Rohwasserentnahme verboten.

Der DVGW ist gemeinsam mit BDEW und VKU seit September 2014 mit dem BVL zu dieser Thematik im Gespräch und hat sich auch anlässlich des jüngsten Erörterungstermin im April 2015 für die Belange des vorsorgenden Gewässerschutzes in den Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen eingesetzt. Der DVGW begrüßt die Initiative des BVL ausdrücklich und diskutiert in seinen Gremien derzeit intensiv, wie diese Risikomanagementmaßnahme des BVL für eine bundesweite Anwendung weiter ausgestaltet werden kann. Die Vorschläge werden zeitnah mit dem BVL erörtert.

Zur Bekanntmachung des BVL (dort Suchbegriff "NG301" eingeben oder über den "Amtlichen Teil" und das Veröffentlichungsdatum 27.2.2015 suchen)

Positionspapier: Gewässerschutz und chemischer Pflanzenschutz

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, es kann durch nichts ersetzt werden. Die Gewässer sind ein wesentlicher Bestandteil des Naturhaushaltes, die geschützt und so behandelt werden müssen, dass der bestmögliche ökologische und chemische Zustand erreicht oder erhalten wird (EU-WRRL, 2000).

 Positionspapier des DVGW: Gewässerschutz und chemischer Pflanzenschutz (21.11.2011) (PDF, 313 KB)

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Information zur Rohwasserdatenbank "Pflanzenschutzmittel" (04.03.16)
Erstmals bundesweiter Überblick über die tatsächliche Belastungssituation im Rohwasser möglich
Gesetz zur Neuordnung des Pflanzenschutzrechtes (06.02.12)
Gesetz zur Neuordnung des Pflanzenschutzrechtes Vom 6. Februar 2012Bundesgesetzblatt Jahrgang 2012 Teil I Nr. 7, ausgegeben zu Bonn am 13. Februa...

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Informationen zur EG-Pestizidzulassungs-Richtlinie