DVGW e.V.

Uran : Druckversion
Quelle: http://www.dvgw.de/wasser/trinkwasser-und-gesundheit/uran/

Uran 

Uran im Roh- und Trinkwasser - Aktueller Sachstand (30.11.2009)

Im Jahr 2008 startete foodwatch eine Initiative zur Einführung eines Urangrenzwertes im Trinkwasser. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) kündigte dazu schon in 2008 an, einen Grenzwert für Uran von 10 µg/l in die Trinkwasserverordnung aufzunehmen. Der Wert wurde vom Umweltbundesamt (UBA) aufgrund von toxikologischen Daten empfohlen. Er schützt alle Bevölkerungsgruppen, Säuglinge eingeschlossen, lebenslang vor der chemisch-toxischen Wirkung von Uran auf das empfindlichste Zielorgan, die Niere.

Der DVGW hat zur Uran-Thematik im Jahr 2008 zwei Rundschreiben (siehe hier - nur für Mitglieder) [1] verfasst.

Die von foodwatch im November 2009 zitierte "neue" EFSA-Studie wurde am 18. Mai 2009 von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) veröffentlicht. Die EFSA gibt die Empfehlung, (rechnerisch) hohe Aufnahmen von Uran durch Säuglinge zu vermeiden. Diese hohen Aufnahmen beziehen sich u. a. auf dauerhaft sehr hohe Trinkwassermengen mit gleichzeitig hoher Uranbelastung. Derart ungünstige Expositionsbedingungen treten in der Realität nur extrem selten gemeinsam auf. Überschreitungen des angedachten Grenzwertes für Uran (10 µg/l Uran) kommen laut Angaben des UBA und des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) in Deutschland nur selten vor.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat einen Tag später (19. Mai 2009) diese EFSA-Studie bewertet und bestätigt, dass auch vor dem Hintergrund der Bewertung des Urans durch die EFSA keine Notwendigkeit besteht, den geplanten Grenzwert für Uran von 10 µg/l zu ändern. Die Bewertung unterscheidet sich im Ergebnis kaum von Bewertungen des Umweltbundesamtes und des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Der vom BMG angekündigte Urangrenzwert von 10 µg/l ist in den beiden bis jetzt erschienenen Referentenentwürfen der Trinkwasserverordnung aufgeführt. Die Trinkwasserverordnung wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2010 die Abstimmung im Bundestag und Bundesrat passiert haben.

Der DVGW stellt fest, dass sich trotz der neuerlichen Kampagne von foodwatch nichts grundsätzlich Neues in der Sachlage ergeben hat.

Hintergrundinformationen: EFSA-Studie und UBA-Bewertung

Umweltbundesamt: Uran (U) im Trinkwasser: Kurzbegründung des gesundheitlichen UBA-Leitwertes (10 μg/l U) und des Grenzwertes für "säuglingsgeeignete" abgepackte Wässer (2 μg/l U) [2] (19.05.2009)

European Food Safety Authority (EFSA): Uranium in foodstuffs, in particular mineral water [3] (29.05.2009,  EFSA-Q-2007-135)

Vorankündigung eines Grenzwertes von Uran von 10 µg/l im Trinkwasser

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) teilt in einer Pressemitteilung vom 6. August 2008 mit, dass es beabsichtigt, einen Grenzwert von 10 µg/L Uran im Trinkwasser einzuführen. Dies soll in die zurzeit in Erarbeitung befindliche Änderung der Trinkwasserverordnung einfließen. (Informationen auf der Homepage des BMG [4] )

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte zum Thema Uran am 19. August 2008 eine Kurzbegründung zu den gesundheitlichen Leit- und Grenzwerten zu Uran. Hier wird noch einmal genau dargestellt, was die einzelnen Werte bedeuten und wie sie abgeleitet wurden.

Kurzbegründung des UBA [5] (auf dem Server des UBA)

Zum Bericht des ARD-Magazins "Report München" über Uran im Trinkwasser

Das ARD-Magazin "Report München" hat am Montag, den 4. August 2008, einen Fernsehbeitrag zur Belastung des Trinkwassers mit Uran gesendet. Im Mittelpunkt stand die chemische Toxizität von Uran (Möglichkeit der Nierenschädigung). DVGW-Mitglieder finden Hintergrundinformationen hierzu im DVGW-Rundschreiben W 01/08 [6] vom 07.04.2008 (exklusiv für Mitglieder). An der Sachlage hat sich keine Änderung dazu ergeben.

Wasseraufbereitungsverfahren zur Uranentfernung

Seit 2005 wird von der Technischen Universität Berlin (Prof. Dr. Jekel), dem Forschungszentrum Karlsruhe (Prof. Dr. Höll) und dem Technologiezentrum Wasser Karlsruhe (Dr. Baldauf) ein Verbundforschungsvorhaben zur „Uranentfernung in der Trinkwasseraufbereitung“ durchgeführt. Dieses Vorhaben wird vom DVGW und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Voraussichtlich Mitte 2010 wird dieses Vorhaben beendet sein.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kommen zur Uranentfernung insbesondere zwei Aufbereitungsverfahren in Betracht.

  • Ionenaustausch zur selektiven Entfernung von Uran
  • Nanofiltration, wobei neben der Uranentfernung auch eine Enthärtung und Entsalzung des Wassers erfolgt.

Als Voraussetzung für den Einsatz von Ionenaustauschern sollte das Wasser möglichst ohne Trübung und frei von Eisen, Mangan, und Aluminium sein.

Nach ersten Berechnungen liegen die Betriebsmittelkosten beim Einsatz von Ionenaustauschern zur Uranentfernung zwischen 4 und 10 Cent pro Liter zuzüglich Abschreibung für die Investitionskosten, wobei immer die aufbereitete Wassermenge in Betracht gezogen werden muss.

Ein weiterer zu beachtender Punkt bei der Urananreicherung durch Ionenaustauschern ist die hohe Beladung der Austauscher, die dann speziell entsorgt werden müssen.

Wasser-Information Nr. 41

Der DVGW unterstützt die Wasserversorger in Fragestellungen zum Thema Radioaktivität und Uran u.a. durch Bereitstellung einer Anschriftensammlung der Behörden und Meßstellen für die Überwachung der Umweltradioaktivität. Diese wurde bis jetzt als von der DVGW/DWA/BDEW/WG- Kommmission "Radioaktive Substanzen und Wasser" erstellte Wasser-Information Nr. 41 veröffentlicht (letzte Ausgabe 09/2007). Um eine größtmögliche Aktualität der Anschriften zu gewährleisten, werden diese nun auf der Webseite des DVGW veröffentlicht (exklusiv für Mitglieder, s. Kasten rechts)). Die Wasserinformation Nr. 41 ist aus Gründen der Aktualität als eigenständige Wasser-Information veröffentlicht worden, steht aber in enger Verbindung zum DVGW-Hinweis W 255, der zurzeit von der Kommission überarbeitet wird.

Die Wasser-Information Nr. 41 kann über das Regelwerkverzeichnis [7] bestellt werden.

Übersicht der Hyperlinks

[1]meta/login/?redirect_url=mein-dvgw%2Fexklusive-angebote%2Fdvgw-rundschreiben%2Fwasser%2F
[2]http://www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwassertoxikologie/kurzbegruendung_uran_leitwert.pdf
[3]http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902498761.htm
[4]http://www.bmg.bund.de/cln_110/nn_1168682/DE/Aktuelles/Uran-im-Trinkwasser.html?__nnn=true
[5]http://www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwasserkommission/kurzbegruendung_uran_leitwert.pdf
[6]meta/login/?redirect_url=mein-dvgw%2Fexklusive-angebote%2Fdvgw-rundschreiben%2Fwasser%2F
[7]index.php?id=308

Uran - © DVGW e.V. 11.02.2012, 13:55 Uhr