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Aus dem Hörsaal in die Praxis – die DVGW-Hochschulgruppen

Verein

19. Oktober 2020

Gruppenbild der Mitglieder

CreatING nannten sich die angehenden Ingenieure und Ingenieurinnen und bewiesen allein schon mit ihrem Namen, dass sie neue Wege gehen wollten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entstand im Juli 2014 die erste DVGW-Hochschulgruppe Deutschlands. Mittlerweile gibt es bereits 18 von ihnen, über das ganze Bundesgebiet verteilt. Was bewegt die rund 350 Mitglieder dazu, sich dort neben dem zum Teil recht stressigen Studium zu engagieren? Wir haben uns umgehört: bei den Studierenden, den Unis und dem DVGW.

Startklar für die Karriere

Adrian Lamberty von activatING, der DVGW-Hochschulgruppe Trier, ist von der Arbeit in seiner Hochschulgruppe überzeugt: „Die Arbeit in der Nachwuchsinitiative gibt mir persönlich sehr viel zurück. Es ist immer eine tolle Erfahrung, gemeinsam Projekte anzugehen und diese umzusetzen. Hierdurch konnte ich viele wichtige Erfahrungen sammeln und interessante Menschen kennenlernen. Für mich ist es darüber hinaus sehr bereichernd, deutschlandweit zu agieren, ob mit Studenten anderer Hochschulen, dem DVGW oder in Kooperation mit anderen Verbänden und Nachwuchsinitiativen. Daher setzte ich mich sehr dafür ein, auch den Studenten von morgen die Chance zu bieten, über Exkursionen und Messen wertvolle Erfahrungen sammeln zu können, um diese als Inspiration für das eigene Studium zu nutzen.“

Zahlreiche Mitgliedsunternehmen des DVGW bieten den Mitgliedern der Hochschulgruppen durch Exkursionen, Firmenbesuche, Praktika oder Vorträge hilfreiche Einblicke in das Berufsleben. Umgekehrt gewinnen sie einen direkten Eindruck vom akademischen Nachwuchs und vielleicht sogar zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man lernt sich schon früh gegenseitig kennen: „So konnten schon mehrere frische Uniabsolventen zeitnah eine Arbeitsstelle antreten“, berichtet Sven Eckart von der Hochschulgruppe Freiberg und ist sich sicher: „Die Vernetzung von Studierenden mit Unternehmen schon während des Studiums ist Grundlage für motivierten und gut ausgebildeten Branchennachwuchs.“

Übersichtskarte der DVGW-Hochschulgruppen
Standorte der DVGW-Hochschulgruppen © DVGW
Schnittstelle zwischen Uni und Praxis

Die finanzielle Förderung der Hochschulgruppen durch den DVGW bietet zudem die Chance, den Studierenden außerhalb des universitären Rahmens ein ganz individuelles und zum Teil exklusives Bildungs- und Eventangebot zu ermöglichen. Johannes Kirch, activatING-Mitglied und Berufseinsteiger, erzählt: „Ich habe etwa Zugang zu wichtigen Branchenveranstaltungen wie der gat|wat, dem BDEW-Kongress oder zur Intersolar erhalten, wobei sich für mich Kontakte zu anderen Studenten, erfahrenen Planern und Vertrieblern ergeben haben.“

Der Fantasie und Unternehmungslust bei den Aktivitäten der Hochschulgruppen sind kaum Grenzen gesetzt. Da geht es nach Freiberg zur Baggerschadensdemonstrationsanlage, in eines der modernsten Wasserwerke Deutschlands in Friedrichsberg, zu den großen oder lokalen Energie- und Wasserunternehmen oder auch einfach nur zum Fach-Stammtisch einer der 62 DVGW-Bezirksgruppen vor Ort, um sich und vielleicht auch gleich die Abschlussarbeit dort in gemütlicher Runde vorzustellen.

"Es ist spannend, den Werdegang der zukünftigen Nachwuchskräfte zu sehen und diese durch unsere Programme ein Stück weit begleiten zu können. Ich freue mich, dass die verschiedenen Angebote, die Energie- und Wasserbranche näher kennen zu lernen und sich ein Netzwerk aufzubauen, von den angehenden Berufseinsteigern so rege genutzt werden."

Nadine Kalisch, DVGW-Nachwuchsförderung

Dozenten oft Anstoßgeber

Doch wie kommen die jungen Akademikerinnen und Akademiker auf die Idee, sich in Form einer Hochschulgruppe zu vernetzen? "Wichtig sind die Hochschullehrer. Oft sind sie die ersten, die die Studenten auf den DVGW und die Möglichkeit aufmerksam machen, eine Hochschulgruppe zu gründen", weiß Nadine Kalisch, die beim DVGW für die Nachwuchsarbeit zuständig ist und die Hochschulgruppen begleitet.

Einen gesellschaftlichen Trend nennt Prof. Dr. Jens Neumeister von der Hochschule Trier als Grund für sein Engagement. Er bedauert, dass immer weniger Studierende von Anfang an lernen, in Teams zusammenzuarbeiten. „Ich begrüße daher sehr die Aktivitäten unserer neuen DVGW-Hochschulgruppen. Meiner Meinung nach ist dies ein wichtiges Signal an unsere Studenten, sich wieder in Gruppen zusammenzufinden und gemeinsam Herausforderungen zu meistern.“

Nachwuchsförderung: längere DVGW-Tradition

Die Hochschulgruppen sind nicht das einzige Projekt, das der DVGW für Nachwuchskräfte ins Leben gerufen hat. Deren Förderung hat beim DVGW nämlich schon eine längere Tradition. Vor fast 35 Jahren wurde der DVGW-Studienpreis ins Leben gerufen, um damit herausragende Abschlussarbeiten aus den Bereichen Energie und Wasser mit insgesamt 10.000 Euro zu honorieren. Jedes Jahr findet die Verleihung im Rahmen der gat|wat statt, zu der im Schnitt 7.000 Fachbesucher kommen.

"In diesem Rahmen bringen wir seit mittlerweile 10 Jahren Jahren auch Studierende und Unternehmen im Rahmen einer Patenschaft gezielt zusammen. Die mehrtägige gat|wat ist ja nicht nur Kongress, sondern auch Messe. Die Unternehmen kommen für die Unkosten des Besuchs der Studis auf und ermöglichen ihnen so die Teilnahme an den vielen Fachvorträgen und Diskussionen. Unternehmen und Studierende lernen sich beim abendlichen Get-together kennen, wo man diskutiert und sich austauscht. Da ist so manches Praktikum oder Thema für die Abschlussarbeit entstanden", so Nadine Kalisch.

Mit dem Young Professional Programm (YPP) bietet der DVGW zusätzlich die Möglichkeit einer längeren und intensiveren Betreuung von Nachwuchskräften. Es geht um Studierende kurz vor ihrem Abschluss und Berufstätige bis 35 Jahre, die einen Hochschul-, Meister- und Technikerabschluss haben. "Ein wichtiger Baustein beim YPP ist das Mentoring. Dabei bringen wir die jungen Absolventen mit erfahrenen Fachleuten aus den Branchen zusammen. Diese Mentoring-Zweierteams ermöglichen natürlich nochmals eine ganz andere Betreuung. Ein Jahr lang unterstützen sich Mentor und Mentee gegenseitig: Der Mentor führt in die Berufswelt ein. Die oder der Mentee bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Verfahrensweisen in das Unternehmen des Mentors. So entsteht eine win-win-Situation.“

Neugierig geworden?

Dann schaut Euch gerne auch mal auf der DVGW-Nachwuchsseite um. Dort gibt es alle Infos zu den einzelnen DVGW-Förderprogrammen und natürlich auch zu den DVGW-Hochschulgruppen. Viel Spaß und vielleicht bis bald?!


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