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Chemiker testet die Wasserqualität einer Probe.

07. Februar 2022

Nitratentfernung: Noch keine Anträge für § 11-Liste eingegangen

UBA weist auf neuen Stichtag für Ablauf der Zulässigkeit von Ionenaustauschharze für Nitratentfernung hin
Analyse von Wasserproben; © DVGW / Roland Horn
Meldung vom 07.02.2022

Um in Deutschland eingesetzt werden zu dürfen, müssen Aufbereitungsstoffe sowie Desinfektionsverfahren für die Trinkwasseraufbereitung auf der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren des Umweltbundesamtes (§-11-Liste) aufgeführt sein. Dies gilt ebenfalls für die (Nach-)Behandlung von Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation sowie c-Anlagen (nach § 3 TrinkwV und DIN 2001-1) zur Eigenversorgung.

Die § 11-Liste des UBA nahm bislang Ionenaustauscherharze übergangsweise aus, die bereits vor der Einführung der § 11-Liste im Jahr 2002 im Einsatz waren.

In der 21. Bekanntmachung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren (Dezember 2019) war unter Abschnitt 6 „Geplante Änderungen in der Liste“ angekündigt worden, dass die bisherige Übergangsregelung für Ionenaustauscherharze zum 31.12.2022 auslaufen würde. Diese Frist hat das UBA mit der im Dezember 2021 erschienenen 23. Bekanntmachung der § 11-Liste verlängert, d. h. die Ionenaustauscherharze zur Nitratentfernung dürfen noch bis zum 31.12.2024 eingesetzt werden. Ionenaustauscherharze zur Nitratentfernung, die ab dem 1.1.2025 weder eine Ausnahmegenehmigung (aktuell unter § 12 der TrinkwV geregelt) noch Eingang in die §-11-Liste vom Umweltbundesamt gefunden haben, sind dann nicht mehr zulässig. 

Das Umweltbundesamt hat den DVGW gebeten, über diesen Sachverhalt zu informieren, und mitgeteilt, dass bislang noch kein Antrag auf Zulassung eines Aufbereitungsstoffs „Ionenaustauscher zur Nitratentfernung“ eingegangen ist, d. h. es gibt derzeit auch keinen Hinweis darauf, dass sich ein Hersteller von diesen Ionenaustauscherharzen dafür einsetzt, in die §-11-Liste aufgenommen zu werden.

Ionenaustauscherharze zur Nitratentfernung werden in Deutschland insbesondere von Eigenversorgern in landwirtschaftlich geprägten Gebieten eingesetzt. Betreibern dieser Ionenaustauscher zur Nitratentfernung wird empfohlen, Kontakt mit den entsprechenden Herstellern aufzusuchen. 

Die hier erläuterte Thematik betrifft nicht die Harze des CO2-basierten Ionenaustauschverfahrens, das in der öffentlichen Trinkwasserversorgung nach DVGW W 235-3 (A) „Zentrale Enthärtung in der Trinkwasserversorgung - Ionenaustauschverfahren“ ebenfalls zur Nitratentfernung eingesetzt wird (in der Literatur als CARIX®-Prozess bezeichnet).

Ansprechpartner
Bei Fragen zur Meldung wenden Sie sich bitte an
Jarno Banas
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 9188-656