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09. Dezember 2022

Infoveranstaltung zu Energiegüter-Spenden an Ukraine

BMWK und Deutsch-Ukrainische Energiepartnerschaft stellen bisherige Erfolge vor; Spenden weiterhin dringend benötigt
Meldung vom 09.12.2022

Die deutsche Energiebranche unterstützt aufgrund des Krieges die Ukraine mit Spenden. Seit dem Start der Initiative, die in Deutschlands Energie- und Wasserbranche maßgeblich von VKU und BDEW vorangetrieben wird, konnten bereits über 2200 Güter von 12 Unternehmen im Gesamtwert von über 10 Millionen Euro ukrainischen Versorgern übergeben werden. Viele weitere sind in Vorbereitung bzw. unterwegs. Die beim Spendenprozess federführenden Institutionen luden Ende November zu einer Informationsveranstaltung ein. Eine weitere Veranstaltung wird am 15. Dezember stattfinden.

Über die Initiative und bisherige Erfolge berichteten das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima und das Sekretariat der Deutsch-Ukrainischen Energiepartnerschaft (EP), das von der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) getragen wird. Ukrainische Kollegen und Spendenempfänger erzählten von den Mühen, die Strom-, Gas- und Wasserversorgung unter Kriegs- und Winterbedingungen aufrecht zu erhalten.

Großflächige Zerstörung der Infrastrukturen

Die Situation der Menschen vor Ort ist dramatisch. Die permanenten russischen Bombenangriffe haben mittlerweile über 10.000 Versorgungsanlagen - das sind über 50 Prozent der Energieinfrastruktur des Landes - zerstört. Es ist es vor allem der Mangel an Heizstoff und sauberem Trinkwasser, der das Leben für die Bevölkerung massiv erschwert. Der Strom fällt oftmals bis zu 40 Stunden aus, die Kälte zermürbt die Menschen, das fehlende saubere Wasser macht sie krank.

Gesucht werden jetzt vor allem Transformatoren, Hoch- und Niederspannungsanlagen, aber auch alle anderen Güter, die dabei helfen können, die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Gas und Wasser zu gewährleisten.

Die Energieanlagen in der Ukraine sind oftmals veraltet, wurden vor 50, 60 Jahren installiert. Hierfür die richtigen Ersatzteile zu bekommen, gestalte sich sehr schwierig, erklärte Oleksiy Povolotsky, Head of corporate management, risk management and compliance von D.TEK, der größten ukrainischen Energie Holding mit über 10 Millionen Kunden. Auch dauere die Herstellung von Ersatzteilen im Augenblick sehr lange. 

Hilfe bei Ausfuhrdokumenten und Logistik

Ein weiteres Problem sei, dass einige Länder keine Spenden an Privatunternehmen in der Ukraine erlauben. Es werde befürchtet, dass Material in die Hände der Russen fallen könnte. Dagegen betonte der Vertreter der Deutschen Botschaft in Kiew, Cyriac Massué: Kämen Spenden für Gegenden an, die seit Aufgabe der Güter russisch besetzt worden seien, würden die Spenden umgeleitet bzw. zurückgehalten werden.

Wer Güter spenden möchte, kann sich entweder an einer beim EP anzufragenden Bedarfsliste orientieren oder aber dem Sekretariat eine Aufstellung möglicher Spenden schicken. Mit den Ansprechpartnern vor Ort werden dann Bedarf und in einem "Match-Making" die Paßgenauigkeit der Güter geklärt, bevor der Versand beginnt. Bei Fragen zum Ablauf, zum Zoll oder zu steuertechnischen Fragen stehen den spendenden Firmen jederzeit die Co-Heads des Sekretariats der Deutsch-Ukrainischen Energiepartnerschaft zur Verfügung, Anne Winter und Yuliia Rybak. Auf der Webseite der EP können Interessierte sich sowohl den Spendenablauf anschauen als auch Vorlagen für verschiedene Formulare herunterladen.

Wenn Sie als Unternehmens- oder Fachbereichsverantwortlicher eine Möglichkeit sehen, die ukrainischen Energie- und Wasserversorger mit Spenden zu unterstützen, so tun Sie es bitte, so lautete der Abschlussappell.

Helfen Sie, damit der ukrainischen Bevölkerung geholfen werden kann!

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