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Aufkleber mit den Worten: "Bio-CNG" und "Made in Germany"

17. März 2022

CNG-Fahrzeuge: Nahezu klimaneutral und billig tanken

Pressemitteilung des CNG-Industriekreises und des CNG-Clubs
Bio-CNG: Made in Germany; © CNG-Club
Meldung vom 17.03.2022

Die CNG-Anbieter machen es vor: Wer auf nachhaltige Energie umstellt, ist unabhängig von der Preisexplosion bei Erdöl, Erdgas und Strom. Der Anteil an Biomethan im CNG-Kraftstoff liegt bei fast 100 Prozent. Außerdem: 5 statt 13 Euro pro 100 km. Der Preis für Biomethan folgt nicht den Preisen für fossile Kraftstoffe.

Spitzenreiter beim Klimaschutz

Der Industriekreis CNG-Mobilität und der gemeinnützige CNG-Club e. V. können sehr gute Zahlen beim Klimaschutz vermelden. So haben zuletzt laut Auskunft der Mitglieder sowohl die Anteile von regenerativem Biomethan am gesamten CNG-Kraftstoff in Deutschland als auch die Anzahl der CNG-Stationen, die zu 100 Prozent regeneratives Methan als Kraftstoff anbieten, Rekordwerte erreicht. Nach stetigem Wachstum des Biomethananteils beim Kraftstoff CNG (Compressed Natural Gas) wird per Stand heute an 640 CNG-Stationen bereits 100 Prozent BioCNG angeboten. Die über 100.000 CNG-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen werden nahezu klimaneutral betrieben mit Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen. "Die 100-Prozent-Marke mit Biomethan an allen rund 790 Tankstellen dürfte noch in diesem Jahr erreicht werden“, so Dr. Dietrich Gerstein, Senior Advisor beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und Leiter des Industriekreises. Und: „Auch das erneut verfehlte Klimaziel im Verkehrssektor könnten wir damit eher erreichen.“

Biomethan weiter kostengünstig: 5 Euro statt 13 Euro für 100 km

Der ökologische Vorteil wird aktuell mehr denn je auch zu einem schwergewichtigen Kostenargument: Das Biomethan für die Gastankstellen in Deutschland kann unabhängig von den internationalen Gasmärkten produziert und verkauft werden, da es in Deutschland produziert wird; es handelt sich also um einen „Kraftstoff made in Germany“. Zudem greifen die Maßnahmen der Regierung, die den Tankstellenbetreibern wachsende Treibhausgasminderungen und damit immer höhere Anteile nachhaltiger Kraftstoffe auferlegen. Das ermöglicht den Produzenten innovativer Biokraftstoffe Erlöse in Abhängigkeit der zertifizierten Treibhausgasminderung. Und die ist bei Reststoff-Biomethan attraktiv.

Die weitere gute Nachricht: Bei den Mengen gibt es erhebliches Potenzial für mehr. Aktuelle Untersuchungen zeigen laut Horst Seide vom Fachverband Biogas, dass allein in Deutschland das wirtschaftlich nutzbare Potenzial an Biomethan bei rund 230 TWh/a liegt, dem 2,3-fachen dessen, was heute produziert wird. Damit könnten nicht nur die entsprechenden Fahrzeugflotten um ein Vielfaches ausgebaut werden, sondern auch noch weitere energieverbrauchende Sektoren beliefert werden.

Die Kosten für die Herstellung von Biomethan sind weitgehend unabhängig von den Preisen an den europäischen oder internationalen Märkten für fossiles Gas und Öl. Biomethan folgt – auch wegen der genannten erzielbaren Erlöse für Treibhausgasminderungs-Zertifikate – nicht den extremen Preisausschlägen, die man derzeit an den Tankstellen bei den fossilen Kraftstoffen erlebt. So bieten laut einer Marktanalyse der Internet-Plattform gibgas.de beispielsweise E.ON und orangegas Biomethan zu 0,99 bis 1,45 Euro pro Kilogramm an (Stand 16.03.2022). Da ein Kilogramm Biomethan fast den Energieinhalt von 1,5 Litern Benzin hat, entsprechen diese Preise 0,67 bis 0,98 Euro pro Liter Eurosuper. Damit fahren CNG-Fahrzeuge derzeit um den Faktor 2 bis 2,5 kostengünstiger als Diesel oder Benziner. Bei einem Pkw in der Größe des VW Golf ergeben sich beispielsweise rund 5 Euro Kraftstoffkosten pro 100 km bei der CNG-Variante und ca. 13 Euro pro 100 km beim vergleichbaren Benziner.

Um diese für den Verbraucher so kostengünstige Option Biomethan für klimaneutrale Mobilität weiter umzusetzen zu können, ist eine Anerkenntnis seitens der Politik notwendig, dass dieser Kraftstoff bei Lkw und Pkw weiter gewünscht ist. Entscheidend ist, dass Biomethan als Kraftstoff bei der Berechnung der CO2-Flottenwerte auch als klimaneutral in die Rechnungen eingeht. Dies ist z.Zt. nicht der Fall. Die laufende Diskussion in Brüssel um die Anpassung der Flottengrenzwerte, die von Fahrzeugherstellern zukünftig eingehalten werden müssen, eröffnet die Möglichkeit, innovative Kraftstoffe wie Biomethan und E-Fuels als Erfüllungsoption anzuerkennen.

Eine andere, aber sehr ähnliche Möglichkeit hat die neue Bundesregierung in die Debatte eingebracht. Demnach könnten Fahrzeuge, die nachweislich mit diesen Kraftstoffen versorgt werden, aus der Flottenregulierung ausgenommen und somit ebenfalls dauerhaft verkauft werden. Nur bei solchen technologieoffenen Lösungen kommen auch die dafür notwendigen Fahrzeuge auf die Straße, und es gibt die notwendigen Anreize, die Tankstelleninfrastruktur auszubauen, damit der kostengünstige, klimaneutrale, vielseitige und versorgungssichere Energieträger Biomethan verstärkt produziert und angeboten werden kann.

Ansprechpartner
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Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 79 47 36-64
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Sabine Wächter
Hauptgeschäftsstelle / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 228 91 88-609