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H2vorOrt – Wasserstoff über die Gasverteilnetze für alle nutzbar machen

19. Mai 2022

H2vorOrt kritisiert Aufforderung zum Abbau von Gasinfrastruktur

Rückbau würde "erhebliche volkswirtschaftliche Werte vernichten"
H2vorOrt – Wasserstoff über die Gasverteilnetze für alle nutzbar machen; © iStock.com/Jan Schneckenhaus
Meldung vom 19.05.2022

In den letzten Tagen und Wochen waren vereinzelt auch aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Stimmen laut geworden, die nahelegten, dass die kommunalen Unternehmen und die weiteren Betreiber in den kommenden Jahren mit dem Rückbau ihrer Gasverteilnetze beginnen sollten. Die Partner der Initiative H2vorOrt warnen ausdrücklich davor und befürchtet neben einem Rückschlag für die Energiewende auch großen volkswirtschaftlichen Schaden.

Aus Sicht von H2vorOrt würde ein solcher Rückbau die Dekarbonisierung des Energiesystems und damit auch den Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten erheblich verzögern und erschweren, wenn nicht gar nahezu unmöglich machen. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den damit verbundenen energiepolitischen Herausforderungen sei das Gebot der Stunde gerade nicht der Rückbau von Infrastrukturen wie den Gasverteilnetzen, die bereits vorhanden, finanziert und vor allem vollständig für grüne Energieträger nutzbar sind, so die Initiative in ihrer heutigen Presseinformation.

Jürgen Grönner, Geschäftsführer der Westnetz GmbH, weist darauf hin, "dass der Bedarf an grünen Wasserstoffverteilnetzen rasant steigt." Von den Kommunen über die vielen Tausenden Industrie- und Gewerbeunternehmen bis hin zu den Mitarbeitenden der Verteilnetzbetreiber würden alle dazu beitragen wollen, den Weg zu vollständig klimaneutralen Gasverteilnetzen "in Rekordzeit" zu schaffen. "Eine aufkeimende Debatte um einen möglichen Rückbau der Gasverteilnetze stößt auf Unverständnis.“

Florian Feller, Vorsitzender H2vorOrt, ergänzt: "Die Gasverteilnetze repräsentieren ein erhebliches Vermögen der Kommunen und weiterer öffentlich-rechtlicher Körperschaften in Deutschland und sind damit mittelbar auch das Eigentum der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands. Die Nutzung der vorhandenen Gasnetzinfrastruktur verursacht perspektivisch EU-weit jährlich um 41 Milliarden Euro geringere Kosten als der Neuaufbau der notwenigen Infrastrukturen, die es bräuchte, um die heute an die Gasnetze angeschlossenen Industrie- und Gewerbebetriebe, Haushalte und öffentlichen Einrichtungen anderweitig zu versorgen. Wenn die Transformation zur Klimaneutralität, zur Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit zur Energiesouveränität für alle möglichst bezahlbar ausgestaltet werden soll, spricht alles dafür, die vorhandenen Netzinfrastrukturen weiter zu nutzen." Die Initiative kündigte an, das Gespräch mit dem Wirtschafts- und Klimaministerium suchen zu wollen, "um einen gemeinsamen konstruktiven Prozess der Zusammenarbeit einleiten zu können, der an der Erreichung des Ziels der Klimaneutralität ausgerichtet ist.“ 

Die Initiative von H2vorOrt arbeitet an einer zügigen Transformation der Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität. Sie besteht aus 45 Unternehmen sowie dem DVGW und dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU), die zusammen mehr als die Hälfte der Gasverteilnetzkilometer in Deutschland repräsentieren.

Ihr Ansprechpartner
Dr. Volker Bartsch
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 24 08 30 95