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Arzneimittelrückstände stellen die Wasserwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen.

22. Januar 2018

Arzneimittelrückstände in Gewässern

Die EU-Komission bereitet eine Pharmastrategie vor, um den Eintrag von Medikamenten in Gewässer zu minimieren. Der DVGW wird diesen dringend erforderlichen Prozess weiterhin aktiv begleiten, auch über sein Engagement in EurEau.
Arzneimittelrückstände stellen die Wasserwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen.; © iStock.com/psphotograph
Meldung vom 22.01.2018

Arzneimittelrückstände in der Umwelt und in den Gewässern stellen auch die Wasserwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen. Um auch zukünftig ein möglichst naturbelassenes Trinkwasser bereitstellen zu können, sind dringend zusätzliche Maßnahmen zur Minimierung der Arzneimitteleinträge in die Gewässer erforderlich.

Diese Maßnahmen müssen:

  • bereits bei der Erforschung und Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen ansetzen
  • Umweltwirkungen von Arzneimitteln in den Zulassungsverfahren und der laufenden Arzneimittelüberwachung berücksichtigen
  • Krankenhäuser, Ärzte und Patienten über eine umweltschonendere Anwendung von Arzneimitteln informieren und sensibilisieren

 

Die Europäische Kommission steht seit dem Jahr 2013 vor der Aufgabe Artikel 8 der Richtlinie über prioritäre Stoffe im Bereich der Wasserpolitik (2013/39/EU) umzusetzen und einen „Strategischen Ansatz gegen die Verschmutzung von Gewässern durch pharmazeutische Stoffe“ (Pharmastrategie) vorzulegen. In diesem Zusammenhang hat die Kommission im April 2017 einen Fahrplan („roadmap“) vorgelegt und im November 2017 eine öffentliche Konsultation gestartet – an beiden Initiativen hat sich der DVGW beteiligt.

Als Hintergrunddokument für den umfangreichen Fragebogen dienen 30 Handlungsoptionen, die von einem Beraterkonsortium unter der Leitung von Deloitte zusammen mit Milieu Ltd und Prof. Klaus Kümmerer entwickelt wurden. Dabei wurde jede Option zu Anpassungen des Arzneimittelrechts, Vorgaben für Zulassungs- und Überwachungsverfahren, Forschungsmitteln und Informationskampagnen für Verbraucher einer SWOT-Analyse unterzogen.

Im Frühjahr 2018 will die Europäische Kommission die Ergebnisse der Konsultation und ihre weiteren Aktivitäten bekannt geben. Der DVGW wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten, auch über sein Engagement in EurEau.

Ansprechpartner
Bei Fragen zur EU-Pharmastrategie wenden Sie sich bitte an
Dr. Claudia Castell-Exner
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 91 88-650