Meldung vom 28.05.2021

Das European Research Institute for Gas and Energy Innovation (ERIG) hat sein Thesenpapier „Theses for the European energy future“ veröffentlicht. Das Dokument skizziert einen möglichen Weg zur Beschreitung der zukünftigen Entwicklung des europäischen Energiesektors vor dem Hintergrund des European Green Deal. Dieser sieht vor, eine internationale und europäische Klimazielsetzungen zu erreichen. Ein zentrales Anliegen des Green Deals ist es, den globalen Temperaturanstieg unter 2 ° C, vorzugsweise sogar unter 1,5 ° C zu halten.

„Die internationalen Klimaschutzziele lassen sich nur gemeinsam und im internationalen Kontext erreichen. ERIG verleiht der europäischen Stimme mit den „Theses for the european energy future“ besonderes Gewicht und präsentiert einen ganzheitlichen Lösungsansatz. Auch wenn im Mittelpunkt hierbei die unverzichtbaren Innovationen der Energiebranche stehen, finden soziale Akzeptanz und wirtschaftliche Machbarkeit in dem Entwurf besondere Berücksichtigung. Die Unverzichtbarkeit des Energieträgers Gas und die Innovationskraft unserer Branche zum Nutzen der Allgemeinheit bei der Bewältigung zentraler Zukunftsfragen ist von besonderer Bedeutung“, so ERIG-Präsident Prof. Gerald Linke.

„Mit dem Thesenpapier macht ERIG ein Riesenschritt nach vorne. Wir haben nun das ausformuliert, für was ERIG gemeinsam einsteht. Es bildet das Rahmenwerk und die Grundlage auf dem wir unsere Initiative weiterbauen werden“, ergänzt ERIG-Generalsekretär Hans Rasmusson.

„Im Energiediskurs haben Gasthemen und die dazugehörige Forschung und Entwicklung bisher eine untergeordnete Rolle gespielt, während erneuerbarer Strom im Zentrum stand. Das ERIG-Thesenpapier macht deutlich, dass hier ein Perspektivenwechsel erforderlich ist, in dem Gas stärker in den Fokus rückt – zusammen mit Strom. Dabei sollte die Energieforschung unter voller Berücksichtigung von Gas gestärkt werden“, erläutert Prof. Horst Steinmüller, Chairman Scientific Advisory Board.

Grundlage für das ERIG-Thesenpapier ist das Leitbild, wonach Elektronen und Moleküle gleichermaßen als notwendige Energieträger zusammen mit der zugehörigen Technologie und Infrastruktur zu betrachten sind. ERIG betont daher im Innovationskontext folgende drei Thesen:

  • Gas steht im Zentrum der Energiewende, denn es ist der Schlüsselfaktor, um ein integriertes Energiesystem von elektronen- und molekülbasierten Energieträgern zu erreichen.
  • Multi-Gas nicht Mono-Gas, denn alle klimafreundlichen Gase sollten berücksichtigt und eingesetzt werden, basierend auf ihrem Potenzial zur Reduzierung der Treibhaus-gasemissionen.
  • Gas ist eine Forschungspriorität, denn gasbasierte Lösungen müssen entwickelt und die Forschung intensiviert werden.

Dieser gesamtheitliche Ansatz spiegelt sich auch in den übergreifenden Leitprinzipien des Thesenpapiers wider:

  • Qualität – Handlungsempfehlungen müssen auf anerkannter Forschung und realistischen Projektionen möglicher Entwicklungen basieren.
  • Vollständigkeit – Der Faktor Zeit, die vorhandene Infrastruktur, und die systemischen Gesamteffekte müssen primäre Überlegungen sein.
  • Durchführbarkeit - Disruptionen müssen minimiert werden, um soziale Akzeptanz und Umsetzbarkeit zu erreichen.

Diese Leitprinzipien sind aus Sicht des ERIG universal und verbindlich gültig und dienen auch gegenüber Dritten als Maßstab, der für die Beurteilung von Vorschlägen angesetzt werden soll. Sie reflektieren die allgemeine Haltung des Instituts zu Energieinnovation.

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Hans Rasmusson
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

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