NEU: Bitte auf den Obermenüpunkt klicken!
Wasserstoff – Schlüssel der Energiewende

05. Oktober 2020

Wasserstoff: Zukünftiges Wirtschaftswunder ist kein Selbstläufer

DWV und DVGW fordern schnelle und effiziente Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie
Wasserstoff – Schlüssel der Energiewende; © DVGW

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) fordern eine schnelle und effiziente Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie. Denn mit einer raschen und konsequenten Umsetzung der Maßnahmen aus der Nationalen Wasserstoffstrategie wäre der Weg für ein neues wasserstoff-induziertes Wirtschaftswunder frei. Dies war die Botschaft an den Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger aus dem Bundesverkehrsministerium und den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Thomas Bareiß heute auf einer gemeinsamen Abendveranstaltung des DWV und DVGW in Berlin.

Veranstalter und Wirtschaftsvertreter diskutierten gemeinsam mit den beiden Politikern, welche nächsten Schritte die Bundesregierung für eine schnelle und effiziente Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie veranlassen müsste.

Der diesjährige Parlamentarische Abend des DWV wurde in Kooperation mit dem DVGW veranstaltet und unterstützt von den Unternehmen TOTAL, thyssenkrupp Industrial Solutions, Union Instruments, Toyota sowie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender der DWV
Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender der DWV © DWV

Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender DWV:

"Ein neues wasserstoff-getriebenes Wirtschaftswunder in Deutschland könnte ein hehrer Wunsch bleiben, wie der kürzlich veröffentlichte Referentenentwurf des BMU zur Umsetzung der RED II leider zeigt. Der Vorschlag des BMU bedeutet, dass in den kommenden fünf Jahren nichts bei der Treibhausgasminderung der Antriebsenergie im Verkehr geschehen soll. Der derzeitige Fahrzeugbestand mit über 50 Millionen Benzin- und Dieselfahrzeugen wird praktisch nichts zum Klimaschutz beitragen können. Damit steht aber auch fest, dass weder die aktuellen Klimaziele noch die kürzlich in Brüssel angekündigten wesentlich ambitionierteren Ziele im Verkehr erreicht werden. Damit würgt gleichzeitig das BMU einen kosteneffizienten schnellen Markthochlauf einer Wasserstoffindustrie ab. Der deutsche Bürger wird somit dreifach geschädigt. Erstens finanziell durch den notwendigen Zukauf von Emissionsrechten anderer Mitgliedstaaten, zweitens durch die damit verbundenen wettbewerblichen Nachteile gegenüber den verkaufenden Mitgliedstaaten und drittens durch die ausbleibende Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft und der damit verbundenen Stärkung der erneuerbaren Industrien. Um den Markthochlauf der Wasserstoff-Industrie ohne Zeitverzug kosteneffizient initiieren zu können, haben wir ein vorwettbewerbliches Markteinführungsprogramm für Brennstoffzellen-LKW bereits mit Vertretern der Logistikbranche bei dem letzten H2-Wirtschaftsgespräch dem BMVI präsentiert. Ebenso haben wir in intensiver Abstimmung mit der GIZ und dem BMWI ein vorwettbewerbliches industrielles Markthochlaufprogramm von Elektrolysen und der Produktion von grünem Wasserstoff namens H2Global entwickelt. Ziel des Programms ist es, bis zum Jahr 2023 in enger Absprache mit der deutschen Industrie in weltweiten Zielmärkten nachhaltige Wasserstoff-Industrien mit aufzubauen – auf diese Weise werden einerseits Exportmärkte erschlossen, und anderseits kann Deutschland seine Klimaziele realistischer erreichen. Mit Hilfe dieser zwei konkreten Programme wird das Fundament erstellt, um zumindest den von der Bundesregierung in der NWS genannten Bedarf von 20 GW bis 2030 an grünem Wasserstoff zu bedienen: 5 GW über die heimische Produktion, ebenfalls in der NWS genannt, und 15 GW über den Import."

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW
Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW © DVGW

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW:

"Die Gasinfrastrukturen in Deutschland bieten die optimale Lösung, um Wasserstoff zu den Verbrauchern zu bringen. Neben der Industrie und dem Verkehrssektor ist dies ebenso der Wärmemarkt. In das Gasnetz in Deutschland mit über einer halben Millionen Kilometern Länge, können schon jetzt Wasserstoffanteile eingespeist und die vorhandene Infrastruktur dann fortlaufend für klimaneutrale Gase angepasst werden. Dies eröffnet eine kurzfristige Perspektive für eine CO2-arme Energieversorgung. Um diese Maßnahmen voranzutreiben, fördert das breite Forschungsnetzwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bereits seit über zehn Jahren zahlreiche Vorhaben rund um die Herstellung, den Transport und die Anwendung von Wasserstoff und ist Partner in nationalen sowie europäischen Projekten. Mit dieser technisch-wissenschaftlichen Expertise stärken wir das Potenzial von Wasserstoff mit der Zielsetzung einer schnellen Marktreife zum Nutzen der Allgemeinheit."

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesverkehrsministerium (BMVI)

„Wo die Batterie an Grenzen stößt, fangen Wasserstoff und Brennstoffzelle erst an. Wasserstoff ist schon heute markttauglich und ein ganz entscheidender Kraftstoff der Zukunft. Als BMVI tun wir deshalb alles, damit der Antrieb mit Wasserstoff und Brennstoffzelle zu einer Erfolgsgeschichte wird – am besten zu einer deutschen.“

Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär Bundeswirtschaftsministerium (BMWI)

„Wasserstoff eröffnet uns große Chancen und Potentiale, die Energiewende erfolgreich umzusetzen und Wertschöpfung in Deutschland zu ermöglichen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Sommer die Nationale Wasserstoffstrategie vorgelegt. Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck an ihrer Umsetzung. Auch die Verbände haben interessante Vorschläge gemacht, wie wir im Bereich Wasserstoff vorankommen können. So können wir gemeinsam den Rahmen für einen zügigen Markthochlauf von Wasserstofftechnologien gestalten.“

Taten statt Worte: NWS umsetzen und RED II gemeinsam gestalten

Das Resümee des Parlamentarischen Abends lautet, nun unverzüglich mit der operativen Umsetzung der vernunftbasierten und gewinnbringenden Maßnahmen des Aktionsplans der konsensual erarbeiteten NWS zu beginnen. Ebenso klar war der Tenor, dass dies aber nur gelingen wird, wenn nun gemeinsam und unter größter Kraftaufwendung die Ausgestaltung einer ambitionierten RED II mit gleicher Weitsicht und gleichem Mut erfolgt.

Fotos: Caroline Scharff
Ihre Ansprechpartner
für Fragen zur Presseinformation
Pressesprecher
Lars Wagner
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 79 47 36-64
Stellv. Pressesprecherin
Sabine Wächter
Hauptgeschäftsstelle / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 228 91 88-609