Markteinführungsprogramm für Power to X-Technologien

11. April 2019

Power to X-Allianz präsentiert Markteinführungsprogramm

Ein effektiver, kosteneffizienter und branchenübergreifender Vorschlag für mehr Klimaschutz
Markteinführungsprogramm für Power to X-Technologien; © DVGW
DVGW-Presseinformation vom 11. April 2019

Klimaschutz und Innovationen voranbringen: Power to X Allianz präsentiert ein Markteinführungsprogramm für Power to X-Technologien

•    Förderung der CO2-Vermeidungseffekte von Power to X durch Innovationsboni
•    Höhe der Innovationsboni wird durch wettbewerbliche Ausschreibungen ermittelt
•    5 GW Gesamtkapazität über 5 Jahre Programmlaufzeit - jährlich ausgeschriebene Kapazität beträgt 1 GW

Power to X-Technologien bringen regenerative Energien in Form von erneuerbaren Gasen, als flüssige erneuerbare Kraft- und Brennstoffe und als grüne Basischemikalien in die Mobilität, in den Wärmesektor und in die Industrie. Als Umwandlungsprodukte aus erneuerbaren Energien können sie wesentlich dazu beitragen, die CO2-Emissionen in diesen Sektoren spürbar und zügig zu senken. Allerdings erschwert der derzeitige regulatorische Rahmen einen wirtschaftlichen Betrieb von Power to X-Anlagen. Daher schlägt die Power to X Allianz ein auf fünf Jahre begrenztes Markteinführungsprogramm vor, das den Hochlauf dieser Sektorenkopplungs- und Klimaschutztechnologien erleichtert.

„Wir schlagen dabei einen Mechanismus vor, der gezielt den CO2-Vermeidungseffekt von Power to X-Technologien inzentiviert. Für jede Tonne CO2 aus fossilen Energieträgern, die durch die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern aus Power to X ersetzt wird, wird ein Innovationsbonus gutgeschrieben. Sein Gegenwert soll durch die KfW oder eine mit ihr verbundene Einrichtung an die Power to X-Anlagenbetreiber ausgezahlt werden. Damit würde etwa für die Luftfahrt die Möglichkeit eröffnet, nachhaltiges synthetisches Kerosin auf gleichem Preisniveau wie heutiges Jet A-1 zu erwerben“, erläutert Melanie Form, Mitglied des Vorstands der aireg – Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V. und eine der SprecherInnen der Power to X Allianz.

Dabei wird die konkrete Höhe der Innovationsboni über Ausschreibungen ermittelt. Im Rahmen dieser Ausschreibungen soll über 5 Jahre jährlich jeweils eine Kapazität von 1 GW ausgeschrieben werden. Die Ausschreibungen werden in drei spezifische Lose aufgeteilt. Mit diesem am Markt und Wettbewerb orientierten Modell werden zusätzliche technologische Lernkurven und Skaleneffekte angereizt.

„Power to Gas-Anlagen haben ihre Praxistauglichkeit und ihr Potenzial als Energiewende-Schlüsseltechnologie in Pilotprojekten unter Beweis gestellt. Das Markteinführungsprogramm muss nun zügig umgesetzt werden, damit der nächste Schritt der Technologieentwicklung konsequent gegangen und den hochleistungsfähigen Anlagen der Weg zum wirtschaftlichen Betrieb geebnet wird“, fordert Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V.  (DVGW) und ebenfalls Sprecher der Power to X Allianz.

Wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausschreibungen ist der Nachweis der Betreiber, dass sie ausschließlich erneuerbaren Strom für die Herstellung von Wasserstoff durch die Elektrolyse verwenden. Auch für weitere Schritte, wie etwa die Methanisierung oder die Erzeugung von flüssigen synthetischen Kraftstoffen, darf ausschließlich Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen genutzt werden.

„Die Herausforderungen der Energiewende sind so groß, dass wir es uns schlichtweg nicht leisten können auf vielversprechende Technologien wie Power to X zu verzichten“, erklärt Prof. Dr-Ing. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands e.V. und Sprecher der Power to X Allianz. „Auch die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität kommt zu dem Ergebnis, dass wir treibhausgasarme Kraftstoffe auch schon kurzfristig brauchen, um die hochambitionierten Klimaziele im Verkehrssektor bis 2030 zu erreichen. Das zeigt: Wir müssen jetzt handeln“, so Prof. Dr. Küchen weiter.

Die Power to X Allianz hat sich das Ziel gesetzt, den Fokus auf klimaneutrale, auf erneuerbarem Wasserstoff basierende Technologien und Lösungen zu legen. Sie möchte aufzeigen, wie der Einstieg in diese Technologien gelingen kann. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Power to X-Technologien weltweit exportiert werden können und damit zu einem Treiber für neue Arbeitsplätze und klimaneutrale Wertschöpfung werden.

Deutsche Unternehmen sind führend bei Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende wie etwa der Wasserstoffelektrolyse, der Methanisierungs- und Verflüssigungstechnologien. „Wenn dieser Entwicklungsvorsprung in Wirtschaftswachstum und einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz verwandelt werden soll, müssen wir jetzt umgehend den Markthochlauf von Power to X starten – in Deutschland und darüber hinaus“, so die Power to X Allianz.  

Dabei bekennen sich die Allianzpartnerinnen und Allianzpartner zu den Pariser Klimaschutzzielen und setzen sich für einen technologieoffenen und marktorientierten Transformationspfad im Rahmen einer integrierten Energiewende ein, der eine weitestgehend klimaneutrale Energieversorgung und Ökonomie im Jahr 2050 ermöglicht. Die Mechanismen des vorgelegten Markteinführungsprogramms sollen dazu beitragen, diese Ziele kosteneffizient zu erreichen.

 


Das vorgelegte Markteinführungsprogramm wird vorgelegt und unterstützt von:
aireg - Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e. V., Audi AG, BP Europa SE, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW), GP JOULE GmbH, IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., Mineralölwirtschaftsverband MWV e.V., ONTRAS Gastransport GmbH, Thüga AG sowie ihre Partnergesellschaften Energienetze Bayern GmbH & Co. KG, erdgas schwaben GmbH und inetz GmbH, Uniper SE, UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V., Verband der Automobilindustrie VDA e.V.

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Die Power to X Allianz setzt den Fokus auf innovative und klimaneutrale Technologien und Lösungen – für eine integrierte Energiewende
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