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Laboranalyse einer Wasserprobe

13. Juni 2018

Multiresistente Bakterien: „Vorsorgeprinzip konsequent anwenden“

Gerald Linke zur Anhörung des Umweltausschusses zu multiresistenten Bakterien - Presseinformation
Laboranalyse einer Wasserprobe; ©DVGW. Foto: Thomas Kersting
DVGW-Presseinformation vom 13. Juni 2018

Der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages hat heute in einer öffentlichen Anhörung darüber beraten, wie die Gewässer besser vor multiresistenten Bakterien geschützt werden können. Hierzu erklärt der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke:

„Nach derzeitigem Wissensstand verbreiten sich multiresistente Bakterien nicht über das Trinkwasser, wenn die Aufbereitung –  wo es aus qualitativen Gründen notwendig ist – nach den DVGW-Regeln erfolgt. Die mikrobiologische Qualität wird nach den gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung besonders streng kontrolliert. Insbesondere dann, wenn der Eintrag von Erregern in die Umwelt weiter zunimmt, könnte aber zukünftig nicht sichergestellt werden, dass resistente Bakterien nicht auch im Trinkwasser vermehrt nachgewiesen werden. Dies unterstreicht die besondere Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen.

Präventionsmaßnahmen müssen deshalb darauf abzielen, dass multiresistente Bakterien nicht in den Wasserkreislauf eintreten, sondern bereits an der Quelle eingedämmt werden. Das ist für die Sicherheit der Trinkwasserversorgung von zentraler Bedeutung. Denn Stoffe, die erst gar nicht in die Gewässer gelangen, müssen auch nicht mit hohem Kostenaufwand entfernt werden.

Die Wasserwirtschaft fordert daher seit langem einen moderateren Einsatz von Antibiotika in der Intensivlandwirtschaft und in der Humanmedizin. Um der steigenden Belastung der Trinkwasserressourcen durch Medikamentenrückstände wirksam zu begegnen, sollten unverbrauchte Arzneimittel zudem verantwortlich entsorgt bzw. zurückgenommen werden.“