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14. Februar 2019

Grüngaserzeugung kann ein Großteil des zukünftigen Gasbedarfs decken

DVGW stellt Studie zum Grüngas-Potenzial in Deutschland vor
Stellten heute in Berlin die Studie zur Rolle von Gas im Energiesystem der Zukunft vor (v.l.): Kjell Bettgenhäuser (Managing Consultant Navigant/Ecofys), Prof. Dr. Gerald Linke (DVGW-Vorstandsvorsitzender), Ulrich Benterbusch (Leiter der Unterabteilung IIB im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie); © DVGW/bildschön
DVGW-Presseinformation vom 14. Februar 2019

Mit 414 Terawattstunden kann bis zum Jahr 2050 ein Großteil des zukünftigen Gasbedarfs durch heimische Grüngaserzeugung gedeckt werden.

  • Grüne Gase in allen Sektoren können dazu beitragen, 83 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen. Daher sollte ein politisches Grüngas-Ziel zügig formuliert und angewendet werden.
  • Neben dem gesetzlich verankerten Ziel müssen Anreize in den Verbrauchssektoren geschaffen werden, um den Einsatz grüner Gase zu fördern.
  • Zudem sollte die zentrale Energiewendetechnologie Power-to-Gas durch Markteinführungsprogramme etabliert und Elektrolyse-Kapazitäten aufgebaut werden.

Mit einem inländischen Erzeugungspotenzial von bis zu 414 Terawattstunden (TWh) können regenerative Gase in allen Sektoren dazu beitragen, die Klimaschutzziele in Deutschland schnell, sicher und kosteneffizient zu erreichen. Erneuerbarer Strom und klimaneutrale Gase bilden in einer Zwei-Energieträger-Welt den Grundpfeiler der zukünftigen Energieversorgung. Je nach Menge der Biogasproduktion und der installierten Leistung von Power-to-Gas-Anlagen kann das Potenzial zwischen 214 und 414 TWh schwanken. Das entspricht knapp der Hälfte des aktuellen Gasbedarfs in Deutschland, der heute zu über 90 Prozent importiert wird. Das CO2-Einsparpotenzial beim Content-Switch beträgt 83 Millionen Tonnen. Das sind die Kernergebnisse einer vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) beauftragten Studie des unabhängigen Energieberatungsunternehmens Navigant/Ecofys.

„Der Einsatz signifikanter Mengen an klimaneutralen Gasen ist unverzichtbar, wenn Deutschland seinen CO2-Ausstoß analog seiner Klimaschutzziele volkswirtschaftlich optimiert reduzieren will. Die Nutzung von Gasen und ihren Infrastrukturen ist zudem im Vergleich zu einer reinen Elektrifizierung der Energiesysteme deutlich kostengünstiger. Allerdings hindern nach wie vor regulatorische Schranken den Markt daran, dass sich erneuerbare Gase und komplementäre Technologien umfassend etablieren. Daher ist die politische Verankerung eines Zieles für grüne Gase im Energiesystem entsprechend der erneuerbaren Energien beim Strom unabdingbar“, sagte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke heute bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Vom Gesamtpotenzial stammen bis zu 250 TWh pro Jahr aus der Produktion von Biogasen, etwa aus der anaeroben Vergärung oder thermischen Umwandlung von Speiseabfällen, Ernteresten, Gülle oder Abfallholz. Hinzu kommen die geschätzten Erträge von Energie- und Winterpflanzen. Durch die Umwandlung von Ökostrom aus Fotovoltaik- und Windkraftanlagen in synthetische Kraftstoffe wie Wasserstoff oder Methan (Power-to-Gas) besteht weiteres Potenzial von 74 bis 164 TWh – je nach installierter Leistung der EE-Strom-Anlagen.

„Um den Content-Switch, also den Wechsel von Erdgas zu grünen Gasen, jetzt zügig einzuleiten, müssen Power-to-Gas-Technologien durch Markteinführungsprogramme etabliert und rasch Elektrolyse-Kapazitäten aufgebaut werden. CO2-neutrale Gase können schon heute in vielen Gasanwendungen eingesetzt werden – sowohl im Strom- und Wärmemarkt als auch in der Mobilität. Das inländische Gesamtpotenzial von 414 TWh lässt sich speziell dort kosteneffizient nutzen, wo bislang keine technologischen Alternativen existieren“, erklärte Linke.

Ansprechpartner
Sabine Wächter
Hauptgeschäftsstelle / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 228 91 88-609