14.07.2016

CloudFisher gewinnt Trinkwasser aus Nebel – Täglich bis zu 36.000 Liter für 800 Einwohner geplant

DVGW unterstützt Projekt zur Trinkwassergewinnung in Marokko
Presseinformation, 14.07.2016
DVGW-Presseinformation vom 14. Juli 2016

Der Nebelkollektor CloudFisher soll mit 1.600 Quadratmetern Netzfläche die Bewohner von 13 Berber-Dörfern rund um den Mount Boutmezguida an der Atlantikküste Marokkos mit Trinkwasser und Wasser für die landwirtschaftliche Nutzung versorgen. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) unterstützt den Bau der Testanlage gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Region im Antiatlas-Gebirge zählt zu den trockensten Gebieten Marokkos. Sie grenzt an die Sahara, die Böden sind erodiert und als Halb-Wüste von langen Dürreperioden geprägt.

Der CloudFisher wurde von der deutschen WasserStiftung entwickelt. Er ist weltweit der erste serienmäßige Nebelfänger, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h standhält. Der Wind drückt den Nebel durch ein senkrecht stehendes Netz. Kleinste Tröpfchen bleiben an dem Gewebe hängen und sammeln sich zu großen Tropfen. Diese laufen schwerkraftbedingt in eine Auffangrinne. Von dort fließt das Nebelwasser über Leitungen in ein Reservoir. Vier Zisternen als Speicher stellen sicher, dass das Wasser bis weit in die Trockenzeit zur Verfügung steht. So können täglich bis zu 18 Liter Wasser pro Person bereitgehalten und für die Bewässerung kleiner Anbauflächen genutzt werden.

„Der Zugang zu sauberem Wasser ist die entscheidende Lebensgrundlage der menschlichen Zivilisation, trägt zur Armutsbekämpfung bei und fördert das wirtschaftliche Wachstum der Staatengemeinschaft. Fast 770 Millionen Menschen sind davon weltweit ausgeschlossen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den betroffenen Ländern beim Aufbau einer sicheren Grundversorgung mit Trinkwasser zu helfen. Denn sauberes Trinkwasser in Top-Qualität ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke.

Während es in Entwicklungsländern generell eher ein Mengen- und Zugriffsproblem gibt, bestehe die Herausforderung in Deutschland darin, die Einträge anthropogener Stoffe in Grundwasserressourcen und Flusseinzugsgebieten zu beherrschen. Prävention stelle den Schlüssel zum Erfolg dar, etwa wenn alte Medikamente nicht über den Hausabfluss, sondern konsequent über die Rückgabewege der Apotheken entsorgt würden. „Mit Sorge sehen wir auch die Nitratbelastung unserer Böden und damit perspektivisch des Trinkwassers. Nach dem Verursacherprinzip sind die Landwirte aufgerufen, unsere Forderungen zur Begrenzung des Düngemitteleinsatzes über die Hoftorbilanz ernsthaft umzusetzen. Sonst werden wir mit Nitrat im Trinkwasser ein Problem bekommen, das die CloudFisher nicht kennen“, so Linke.

Weitere Informationen zu CloudFisher:

www.kooperation-international.de/uploads/media/Broschuere_CloudFisher.pdf

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Daniel Wosnitzka
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