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17. März 2020

„Wasser und Klimaschutz“ – Weltwassertag der UN am 22.03.2020

Steigender Wasserbedarf sowie Klimaveränderung erfordern langfristige regionale und lokale Versorgungskonzepte
Wasserversorgung in Deutschland; © DVGW

Dr. Wolf Merkel, Vorstand Ressort Wasser des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), hat wenige Tage vor dem Weltwassertag am 22. März auf einen dringend notwendigen Bewusstseinswandel im Umgang mit der Ressource Wasser hingewiesen. „Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Die Branche sorgt mit relevanten Maßnahmen dafür, dass Trinkwasser ein sicheres Lebensmittel ist, auch und gerade in Zeiten wie diesen. Dennoch ist es wichtig, tiefgreifende Veränderungen wie den Klimawandel ins öffentliche Blickfeld zu rücken. Denn seine Auswirkungen stellen die gesamte Branche vor enorme Herausforderungen“, so DVGW-Vorstand Merkel.

Zeitliche Abfolge der Jahresdurchschnittstemperaturen für Deutschland von 1871 bis 2017 (Skala reicht von 6,6 °C [dunkelblau] bis 10,3 °C [dunkelrot])
Zeitliche Abfolge der Jahresdurchschnittstemperaturen für Deutschland von 1871 bis 2017 (Skala reicht von 6,6 °C [dunkelblau] bis 10,3 °C [dunkelrot]) © DVGW

„Zusätzlich zu demografischen, wirtschaftlichen und technologischen Umbrüchen erleben wir eine grundlegend veränderte Situation bei der Verfügbarkeit der Trinkwasserressourcen und der Deckung der zukünftigen Wasserbedarfe.“ Geringere Grundwasserneubildung, ausgetrocknete Brunnen, Tiefstände bei Talsperren schon im Frühjahr und die extrem trockenen Sommermonate der vergangenen Jahre deuten bereits heute darauf hin, was nach Einschätzung des DVGW mit Blick auf die klimatischen Veränderungen in kommenden Jahrzehnten bevorstehen könnte. „Längere und häufigere Hitze- und Trockenperioden bringen die Wasserversorgung an ihre Belastungsgrenze und erfordern Anpassungen an Anlagen und Infrastrukturen“, erläutert Merkel.


In Zukunft muss die Infrastruktur einen steigenden Wasserbedarf mit geringeren nutzbaren Wasserangeboten gewährleisten. Um die Versorgung unter geänderten klimatischen Vorzeichen sicher zu stellen, kommt einem vorausschauenden und nachhaltigen Ressourcenmanagement eine noch höhere Bedeutung zu. Bislang fehlen jedoch deutschlandweite und gleichzeitig regional differenzierte Prognosen zum Wasserangebot. Hier gilt es, über Forschung und Entwicklung langfristige Prognose- und Managementwerkzeuge bereit zu stellen, die in der Lage sind, die Auswirkungen von Klimawandel, aber auch demografischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen auf die Wasserversorgung abzubilden. Der Erweiterung von Speicherkapazitäten kommt ebenfalls eine Schlüsselrolle zu.

Auch die Wassernutzung insgesamt muss hinterfragt werden. So ist zu diskutieren, ob die Grünflächen- und Gartenbewässerung tatsächlich mit Trinkwasser erfolgen sollte oder ob der steigende Wasserbedarf z.B. in der Landwirtschaft künftig auch durch die Wiederverwendung von Wasser gedeckt werden könnte. Behandeltes kommunales Abwasser würde dann für eine weitere Verwendung, zum Beispiel zur Bewässerung, aufbereitet. „Für einen wirksamen Trinkwasserschutz sind klare politische Weichenstellungen das Gebot der Stunde. Dafür muss der Wert des Trinkwassers als Grundlage für Gesellschaft und Wirtschaft stärker als bislang in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt werden. Gerade in den Kommunen muss das Bewusstsein für die Bedeutung der Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gestärkt werden“, appelliert Merkel.

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