26. Oktober 2015

Vier Hochschulabsolventen für wasserfachliche Studienarbeiten ausgezeichnet

DVGW verleiht Studienpreis Wasser auf der wat 2015 in Essen
DVGW-Presseinformation vom 26. Oktober 2015

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat heute auf seinem Jahreskongress wat/gat 2015 in Essen vier junge Hochschulabsolventen für ihre herausragenden akademischen Leistungen mit dem Studienpreis Wasser ausgezeichnet. DVGW-Vizepräsident Dr. Dirk Waider nahm die Ehrung der vier Preisträger vor. Der Studienpreis Wasser ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Dominic Armbruster hat seine Masterarbeit in einer Arbeitsgruppe am TZW Karlsruhe erarbeitet und damit den Master-Abschluss im Fach Water Science an der Universität Duisburg-Essen erworben. In seiner Arbeit untersuchte er praxisnah die bei der Chlorung in der Trinkwasseraufbereitung entstehenden Abbauprodukte eines der meistverbreiteten Pharmazeutika, des Diabetes-Medikaments Metformin. Ziel der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Aufklärung der entstehenden Desinfektionsnebenprodukte zu leisten. Dies umfasst sowohl die Identifikation der beiden wichtigsten Nebenprodukte als auch den dafür relevanten Reaktionsweg. Damit hat Armbruster einen wesentlichen Beitrag für die Praxis der Wasserversorgung geleistet.

Vera Behle beschäftigt sich mit ihrer an der Technischen Universität Darmstadt erstellten Bachelorarbeit mit den Handlungsspielräumen eines Wasserversorgungsunternehmens bei der Grundwasserbewirtschaftung eines Wasserwerkes. Der Handlungsspielraum wird durch zahlreiche rechtliche, technische und die Rohwasserbeschaffenheit betreffende Randbedingungen eingeschränkt. Frau Behle analysiert in ihrer Arbeit zunächst das Steuerregime und die Betriebszustände und stellte im nächsten Schritt verschiedene Bewirtschaftungsszenarien auf und bewertete diese.

Magnus Beyer hat sich in seiner Masterarbeit, die er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen verfasst hat, mit der direkten numerischen Simulation der Mischungsvorgänge in geschichteten Fluiden beschäftigt. Diese Problematik ist insbesondere bei der Flutung der Tagebau-Restlöcher des Braunkohlebergbaus von Bedeutung. Beyer legte in seiner Arbeit besonderes Augenmerk auf die Lokalisierung der Grenzflächen zwischen den Schichten sowie die Bestimmung der Eindringtiefe und der Eindringrate. Durch die direkte numerische Simulation wird ein Beitrag zum Verständnis der Rolle der Turbulenzen bei den Mischungsvorgängen an der Grenzfläche zwischen zwei Fluiden unterschiedlicher Temperatur oder unterschiedlicher Dichte geleistet. Beyers Arbeit ist nicht nur für das Verständnis von Mischungsverhältnissen in geschichteten Flüssigkeiten, sondern auch für die praktische Prognose von hydrologischen Systemen in Seen von großer praktischer Bedeutung.

Vor dem Hintergrund der international stark zunehmenden Entsalzung saliner Wässer mittels Membranfiltration zur Trinkwassergewinnung befasste sich Jelena Rozova mit ihrer an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eingereichten Masterarbeit mit der Ausfällung von Gips bei der Umkehrosmose und dem Einfluss von Antiscalants und organischen Wasserinhaltsstoffen. Eine Herausforderung beim Einsatz der Membranfiltration stellt das Membranscaling, d.h. die Deposition und das Wachstum von Kristallen auf der Membranoberfläche infolge der Überschreitung der Löslichkeit verschiedener Salze, z.B. Gips, dar. In der Praxis werden dem Rohwasser verschiedene synthetische Zusätze, sogenannte Antiscalants, zugegeben. Diese sollen die Kristallisation relevanter Salze in der Umkehrosmoseanlage sowie auf der Menbranoberfläche verhindern. Viele dieser synthetischen Stoffgemische enthalten gewässerschädliche Substanzen, die langfristig durch Alternativen ersetzt werden müssen. Eine standardisierte Methode zur gezielten Untersuchung der unterschiedlichen Formen des Scalings bei der Umkehrosmose und der Wirksamkeit von Antiscalants existiert trotz der stetig wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung von Membranentsalzungsanlagen aktuell nicht. Frau Rozova hat im Rahmen ihrer Masterarbeit erfolgreich zwei voneinander unabhängige Methoden entwickelt, die es ermöglichen, die Einflüsse veränderter Wasserzusammensetzungen auf die Kristallisation und das Scaling schwerlöslicher Salze reproduzierbar zu bewerten. Diese Methoden sind eine essentielle Grundlage für die Entwicklung und Erprobung von nachhaltigen Strategien zur Prävention von Scaling bei der Umkehrosmose.

Der DVGW-Studienpreis wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach an hervorragende Diplom-, Masteroder Bachelorarbeiten verliehen. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Arbeiten einen praktischen Bezug zu technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen im Energie- und Wasserfach haben und mit der Note „sehr gut“ bewertet worden sind.

Die Einreichungsfrist für das nächste Auslobungsverfahren endet am 31. März 2016. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter: https://www.dvgw.de/leistungen/nachwuchsfoerderung/studienpreis/

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Daniel Wosnitzka
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