26. Oktober 2015

Nachhaltigkeit durch Innovationen und Modernisierung sichern

DVGW zur Eröffnung der wat 2015 in Essen
DVGW-Presseinformation vom 26. Oktober 2015

„Die Versorgungsunternehmen stehen vor der Herausforderung, die anerkannt hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland auch in Zukunft zu sichern. Gleichzeitig ist die Wasserwirtschaft im Sinne der Nachhaltigkeit zunehmend gefordert, sich in Organisation und Management an wirtschaftlichen, demographischen und klimaschutzseitigen Anforderungen auszurichten. Mit dem Ziel, das hohe Niveau zu halten und – wo erforderlich – zu verbessern, steht die Wasserwirtschaft in den kommenden Jahren weiterhin vor gro- ßen Herausforderungen“, erklärte DVGW-Vizepräsident Wasser, Dr. Dirk Waider, heute im Rahmen des Pressegesprächs zur Eröffnung der 69. Wasserfachlichen Aussprachetagung (wat 2015) in Essen.

Nach wie vor im Fokus der Wasserwirtschaft steht die regional unvermindert hohe Nitratbelastung der Trinkwasserressourcen. In Deutschland werde der zulässige Nitrat-Gehalt von 50 mg/l in Grundwasser und Oberflächengewässern vielerorts überschritten. Der hohe Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zähle zu den Hauptursachen der Gewässerbelastungen durch Nitrat, die sich zunehmend auch auf die Trinkwasserressourcen auswirkten, so Waider. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf – sieht doch auch die EU-Kommission die Düngeverordnung in ihrer jetzigen Form als ungeeignet zum Erreichen der Umweltziele an. Der DVGW fordert die Umsetzung von klar definierten, kontrollierbaren, verbindlichen Maßnahmen, die auf den jahrelangen Erfahrungen der Wasserversorger in Kooperation mit der Landwirtschaft basieren“, sagte der DVGW-Vizepräsident.

Ebenfalls aktuell in der Diskussion seien Benchmarking und Kennzahlenvergleiche als wichtige Instrumente der Modernisierungsstrategie der deutschen Wasserwirtschaft, so Waider. Der DVGW ruft zusammen mit BDEW und VKU seine Mitglieder auf, sich weiterhin engagiert und regelmäßig an freiwilligen Leitungs-vergleichen zu beteiligen. Ziel ist, die Beteiligungsquote in Bezug auf die versorgten Einwohner kontinuierlich zu steigern. „In allen Bundesländern haben sich Länderbenchmarking-Projekte in der Wasserversorgung mit hohen Beteiligungsquoten etabliert. Dies macht deutlich, dass die Wasserversorger vom Instrument Benchmarking überzeugt sind und daraus Verbesserungspotenziale im Hinblick auf Kosten, Nachhaltigkeit und Kundenzufriedenheit für ihr Unternehmen ableiten“, betonte Waider. Einheitlich definierte Branchenkennzahlen für die Leistungsmerkmale Qualität, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit, Kundenservice und Wirtschaftlichkeit können diese fünf Leistungsbereiche einer lokal bis regional geprägten Wasserversorgung auf Bundesebene aggregiert darstellen. Die aggregierten Branchenkennzahlen werden zukünftig regelmäßig im „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft“ veröffentlicht.

Eine weitere Herausforderung für die deutschen Wasserversorgungsunternehmen sei das im Juli 2015 in Kraft getretene IT-Sicherheitsgesetz. Damit seien nun auch die Wasserversorger gefordert, wirksame Maßnahmen zur Sicherung und zum Schutz ihrer IT-Systeme zu ergreifen. Von nun am müssten diese einen Mindeststandard an IT-Sicherheit einhalten und erhebliche IT-Sicherheitsvorfälle an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik melden. „Für die Betriebe der Wasserversorgung bietet das IT-Sicherheitsgesetz die Grundlage, um branchenspezifische Sicherheitsstandards zu formulieren. Im Juni dieses Jahres hat eine DVGW/DWA-übergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung der branchenspezifischen IT-Sicherheitsstandards für Wasserversorgungs- und für Abwasserbehandlungsunternehmen begonnen. Das mit den Bundesämtern für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) abgestimmte Konzept soll als Basis für ein entsprechendes Regelwerk Wasser/Abwasser fungieren“, so Waider abschließend.

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Daniel Wosnitzka
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