27.10.2015

Erdgastechnologien senken CO2-Emissonen, integrieren erneuerbare Energien und stärken die Versorgungssicherheit

DVGW zur Eröffnung der gat 2015 in Essen
DVGW-Presseinformation vom 27. Oktober 2015

„Die Vorteile von Gas – schnelle Umsetzung von Energieeffizienz- und Klimaschutzpotenzialen, hohe Wirtschaftlichkeit und Flexibilität sowie Versorgungssicherheit – müssen im Rahmen der Energiewende zukünftig noch intensiver kommuniziert werden. Das Erdgasnetz ist das ideale Transport- und Speichermedium für regenerative Energie und wird durch die Einbindung moderner Gastechnologien eine immer stärkere Rolle im Wärmemarkt der Zukunft spielen. Auch in der Mobilität gilt es, durch den Ausbau des Erdgastankstellennetzes sowie durch die Markteinführung von Flüssigerdgas (LNG) im Schwerlast- und Schiffsverkehr weitere Effizienzressourcen zu erschließen.“

Dies erklärte DVGW-Vizepräsident Michael Riechel heute im Rahmen des Pressegesprächs zur Eröffnung der 54. Gasfachlichen Aussprachetagung (gat 2015) in Essen. Ursprünglich geplante politische Maß- nahmen, wie die starke Förderung einzelner Erzeugungstechnologien und der massive Strom-Netzausbau, zeigten nicht die gewünschte Wirkung, so Riechel. Denn trotz weiter steigender EEG-Zahlungen, die sich nach aktuellen Schätzungen auf 28 Milliarden Euro belaufen werden, sänken die CO2-Emisionen nicht wesentlich weiter ab. Es werde zunehmend deutlich, dass in einer immer stärkeren dezentralen Energieversorgung in allen Anwendungsbereichen große Potenziale für Gas lägen – vor allem in der Kraft-Wärme-Kopplung, einem idealen Begleiter der Energiewende.

In der vom Bundeskabinett kürzlich beschlossenen Gesetzes-Novelle ist vorgesehen, den Förderdeckel von derzeit 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. „Die geplante Verdopplung des– 2 – KWK-Deckels ist ein Anfang, mehr aber auch nicht. Hier werden weitere Investitionsimpulse zum Schutz der realisierten Investitionen und des damit verbundenen Vertrauens benötigt. Wir brauchen die Umsetzung der KWK-Ziele. Die Kraft-Wärme-Kopplung ist der Brückenschlag zwischen flexibler, konventioneller Effizienz und einer besseren Systemintegration der erneuerbaren Energien. Zudem bildet sie eine wichtige Klammer zum Wärmemarkt. Unsere Studien haben gezeigt, dass die optimale Kombination innovativer Technologien der gasbetriebenen, dezentralen KWK zusammen mit moderater Gebäudedämmung Spitzenwerte bei Energieeffizienz und Kosteneinsparung erzielt. Durch den Einsatz hocheffizienter KWK kann bis zu 20 Zentimeter Dämmstärke eingespart und trotzdem die gleiche Primärenergieeinsparung erreicht werden. Die Kosten dieser Kombination liegen dabei deutlich unter denen der reinen Isolierung“, sagte Riechel.

Durch kombinierte Sanierungsstrategien (Teildämmung, Heizungserneuerung, KWK im Wohnungssektor) ließen sich darüber hinaus rund 600 Millionen Tonnen CO2 bis zum Jahr 2050 einsparen. „Klimaschutzseitig wünschen wir uns daher im laufenden parlamentarischen Verfahren eine stärkere Beachtung der Potenziale von kleinen und mittleren KWK in Wohnungs- und Gewerbebauten.“ Neben der KraftWärme-Kopplung nahm Riechel auch eine andere gasbasierte Innovationstechnologie in den Blick, die über ein großes Energieeffizienzund Klimaschutzpotenzial verfügt.

Angesichts steigender Treibhausgasemissionen und der nahezu vollständigen Erdölabhängigkeit des deutschen Straßengüterverkehrs werde Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas=LNG) als wettbewerbsfähige Kraftstoffalternative weiter an Bedeutung gewinnen, so Riechel. „LNG kann zur Energiesicherheit und Diversifizierung beitragen sowie den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge deutlich verringern. Im Vergleich zu Diesel werden bei der Verwendung von LNG Schwefeloxid-Emissionen und Feinstaub um fast 100 Prozent, Stickoxid-Emissionen um 80-90 Prozent und der CO2-Ausstoß um fast 25 Prozent reduziert.“

In Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und den USA wird LNG bereits erfolgreich als Kraftstoff genutzt. Dort sind bereits über 50.000 Lkws und 1.300 Tankstellen in Betrieb. In diesen Ländern ist LNG ein strategischer Grundpfeiler für eine umweltfreundlichere und wettbewerbsfähige Logistik von morgen. In Deutschland hingegen existieren bisher weder LNG-Tankstellen noch Testflotten. Die Europäische Kommission fordert und fördert die Markteinführung von LNG als strategischen Kraftstoff für den Straßengüterverkehr. Bis 2025 soll eine wirtschaftlich attraktive Mindestinfrastruktur für die Betankung von LNG-Lkws aufgebaut werden. 

Auf der politischen Seite müssen stabile Rahmenbedingungen sowie zeitlich begrenzte Investitionsanreize für Marktakteure wie Anbieter von Infrastruktur, Fahrzeugen, Antrieben und LNG-Lieferanten geschaffen werden“, so Riechel. Die Deutsche Energieagentur (dena),der DVGW und die Brancheninitiative Zukunft Erdgas haben sich deshalb darauf verständigt, eine LNG-Taskforce zu gründen. Diese wird die Markteinführung von LNG als Kraftstoff im Straßengüterverkehr in Abstimmung mit Industrie und Politik unterstützen.

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