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29. November 2017

Riechel: Gas kann gesicherte Leistung ersetzen und dabei pro Jahr 110 Millionen Tonnen CO2 einsparen

DVGW zum Auftakt der gat 2017 in Köln
gat 2017 in Köln; © DVGW
DVGW-Presseinformation vom 29. November 2017

„Durch den Umstieg von Braunkohle auf Erdgas würden sofort 110 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart. Der gleiche Effekt könnte auch durch den Zubau von rund 18.000 Windrädern erzielt werden – was allerdings 20 Jahre dauern würde. Das ist für das Klima zu spät. Eine kontinuierlichere Auslastung der Gaskraftwerke kann erheblich zur Systemstabilität beitragen, da sie gesicherte Leistung bereitstellen. Zudem können Gaskraftwerke aufgrund ihrer flexiblen Betriebsweise die volatile Einspeisung durch erneuerbare Energien kurzfristig und sicher ausgleichen. Das energiepolitische Optimum aus Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit kann damit zügig erreicht werden. Gas und erneuerbare Energien sind in der Energiewende und beim Klimaschutz die perfekten Partner“, sagte DVGW-Präsident Michael Riechel heute zum Auftakt der gat 2017 in Köln.

Klar sei aber auch, dass die Klimaschutzziele 2030 nach Abschluss des Atomausstiegs 2022 nur mit neuer gesicherter Leistung erreicht werden könnten – vor allem aus klimafreundlichem Gas. Und auch nur dann, wenn jetzt rasch mit dem Umbau begonnen werde, so Riechel weiter. Da die Nutzung von Kohlekraftwerken weiterhin einen großen Anteil an der Stromerzeugung einnimmt, seien die Emissionen im Stromsektor trotz erheblicher finanzieller Förderungen der erneuerbaren Energien – derzeit rund 29 Milliarden Euro pro Jahr – seit der Jahrtausendwende kaum gesunken.

Ein Grund dafür ist die Systematik der Zuteilung der Emissionszertifikate. Durch das europaweite Emissionszertifikate-Handelssystem (EU ETS) erhalten Kohlekraftwerke doppelt so viele Treibhausgas-Zertifikate wie vergleichbare Gaskraftwerke. „Eine Lenkungswirkung des Emissionshandels findet daher nicht statt. Ein rascher Fuel-Switch von der Kohleverstromung zum verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken würde dieses Dilemma ohne zusätzliche Kosten auflösen – ein gesamteuropäischer Konsens für eine effektive ETS-Reform wäre dafür nicht notwendig“, so Riechel.

Neben dem Erreichen der nationalen und internationalen Klimaschutzziele werde auch die Notwendigkeit der Sektorenkopplung als Schlüssel zu einem integrierten Energiesystem immer dringlicher – und damit einhergehend, die immer drängendere Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Energiewende. So zeigen aktuelle Studien, dass eine integrierte Strom- und Gasnetzplanung ab 2030/35 im Vergleich zu einer allumfassenden Elektrifizierung aller Verbrauchssektoren Einsparungen von weit mehr als 10 Milliarden Euro pro Jahr bringen können.

„Power-to-Gas als zentrales Sektorenkopplungselement ist kein unwirtschaftlicher Luxus, bei dem es lediglich Wandlungsverluste gibt, sondern auf lange Sicht eine hochwirtschaftliche Energiewendetechnologie. Zudem dient sie der Versorgungssicherheit, denn zwei Infrastrukturen – Gas und Strom – sind eben besser als eine. Diese Einsparungen können jedoch nur greifen, wenn Power-to-Gas frühzeitig entwickelt wird. Der DVGW habt daher einen Vorschlag für ein Innovationsförderprogramm mit Fokus auf Power-to-X-Anwendungen im Mobilitätssektor initiiert“, sagte der DVGW-Präsident. Mitinitiatoren sind unter anderen Audi, Ontras, Uniper und der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband.

„Im Zeitraum von 2019 bis 2027 sollen bei einem jährlichen Zubau von Power-to-X-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 150 Megawatt Anrechnungszertifikate im Gesamtwert von knapp 1,1 Milliarden Euro ausgegeben werden. Damit wären auf diesem Weg in Deutschland im Jahr 2027 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,35 Gigawatt installiert“, so Riechel abschließend.

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