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Die Geschichte des DVGW von 1859 - 2019

160 Jahre Innovationen für Gas und Wasser

Gruppenbild von Teilnehmer einer Exkursion der DVGW-Jahresversammlung 1928
1859
21. Mai | Gründung des DVGW

als "Verein deutscher Gasfachmänner und Bevollmächtigter deutscher Gas-Anstalten". 1870 kommen die Wasserfachmänner dazu.

Blick auf ein Gaswerk zur Erzeugung von Stadtgas um 1890
Gaswerk um 1890; © Engler-Bunte-Institut Karlsruhe
1826 | Die ersten Gaswerke in Deutschland

Die ersten Gaswerke in Hannover und Berlin wurden vom britischen Gasunternehmen "Imperial Continental Cas Association" gebaut und betrieben. 1828 nimmt das erste von einem Deutschen, Rudolf Sigismund Blochmann, erbaute Gaswerk in Dresden seine Arbeit auf. Das Gas wird hauptsächlich für Beleuchtungszwecke verwendet, erst für Straßen und Plätze, dann auch für Häuser und Wohnungen.

In einem Wettstreit zwischen deutschen und britischen Unternehmen werden rasch weitere Gaswerke errichtet. Neue Berufszweige werden geschaffen, denn die Gaswerke, Rohrleitungen und Lampenkörper müssen hergestellt, betrieben und gewartet werden. Eine Möglichkeit, sich in den neuen Berufszweigen der sich rasch verbreitenden und rasant entwickelnden Gasindustrie auszutauschen, gibt es nicht.

Das Gas ist kein Luxusartikel, sondern ein Bedürfnis für die Bewohner der Hauptstadt

Journal für Gasbeleuchtung, 1858

Gründungsbericht im Journal für Gasbeleuchtung, 1859
Gründungsbericht im Journal für Gasbeleuchtung, 1859; © DVGW
21. und 22. Mai 1859 | Gründungsversammlung

Bei einem Treffen mehrerer befreundeter Gastechniker wird angeregt, einen Verein zu gründen, um den persönlichen Austausch im Gasfach zu fördern. Deshalb werden Einladungen zu einem Gründungstreffen an 80 Gasanstalten geschickt. Die Leiter von rund 50 Gaswerken begrüßen die Gründung eines Berufsverbands für "Gasfachmänner".

Am 21. und 22. Mai 1859 versammeln sich 29 Vertreter von Gasanstalten in Frankfurt am Main und gründen den „Verein deutscher Gasfachmänner und Bevollmächtigter deutscher Gas-Anstalten“ - 12 Jahre vor Gründung des Deutschen Reiches und als erster Fachverein der Gasindustrie in ganz Europa.

Zur Erreichung dieses Zweckes wurde als wünschenswert die nähere Bekanntschaft der Mitglieder der Versammlung, der fortgesetzte Austausch der gegenseitigen Ideen und Erfahrungen auf dem Gebiete der Gasfabrikation und die gemeinschaftliche Prüfung aller wichtigen in dieses Gebiet fallenden neuen Erfindungen hervorgehoben

Aus dem Gründungsbericht im Journal für Gasbeleuchtung, 1859

19. Jh. | Städtische Wasserversorgung

In den Städten ist die Wasserversorgung mehr als unzureichend. Die in den Städten angesiedelten Gewerbe, der Feuerschutz und die Städtehygiene benötigen ausreichende Wassermengen und eine ausreichende Qualität. 1848 eröffnet in Hamburg-Rothenburgsort das erste Wasserwerk mit Dampfpumpen und Klärung in drei großen Becken. Als zweite deutsche Stadt erhält Berlin 1856 ein Wasserwerk an der Spree. Beide Wasserwerke werden von Briten erbaut.

Bis 1865 entstehen 16 Wasserwerke. Ernst Grahn, der Leiter der Krupp'schen Gas- und Wasserwerke in Essen sieht die Parallelen und Gemeinsamkeiten von Gasversorgung und Wasserversorgung, sowohl bei den technischen Vorrichtungen als auch bei der Verlegung unter der Straßenoberfläche.

Versenkung des Brunnenschachts, aus: Das Wasserwerk der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe, 1883
Brunnenschacht, Wasserwerk der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe, 1883; © DVGW
1870 | Das Wasserfach kommt hinzu, das Abwasserfach folgt

Ein erster Antrag von Ernst Grahn auf Aufnahme der Wasserfachleute in den Verein wird 1865 abgelehnt, da man eine Zersplitterung der Kräfte des noch jungen DVGW fürchtete. Ein zweiter Vorstoß ist erfolgreich. 1870 werden die Wasserfachleute in den Verein aufgenommen, der seinen Namen in "Verein von Gas- und Wasserfachmännern Deutschlands" ändert.  Am 30. Mai 1876 werden auch die Fragen der städtischen Entwässerung in die Vereinsaufgaben aufgenommen.

Zunehmend werden sowohl Gaswerke als auch Wasserwerke in öffentlicher Hand betrieben. Die Kommunen nutzen die Synergien zum Vorteil für das Wasser- und das Gasfach. Der Verein sammelt Material über die technischen Anlagen, über die Verhältnisse des Wasserverbrauchs und über die Wasserpreise. Ernst Grahn, der zweimal den Vereinvorsitz übernimmt, schlägt die Aufstellung eines Normaltarifes vor, um die Wasserversorgung Spekulationen zu entziehen:

Das Gas ist ein durch andere Mittel zu ersetzender Artikel, nicht so das Wasser. Daher ist es als Prinzip hinzustellen, die Wasserversorgungsanstalten der Privatspeculation zu entziehen, [...]

Ernst Grahn (Essen), 1869

Detail aus der Gasstatistik 1888/89
Detail aus der Gasstatistik 1888/89; © DVGW
1879 | Anfänge der Gas- und Wasserstatistik des DVGW

Der DVGW erstellt jährlich eine "Statistische Zusammenfassung der Betriebsresultate" seiner Mitglieder und stellt diese den beteiligten Gaswerken bzw. Wasserwerken zur Verfügung.

Gesammelt werden Angaben zu Abgabemengen, verwendeten Rohstoffen, technischen Anlagen und Informationen zu Gas- und Wasserpreisen und -tarifen.

Diese Statistiken werden nach dem Zweiten Weltkrieg vom DVGW gemeinsam mit  dem "Verband der deutschen Gas- und Wasserwerke" herausgegeben, seit 1973 übernimmt dies der VGW/BGW allein.

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Werbeanzeige für das Auerlicht, ein Gasglühlicht
1882
DVGW im Zeitalter von Gasglühlicht und Cholera

Der DVGW tritt ins Leben - mit neuer Satzung. Die Arbeit ist ehrenamtlich nicht mehr zu schaffen, ein hauptamtlicher Geschäftsführer wird einberufen.

1882 | neue Satzung und Umbenennung in DVGW

1882 gibt sich der Verein einen neuen Namen und eine neue Satzung. Der Verein heißt nun "Deutscher Verein von Gas- und Wasserfachmännern" und wird offiziell mit DVGW abgekürzt.

Wichtige Änderungen treten mit der neuen Satzung in Kraft: Die sechs seit 1864 gegründeten Provinzialvereine werden nun dem Gesamtverein angegliedert. Zur Erledigung der laufenden Geschäfte kann ein hauptamtlicher Geschäftsführer bestellt werden.

Hans Bunte (1848-1925), seit 1884 DVGW-Generalsekretär
Hans Bunte (1848-1925), seit 1884 DVGW-Generalsekretär; © Engler-Bunte-Institut
1883 | Die Arbeit nimmt überhand: erster hauptamtlicher Geschäftsführer berufen

Als erster hauptamtlicher Geschäftsführer des DVGW wird Lothar Diehl berufen. Die Führung der Vereinsgeschäfte ist ehrenamtlich nicht mehr zu schaffen. Ein Jahr später wird Diehl durch den Privatdozenten Dr. Hans Bunte abgelöst, die Bezeichnung lautet nun Generalsekretär.

Neben Verwaltungsaufgaben gehört die Förderung der wissenschaftlichen Forschung zu seinen Aufgaben. Daneben ist Dr. Hans Bunte Redakteur und später Herausgeber des Gasjournals.

1891 | Ausweitung der Gasnutzung auf Heizen und Kochen

Zur Zeit der Vereinsgründung wird in Deutschland das Gas fast nur zur Beleuchtung benutzt, in anderen Ländern ist man da schon weiter. Deshalb gründet der DVGW 1880 eine Gasheizkommission, die 1891 auf der Jahresversammlung in Straßburg eine Ausstellung mit den neuesten Apparaten veranstaltet.

Von Frauen gehaltene Wandervorträge in den Städten werden organisiert, um die Hausfrauen von den Vorteilen des Gaskochens und der Gasheizung zu überzeugen. Die Gasheizkommission kümmert sich auch um die Regeln zur korrekten Installation der Heiz- und Kochapparate.

Verteilung abgekochten Wassers in Hamburg wegen der Choleraepidemie 1892
Verteilung abgekochten Wassers in Hamburg während der Cholera-Epidemie 1892; © HWW
1893 | Das erste DVGW-Regelwerk erscheint

Hauptthema aller Vereinsversammlungen der 1890er Jahre ist die Frage der hygienischen Beurteilung der Wasserbeschaffenheit. Immer wieder gibt es hoch ansteckende Darmerkrankungen sowie Choleraseuchen oder Typhusepidemien.

Der Bakteriologe Robert Koch und seine Schüler weisen Krankheitsübertragungen durch Trinkwasser nach. Für den DVGW fordert Ernst Grahn eine engere Zusammenarbeit zwischen den Technikern und den Hygienikern.

Schließlich entsteht 1893 mit den "Grundsätzen für die Reinigung von Oberflächenwasser durch Sandfiltration zur Zeit der Choleragefahr" das erste Regelwerk des DVGW.

Bunsen-Pettenkofer-Ehrentafel des DVGW
Bunsen-Pettenkofer-Ehrentafel des DVGW; © DVGW
1900 | Höchste Würdigung von außergewöhnlichem Engagement im Gas- und Wasserfach

1900 wird erstmals die Bunsen-Pettenkofer-Ehrentafel verliehen. Diese höchste Ehrung des DVGW erhalten im Stiftungsjahr Max von Pettenkofer, Carl Auer Freiherr von Welsbach, Hans Bunte, Ernst Grahn und Wilhelm Oechelhaeuser.

Eine Ehrenmitgliedschaft wird bereits 1861 eingeführt. Beide Ehrungen werden bis heute vorgenommen.

DVGW-Ausstellung wissenschaftlicher Apparate zu Gas und Wasser auf der Städteausstellung 1903 in Dresden
Ausstellung wissenschaftl. Apparate zu Gas und Wasser, Städteausstellung Dresden 1903; © DVGW
1900 | Vereinsarbeit um die Jahrhundertwende

Der DVGW ist zum national wie internationalen angesehenen Verein herangewachsen, der über 800 Mitglieder zählt (ohne Mitglieder der Zweigvereine).

Der Verein integriert insbesondere durch seine Kommissionsarbeit die Forschung in die Vereinsarbeit. Über die eigenen Fächer im Bereich Gas und Wasser hinausblickend werden auch Forschungen aus den Nebengebieten, wie z.B. Maschinen- und Bauwesen, Hydrologie, Chemie, Biologie, Medizin und Hygiene, einbezogen.

Der DVGW betreibt von sich aus eine institutionelle Zusammenarbeit mit Reichseinrichtungen wie der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, dem Reichsgesundheitsamt oder dem Deutschen Normenausschuss. Auch die Gesetzgebung wird genauestens begleitet.

In den Kommissionsarbeiten liegt ja eigentlich der Schwerpunkt, die Kraft unseres Vereins. Sie sind gewissermaßen die Arbeitsbienen, die ihren Rüssel in Form von Fragebogen und verschiedenen sonstigen schönen Rundschreiben in die einzelnen Gas- und Wasserwerke hineinstecken und überall das Brauchbare, den süßen Honig heraussaugen, den sie nachher unter sich verarbeiten und in einer feinen wohlgeformten und genießbaren Form uns hier vorlegen, vollständig wabenfrei und geklärt bis ins kleinste.

DVGW-Vorsitzender Heinrich Prenger, Köln 1910

18. September 1903 | DVGW wird eingetragener Verein

1900 tritt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Kraft, das auch ein Vereinsrecht enthält. Mit dem Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin I wird der DVGW als nicht-wirtschaftlicher Verein als gemeinnützig anerkannt und erhält den Status einer juristischen Person.

Logo des "Verbandes Deutscher Gas- und Wasserfachbeamten e.V.“ (VDGW)
Logo des "Verbandes Deutscher Gas- und Wasserfachbeamten e.V.“ (VDGW); © DVGW
22. Juli 1906 | Gründung des DELIWA-Vereins

In Berlin wird der "Verein technischer Beamter des Gas- und Wasserfaches" gegründet.

Am 4. Juni 1911 fusioniert er mit anderen Vereinen in Köln zum "Verband Deutscher Gas- und Wasserfachbeamten e.V.".

1918 schließlich benennt er sich in "Verband deutscher Licht- und Wasserfachbeamten e.V." um, später als DELIWA abgekürzt.

Schon 1913 umfasst er 1.900 Mitglieder in 35 Bezirksvereinen in ganz Deutschland.

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Gemälde: Die Karlsruher Lehr- und Versuchsanstalt des DVGW 1907
1907
Lehr- und Versuchsgasanstalt des DVGW

Das lange geforderte Institut nimmt in Karlsruhe die Arbeit auf. 1927 wird die Vereinsarbeit des DVGW nach amerikanischem Vorbild neu strukturiert.

Labor zur Untersuchung des erzeugten Steinkohlengases; © Engler-Bunte-Institut
1907 | Lange gefordert: Institut für Lehre, Forschung und Prüfung im Gasfach nimmt Arbeit auf

1907 nimmt die "Lehr- und Versuchsgasanstalt" des DVGW in Karlsruhe ihre Arbeit auf, nachdem frühere Anläufe (der erste bereits 1868) aus finanziellen Gründen gescheitert waren. Sie soll drei Aufgaben erfüllen: Lehrbetrieb (zweisemestriger Gaskursus sowie Wiederholungskurse), Forschung, Prüfungs- und Untersuchungsstelle.

Aus der Lehr- und Versuchsgasanstalt wird 1919 das Gasinstitut und 1950 das Engler-Bunte-Institut. 1947 kommt der Bereich Wasserchemie hinzu, nun werden auch Wasserkurse angeboten.

Absolventen des Gaskurses 1925
Absolventen des Gaskurses des Gasinstituts 1925; © DVGW
Bohrtrupp der Halleschen "Kontinental-Tiefbohrgesellschaft"; © Stadtwerke Hamburg
3. November 1910 | Erdgas meets Trinkwasser

Im Auftrage der "Deputation Hamburger Stadtwasserkunst", wie die Hamburger Wasserwerke zu dieser Zeit heißen, soll in den Vier-Marschlanden Trinkwasser erschlossen werden. Der Bohrtrupp der Halleschen "Kontinental-Tiefbohrgesellschaft", stößt mit der Bohrung XV am Ostrand von Neuengamme in 247 Meter Tiefe statt auf Trinkwasser auf Erdgas. Eine riesige Flamme schießt in den Himmel.

Erst wird das Erdgas nur abgelassen. Ab 1913 wird es in einer Leitung zum Gaswerk Tiefstack gebracht und dort dem aus Kohle gewonnenen Stadtgas beigesetzt, bis 1930 die Förderung eingestellt wird.

1914 | "Das Gas" in München und Beginn des Ersten Weltkrieges

1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, wird in München die groß angelegte "Deutsche Ausstellung - Das Gas" durchgeführt. Sie ist eine beeindruckende Leistungsschau des Gasfaches in Deutschland. Doch wegen des Kriegsausbruchs bleibt ein erhoffter Erfolg für die Gasindustrie aus.

Der Erste Weltkrieg bringt einschneidende Entwicklungen. Kriegsbedingt geht der Petroleumimport zurück, was durch einen steigenden Gasabsatz aufgefangen werden muss. Das Gasfach ist in viel höherem Maße als das Wasserfach von den Einschränkungen des Krieges betroffen. Kohle- und Metallknappheit führen zu Gassperrstunden. Da viele Soldaten eingezogen werden, werden auch die Arbeitskräfte knapp. Die Facharbeiter fehlen, was zu Problemen führt:

An Stelle von langjährigen Arbeitern, die mit dem Betriebe Bescheid wußten, traten ungelernte Leute. Sehr Alte und sehr Junge, schwer Kranke, mit Gebrechen Behaftete, wegen Zuchthausstrafe aus dem Heere Ausgewiesene und dergleichen mehr brachten es rasch dahin, daß der Betrieb von dem guten Willen der Arbeiter abhing, die bei jeder Gelegenheit Lohnzulagen erzwangen. Das mehrverdiente Geld wurde dann in Alkohol umgesetzt und der Gasmeister mußte gar manchmal an Stelle der betrunkenen Arbeiter zu seiner täglichen Arbeit auch noch nachts den Kesselheizer oder den Ofenarbeiter ersetzen.

Auswirkungen des Fachkräftemangels im Ersten Weltkrieg, 1916

1918 | Ende des Ersten Weltkrieges

Die Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sind von hoher Arbeitslosigkeit, Inflation, Mangelwirtschaft und persönlicher Not weiter Bevölkerungsteile geprägt. Die politischen Unruhen finden ihren Niederschlag in den politisch instabilen Verhältnissen, die zu häufigen Reichstagswahlen und Regierungsauflösungen führen.

Die Zeiten, die wir jetzt durchleben, sind keine Wirtschaftskrisen der Art, wie sie ohne weiteres überwunden werden können. Man tröste sich nicht mit dem starken Mann, der kommen muß, um alles wieder besser zu machen. Es gibt nur eins: wir müssen aus uns selbst heraus versuchen, die Krise in der Wirtschaft zu überwinden.

67. Jahresversammlung des DVGW 1926 in Danzig

Enteisenungsanlage in Hamburg 1928
Enteisenungsanlage in Hamburg, Verhandlungen des DVGW 1928; © DVGW
1925 | Grundwasser oder Oberflächenwasser?

Der alte Streit, was besser sei, wird nun auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Der Präsident der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene (Wabolu) weist darauf hin, dass auch Oberflächenwasserversorgungsanlagen so beschaffen sein können, dass vom gesundheitlichen Standpunkt aus keine Bedenken zu erheben seien.

Dies gilt jedoch nicht für die durch Kaliabwässer versalzenen Flüsse wie Elbe (Magdeburg, Hamburg) und Weser (Bremen).

Es dürfte leichter sein, aus Lakritzensaft Rüdesheimer Auslese herzustellen als aus dem Magdeburger Elbwasser ein chemisch hygienisches und geschmackvoll einwandfreies Trinkwasser

Gutachten von Dr. Bamberg über das Magdeburger Wasser, 1929

1927 | Von Amerika lernen: Vereinsarbeit wird neu strukturiert

Die Vereinsarbeit wird nach amerikanischem Vorbild neu strukturiert, es werden sechs Abteilungen geschaffen.

  • Ausbildung und Soziales
  • Gas: Wissenschaft und Forschung
  • Gas: Technik
  • Gas: Wirtschaft und Betriebsführung
  • Wasser: Wissenschaft
  • Wasser: Bau und Betrieb

24 Ausschüsse werden diesen Abteilungen zugeordnet.

1927 | Gründung der FAGAWA

Im gleichen Jahr gründen die Fabrikanten der Gas- und Wasserwerke eine Vereinigung der Fabrikanten im Gas- und Wasserfach« (FAGAWA), die spätere FIGAWA, die eng mit dem DVGW zusammenarbeitet.

Deutsche Ausstellung Gas und Wasser Berlin 1929
1929 | Leistungsschau der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft

Der DVGW organisiert die Deutsche Ausstellung Gas und Wasser Berlin 1929, die gut besucht wird und die Bedeutung der Gas- und Wasserversorgung in Deutschland herausstellt.

1931/32 | Weltwirtschaftskrise

In Zeiten der Wirtschaftskrise geht der Stromabsatz zurück. Die Konkurrenz von Strom und Gas wird härter. Der DVGW stellt einen Pressesprecher ein, um gegen irreführende Verlautbarungen der Stromseite über den Stromverbrauch beim Kochen vorgehen zu können. Am 24.4.1931 wird im "Frieden von Halle" zwischen Strom- und Gasseite beschlossen, zukünftig gegenseitige Angriffe in der Werbung zu vermeiden.

Auch im Gas- und Wasserfach ist die Arbeitslosigkeit hoch. Die Mitgliederbeiträge des DVGW werden um 20 Prozent gesenkt, Gehälter werden gekürzt, der Umfang der Vereinszeitschrift GWF wird eingeschränkt, bei der Jahresversammlung 1932 entfallen Rahmenprogramm und geselliger Teil.

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Karte der geplanten Ferngasversorgung in Deutschland 1927
1933
Der DVGW in der Zeit des Nationalsozialismus

1935 wird das erste DIN-DVGW-Gütezeichen vergeben. 1938 werden die technischen Regeln des DVGW im Energiewirtschaftsgesetz verankert.

Grundsteinlegung im Februar 1939 für den Erweiterungsbau des Gasinstituts
Grundsteinlegung im Februar 1939 für den Erweiterungsbau des Gasinstituts; © EBI
1933-35 | Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Vereinsarbeit

Die NSDAP setzt Anfang April 1933 einen Kommissar beim DVGW ein mit dem Auftrag, die "Leistungsfähigkeit der gasfachlichen Organisationen in einheitlicher Form zu erhalten und sie planmäßig im nationalwirtschaftlichen Sinne auszubauen". Die nationalsozialistische Ideologie fließt in die Statuten ein. 1934 wird der kollegiale Vorstand abgeschafft und durch einen Vereinsvorsitzenden ersetzt. 1935 werden "Jungmitglieder" eingeführt. 1935/36 werden die bisher selbständigen DVGW-Bezirksverbände zu Untergliederungen des DVGW.

Obwohl Auslandskontakte in der NS-Zeit nicht gern gesehen sind, setzt der DVGW seine internationale Zusammenarbeit fort. 1935 liefert das deutsche Gasfach auf der dritten Weltkraftkonferenz in Washington zehn Berichte. Noch 1938 ruft der DVGW zu einer Amerikastudienreise auf, um dort die amerikanische Gas- und Wasserversorgung zu studieren.

1933 -1945 | Autarkiebestrebungen der Nationalsozialisten

Das Ziel der Autarkiebestrebungen der Nationalsozialisten ist es, möglichst keine ausländischen Rohstoffe einzuführen und stattdessen einheimische Ersatzstoffe zu nutzen. Die Benzolgewinnung der Gaswerke soll gesteigert und Kraftfahrzeuge sollen auf den Antrieb durch Stadtgas umgestellt werden. Der Einsatz von Eisen und Blei in der Wasserversorgung soll reduziert werden. Die Bedeutung der eigenen Rohstoffe wächst:

Gemeinsam ist dem gesamten Gas- und Wasserfach die sorglichste und feinste Aufbereitung und Veredlung der größten Schätze deutschen Heimatsboden, seiner Quellen und seiner Kohle

F. zur Nedden auf der Jahresversammlung des DVGW 1936 in München

DVGW-Zulassung zu Rohrleitungsbauarbeiten (1938)
DVGW-Zulassung zu Rohrleitungsbauarbeiten (1938); © DVGW
Januar 1934 | Zulassung von Rohrleitungsbaufirmen

Die "Richtlinien für die Zulassung von Rohrleitungsbaufirmen zur Herstellung von Rohrnetz- und Fernleitungen für Nieder-, Mittel- und Hochdruck auf dem Gebiete des Gas- und Wasserfaches" werden von DVGW und FAGAWA vereinbart und erscheinen im GWF.

Ziel ist es, dass Rohrnetz- und Fernleitungsbauarbeiten nur von zugelassenen Fachfirmen durchgeführt werden. Diese Richtlinien werden später als DVGW-Arbeitsblatt GW 301 bekannt.

Abgasleitung in der TVR 1934
Abgasleitung in der TVR 1934; © DVGW
7. April 1934 | DVGW-TVR erscheinen

Die Richtlinien "Versorgung von Gebäuden mit Niederdruckggas. Technische Vorschriften und Richtlinien DVGW-TVR" erscheinen in erster Auflage. In Einvernehmen mit dem Reichsverband Installateur- und Klempnergewerbe e.V. wird festgelegt, dass jeder im Deutschen Reich zugelassene, selbstständige Gasinstallateur gegenüber dem Gaswerk sämtliche Vorschriften des DVGW über die Ausführung von Gasanlagen usw. schriftlich anerkennen muss.

Die TVR erscheinen ab der 5. Auflage 1972 als TRGI - Technische Regel für Gasinstallationen und sind aktuell als TRGI 2018 erhältlich.

Prüfung eines Gasherdes im Gasinstitut Karlsruhe
Prüfung eines Gasherdes im Gasinstitut Karlsruhe; © EBI
1. Juli 1935 | Das erste DIN-DVGW-Gütezeichen

Der Gasgeräteausschuss verabschiedet neue "Leitsätze für den Bau von Gaskochern, Gasbratöfen und Gasherden für den Haushalt". Alle Gasgeräte, die diesen Vorschriften genügen, erhalten das DIN-DVGW-Gütezeichen für alle Gasgeräte. Das ist das erste „Zertifizierungszeichen“ des DVGW.

7. Dezember 1938 | Technische Regeln des DVGW werden im EnWG verankert

In der vierten Durchführungsverordnung zum Energiewirtschaftsgesetz von 1935 werden die gasfachlichen Vorschriften und Richtlinien des DVGW auf Antrag zu anerkannten Regeln der Technik erklärt. Dies gilt bis heute.

September 1939 | Beginn des Zweiten Weltkriegs

Die Autarkiebestrebungen der Nationalsozialisten werden im Zweiten Weltkrieg verstärkt und führen zu Materialmangel in der Gas- und Wasserversorgung. Der DVGW wird bei fachlichen Fragen zur Kontingentierung von Pumpen, Rohren, Zählern und Chemikalien konsultiert und unterbreitet Vorschläge zum Energiesparen. Ein Merkblatt zur Bekämpfung von Luftkriegsschäden in Wasserleitungsrohrnetzen wird erstellt. Die Ausschussarbeiten werden ab 1940 weitgehend eingestellt.

Dezember 1941 | DIN 2000

Die  Leitsätze für Trinkwasserversorgung des DVGW von 1941 werden als DIN 2000 unter dem Titel "Zentrale Trinkwasserversorgung; Leitsätze für Anforderungen an Trinkwasser, Planung, Bau und Betrieb der Anlagen" herausgegeben.

Mitgliedsbuch der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
Mitgliedsbuch der Deutschen Arbeitsfront (DAF); © CC-Lizenz
1942 | Zwangsauflösung von DELIWA

Auf Betreiben der "Deutschen Arbeitsfront", dem NS-Verband der Arbeitgeber und -nehmer, wird DELIWA bereits im Jahr 1938 als "staatsfeindliche gewerkschaftliche Organisation" aufgelöst. Durch die Intervention der Vereinsführung an höchster Stelle kann die Zwangsauflösung zunächst rückgängig gemacht werden, bis sie schließlich 1942 erneut beschlossen und auch umgesetzt wird. Die berufsfachliche Arbeit von DELIWA wird bis Kriegsende jedoch als "Fachgebiet Betrieb" im DVGW weitergeführt.

November 1943 | Zerstörung des Geschäftsgebäudes

Bei Luftangriffen wird das Berliner Geschäftsgebäude des DVGW fast völlig zerstört. Ein Notquartier bei den Berliner Wasserwerken wird bezogen. Auch die Gebäude des Gasinstituts in Karlsruhe werden zerstört. Bis zum Einmarsch der russichen Truppen im April 1945 konzentriert sich die personell verkleinerte Geschäftsstelle in Berlin auf die technische Beratung bei der Katastrophenhilfe der Werke.

8. Mai 1945 | Bedingungslose Kapitulation

Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht beendet die Kriegsgeschehnisse in Europa. Der Alliierte Kontrollrat verbietet jede weitere Vereinstätigkeit. Der Deutsche Verein von Gas- und Wasserfachmännern besteht nicht mehr.

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Das Gasinstitut Karlsruhe nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
1945
Kriegsende und Wiederaufbau

Neugründung des DVGW in den Besatzungszonen und Wiederaufbau der Gas- und Wasserversorgung

Ausgebrannte Häuserzeilen in Hamburg, 1944/1945
Ausgebrannte Häuserzeilen in Hamburg; © Dowd J (Fg Off), Royal Air Force official photographer
8. Mai 1945 | Kriegsende in Deutschland

Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht bestimmen Gefangenschaft, Vertreibung, Mangelwirtschaft, Not und Elend den Alltag. Die deutschen Städte liegen in Schutt und Asche.

Zum Notwendigsten in der Nachkriegszeit zählen Nahrung und Wohnung, unabdingbar ist die Versorgung mit Wasser und mit Energie. Die städtischen Versorgungsbetriebe beginnen im Einvernehmen mit den Besatzungsbehörden sofort mit dem Wiederaufbau.

Luftbrücke in Berlin während der Nachkriegszeit
Luftbrücke in Berlin während der Nachkriegszeit; © USGOV-PD
4. März 1946 | Wiedergründung des DVGW

Wenige Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht nehmen Mitglieder des ehemaligen DVGW im Juni 1945 die Vereinsarbeit zunächst als „Bezirksgruppe“ in der britischen Besatzungszone wieder auf. Nach Genehmigung durch die britische Militärverwaltung wird der DVGW am 5. März 1946 offiziell in Hannover wiedererrichtet. Die Organisationsform lehnt sich in allen wesentlichen Punkten an die Struktur des alten Vereins an.

Die Wiedererrichtung der DVGW-Geschäftsstelle in Berlin erfolgt noch im Einvernehmen mit den britischen und sowjetischen Besatzungsmächten. Doch 1947 wird die Arbeit in der geteilten Stadt Berlin so schwierig, dass die Geschäftsstelle nach Hannover verlegt wird.

Titelbild des DVGW-Rundschreibens Nr. 2. vom Oktober 1946
Zweites DVGW-Rundschreiben nach der Wiederzulassung des DVGW als Verein; © DVGW
September 1946 | Erstes DVGW-Nachkriegs-Rundschreiben

Die Rundschreiben des DVGW sind ein wichtiges Kommunikationsmittel in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Sie informieren über aktuelle Fragen und Entwicklungen im Gas- und Wasserfach und publizieren die wichtigsten Vorschriften.

Seit 1953 werden die gedruckten DVGW-Rundschreiben als Beilage zur Zeitschrift GWF versendet.

Um auch papierseitig das Erscheinen der Rundschreiben sicherzustellen, erbitten wir die Unterstützung aller an den Rundschreiben interessierten Stellen unseres Fachs durch Übernahme von "Papier-Patenschaften". Das Papier für dieses erste Rundschreiben ist vom Gaswerk Hannover bereitgestellt worden.

Erstes Nachkriegsrundschreiben des DVGW vom September 1946

Entnahmegrenze einer Brunnenreihe, aus einem Vortrag auf der wat 1948
Entnahmegrenze einer Brunnenreihe, aus einem Vortrag auf der wat 1948; © DVGW
11. Februar 1948 | Erste wat in Hannover

Unter dem Titel "Erforschung, Erschließung und Bewirtschaftung von Wasservorkommen für die Wasserversorgung" findet die erste Wasserfachliche Aussprachetagung (wat) am 11. Februar 1948 in Hannover statt.

Die zweite wat am 6. Oktober in Bielefeld beschäftigt sich mit der "Wasseraufbereitung als wissenschaftliche Aufgabe und ihre praktische Ausführung".

Diese Aussprachetagungen mit ihrem informellen Charakter sind ein Novum in der Arbeit des DVGW und dienen dem Wissens- und Erfahrungsaustausch zu tagesaktuellen Problemen. Die gas- und wasserfachlichen Aussprachetagungen des DVGW finden noch heute einmal im Jahr als "gat|wat" statt.

Wir erwarten gerne die Kritik aller Fachkreise. Sachliche Kritik fördert als treibender Motor die baldige und zweckmäßige Lösung der anstehenden Aufgaben.

Aus dem Vorwort des DVGW zur Ergebnisbroschüre der ersten wat im Februar 1948

Oktober 1948 | Neugründung der DELIWA

Mit der Unterstützung des DVGW wird auch der alte DELIWA-Verein wiedergegründet. Dazu wird zunächst innerhalb des DVGW eine DELIWA-Gruppe eingerichtet. Im Oktober 1948 wird unter dem Vorsitz des früheren, langjährigen Vorsitzenden W. Köllner der „Berufsverein für das Energie- und Wasserfach“ wieder errichtet.

Im Dezember 1949 erscheint die erste Nummer der Vereinszeitschrift unter dem Titel "Neue Deliwa-Zeitschrift".

Gasgeräte sind immer stärker verbreitet, deswegen ist 1935 die Einführung des DIN-DVGW-Gütezeichens so wichtig.
Untersuchung eines Gasherdes in der Lehr- und Versuchsanstalt Karlsruhe, ca. 1948; © EBI
1949 | DVGW-Prüfstellen

Ende der 1940er Jahre nehmen die DVGW-Prüfstellen wieder ihre Arbeit auf:

  • das Gasinstitut Karlsruhe
  • das Gaswärmeinstitut in Langenberg (später wieder Essen)
  • die Berliner Gaswerke
  • die Hamburger Wasserwerke
  • die Technischen Werke Stuttgart
  • die Münchener Gaswerke
  • E. Frei (Hamburg)
9. Januar 1950 | Landesgruppen des DVGW

Seit Ende 1948 bilden sich in den Besatzungszonen DVGW-Landesgruppen. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland konstituieren sich mit der Landesgruppe Rheinland-Pfalz und der Landesgruppe Berlin (West) am 9.1.1950 die letzten, noch fehlenden Landesgruppen.

1950 - 1958 | Wirtschaftsaufschwung und Investitionsbedarf

Der Gasbedarf in der jungen Bundesrepublik steigt von 5,5 Milliarden Kubikmeter 1948 auf 15,5 Milliarden Kubikmeter 1957. Die Spitzenbelastungen können nicht mehr durch Kohlevergasung abgefangen werden, man experimentiert mit Öl- und Sauerstoffvergasung.

Eine gemeinsame Studie von VGW und DVGW, die vom BMWi beauftragt wird, stellt 1954 für die Wasserversorgung einen zukünftigen Investitionsbedarf von sechs Milliarden DM bis 1963 fest.

1952 tritt der DVGW wieder der International Gas Union IGU bei, 1955 der International Water Supply Association IWSA.

DVGW-Ehrenring
DVGW-Ehrenring; © DVGW
1954 | DVGW-Ehrenring wird gestiftet

Zur Anerkennung verdienstvoller Tätigkeiten jüngerer Fachkollegen schafft der DVGW bei der Jahresversammlung 1954 eine neue Form der Ehrung: den DVGW-Ehrenring, einen Goldreif mit den Initialien des DVGW. Er wird erstmals bei der 100-Jahrfeier 1959 vergeben und soll eine seltene Ehrung sein.

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1959
100 Jahre DVGW - den neuen Aufgaben und Herausforderungen gewachsen

Auf der 100-Jahr-Feier werden neue Statuten erlassen. 1968 beginnt die gemeinsame Normungsarbeit von DIN und DVGW.

Historische Ausstellung auf der 100-Jahr-Feier des DVGW 1959
Historische Ausstellung auf der 100-Jahr-Feier des DVGW 1959; © DVGW
9.-12. Juni 1959 | 100 Jahre DVGW

Der DVGW feiert sein 100jähriges Bestehen auf der Haupttagung in seiner Gründungsstadt Frankfurt am Main.

Die Mitgliedsunternehmen organisieren in Eigenregie eine historische Ausstellung.

Auf der Mitgliederversammlung werden die Statuten des DVGW neu gefasst: Schaffung eines Präsidiums mit Präsident und Vizepräsidenten für das Gas- und das Wasserfach, der Vorstand wird durch einen Wahlausschuss gewählt.

Kernkraftwerk Gundremmingen, 1966
Kernkraftwerk Gundremmingen, 1966; © Viola sonans GFDL or CC BY 3.0
November 1961 | Notfallplanung in der Wasserversorgung

1961 entsteht in Karlstein am Main das erste deutsche Kernkraftwerk, zahlreiche weitere folgen.  Bereits 1957 hat der DVGW seine ersten Empfehlungen zu Radioaktivität herausgegeben. Im November 1961 erscheint das Arbeitsblatt W 805 "Trinkwasserversorgung und Radioaktivität".

Im August 1961 wird in Berlin die Mauer gebaut, gleichzeitig wird die innerdeutsche Grenze befestigt. In diesem Kontext wird im November 1961 der DVGW-Hinweis W 801 zur Notstandsplanung in der zentralen öffentlichen Trinkwasserversorgung veröffentlicht.

Als Notstände gelten "Naturkatastrophen, Unglücks- und Schadensfälle, Einwirkung konventioneller Kampfmittel oder A-B-C-Waffen".

Große Sorgen bereitet der zwangsläufige Anfall radioaktiver Abfallstoffe, die Luft, Wasser und Boden - gegebenenfalls nachhaltig - verunreinigen können.

Aus dem DVGW-Arbeitsblatt W 805, November 1961

Isophoten einer Gasstraßenleuchte, aus einem Vortrag auf der ersten gat 1962
Isophoten einer Gasstraßenleuchte, aus einem Vortrag auf der ersten gat 1962; © DVGW
20.-21. September 1962 | Erste gasfachliche Aussprachetagung gat

Seit 1948 gibt es die jährlichen wasserfachlichen Aussprachetagungen. Nun kommt das erfolgreiche Konzept erstmals auf der Gasseite zum Tragen.

Die erste gasfachliche Aussprachetagung gat findet in Essen statt.

Mitarbeiter des Gasinstituts bei einer Prüfung eines Retortenhauses
Kokereigas: Mitarbeiter des Gasinstituts bei einer Prüfung eines Retortenhauses, ca. 1948.; © EBI
1960 - 1988 | Umstellung von Kokereigas auf Erdgas

Erdgas aus einheimischer und ab 1963 auch aus ausländischer Förderung wird anfangs dem Kokereigas zugesetzt, um den Brennwert zu steigern. Die erste größere Stadt, die ganz auf Erdgas umstellt, ist 1960 Oldenburg.

1983 entfallen schon 75 Prozent des gesamten Gasaufkommens auf Erdgas. Schließlich erfolgt von 1985 - 1988 auch in Berlin (West) die Umstellung auf Erdgas.

Vorteile des Erdgases gegenüber Kokereigas sind sein annähernd doppelt so hoher Brennwert, der die Leistungfähigkeit der Speicher und Rohrleitungen erhöht, und seine Ungiftigkeit.

1968 | Gemeinsame Normungsarbeit von DIN und DVGW im Gasbereich

1968 wird eine Vereinbarung zwischen DVGW und DNA, dem heutigen "DIN Deutsches Institut für Normung e. V." geschlossen, wonach ein Fachnormenausschuss Gastechnik in der Trägerschaft des DVGW gebildet werden soll.

Dieser heute NAGas (Normenausschuss Gastechnik) genannte Normenausschuss erarbeitet Normen, für die keine anderen Normenausschüsse auf diesem Fachgebiet bestehen. Normen anderer Ausschüsse, die das Gasfach tangieren und sicherheitstechnische Anforderungen enthalten, werden nur im Einvernehmen mit dem DVGW erstellt und durch Vorstandsbeschluss in das DVGW-Regelwerk aufgenommen.

Der Geschäftsführer des NAGas wird seit seiner Gründung vom DVGW gestellt.

1971 - 1983 | Gewässerschutz und Wasserversorgung

1971 nimmt die Bundesregierung in ihrer Umweltpolitik zwei bedeutsame Grundpfeiler auf: Verursacherprinzip und Vorsorgeprinzip. Der Gewässerschutz ist und bleibt eine staatliche Aufgabe.

1975 wird in der Trinkwasserverordnung neu festgelegt, dass Trinkwasser frei von Krankheitserregern zu sein habe. Pestizide treten verstärkt in den Gewässern auf, eine Problematik, die den DVGW bis heute beschäftigt.

Die Überwachung der Trinkwasserressourcen im Sinne einer „Wareneingangskontrolle“ steht im Fokus der Überwachung durch die Wasserversorger. Eine Rolle, zu der sich der DVGW 1983 klar positioniert. Das Monitoring, das der Erkennung von Gewässerbelastungen dient, ist jedoch eine hoheitliche Aufgabe, die den staatlichen Behörden obliegt.

DVGW-Hinweis GW 100, Januar 1973
Aufbau des DVGW-Regelwerkes, DVGW-Hinweis GW 100, Januar 1973; © DVGW
Januar 1973 | DVGW-Hinweis GW 100

Nach vierjähriger Arbeit erscheint der DVGW-Hinweis GW 100 "Das DVGW-Regelwerk", der die Erstellung des DVGW-Regelwerks regelt, von den ausarbeitenden Gremien über die Mitarbeit der Fachöffentlichkeit bis zur Verabschiedung.

Die GW 100 erscheint in verschiedenen Überarbeitungen, seit 2002 als Geschäftsordnung des DVGW.

Der DVGW verfolgt mit der Aufstellung und der Herausgabe des DVGW-Regelwerkes keine wirtschaftlichen Interessen. Er ist bestrebt, technisch-wirtschaftliche Lösungen zu erarbeiten.

DVGW-Hinweis GW 100, Januar 1973

1973 - 1976 | Neuer Name, neues Logo, neue Geschäftsstelle

1973 zieht die Geschäftsstelle von Frankfurt am Main nach Eschborn. Bereits 1952 war die Geschäftsstelle von Hannover nach Frankfurt verlegt worden.

Im gleichen Jahr erhält der DVGW erstmals ein eigenes Logo, eine Gasflamme über einer Wasserfläche in einem gleichschenkligen Dreieck.

Die Mitgliedersammlung beschließt am 1. Juni 1976 einen neuen Namen: "DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - technisch-wissenschaftliche Vereinigung". Da längst auch Frauen Mitglied im DVGW sind, ist die Bezeichung "Fachmänner" nicht mehr zeitgemäß.

Ereignisentwicklung zwischen 1981 und 2014 an allen Gasleitungen
Ereignisentwicklung zwischen 1981 und 2014 an allen Gasleitungen; © DVGW
1981 | Schaden- und Unfallstatistik: Basis für eine sichere Gasversorgung

1981 wird die erste Schadens- und Unfallstatistik für die öffentliche Gasversorgung erstellt. Die Statistik gibt Auskunft über die mögliche Störanfälligkeit von Rohrnetzen und Bauteilen, über Ursachen von Unfällen sowie über die Störanfälligkeit von und Unfällen an Kundenanlagen.

Auf Basis ursachenorientierter Schadens- und Unfallanalysen wird das sogenannte ganzheitliche Sicherheitskonzept des DVGW entwickelt. Mit diesem Konzept werden für jede ursachenrelevante Zielgruppe (Installateure, Versorgungsunternehmen, Rohrleitungsbauer etc.) konkrete Technikverbesserungen und Maßnahmen definiert, die nachhaltig für ein hohes Sicherheitsniveau der deutschen Gasversorgung sorgen.

Eine entsprechende Statistik für die Wasserversorgung wird 1999 eingeführt.

1983 | DVGW-Nachrichten

1983 erscheint die erste Ausgabe der DVGW-Nachrichten, der Mitgliederzeitschrift des DVGW.

Die DVGW-Nachrichten erscheinen bis Ende 1999, danach werden sie anlässlich der DVGW-DELIWA-Fusion mit der "Neuen DELIWA-Zeitschrift" zusammengelegt und erscheinen ab Januar 2000 als "DVGW energie | wasser-praxis".

1984 | DVGW-Studienpreis gestiftet

Zum 125jährigen Jubiläum 1984 wird zur Förderung des Ingenieurnachwuchses der DVGW-Studienpreis gestiftet. Er ist mit 10.000 DM dotiert und wird an Diplomarbeiten auf dem Gebiet des Gas- und Wasserfaches vergeben. Aktuell beträgt das Preisgeld 10.000 Euro.

Festabend des vom DVGW organisierten 16. IGI-Kongresses in München 1985
Festabend des vom DVGW organisierten 16. IGI-Kongresses in München 1985; © DVGW
24.-27. Juni 1985 | IGU-Kongress in München

Die World Gas Conference der International Gas Union ist die größte internationale Veranstaltung der Gaswirtschaft. Sie findet alle drei Jahre in wechselnden Ländern statt.

Der DVGW organisiert den 16. IGU-Kongress in München 1985. An der viertägigen Konferenz nehmen mehr als 3.600 Fachleute aus 55 Ländern teil.

Auch die Weltgaskongresse 1967 in Hamburg und 1991 in Berlin werden vom DVGW ausgerichtet.

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Das Brandenburger Tor in Berlin am 1.12.1989
1990
Deutsche Einheit

1990 erfolgt die Vereinsgründung in den neuen Bundesländern. 2000 fusionieren DVGW und DELIWA zu einem Gesamtverein.

1990 | Deutsche Einheit

Die friedliche Revolution in der DDR führt zum endgültigen Zerfall des dortigen politischen Systems. Im März 1990 gibt es demokratische Volkskammerwahlen. Nach der Zustimmung zum Einigungsvertrag tritt am 3. Oktober 1990 die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei.

Prof. Harry Kittner bei der Gründung der DVGW- Landesgruppe Ost (Wasser)
Prof. Harry Kittner bei der Gründung der DVGW-Landesgruppe Ost (Wasser); © DVGW
10. Mai 1990 | Vereinsgründung in den neuen Bundesländern

Am 16. Februar 1990 gibt es den ersten offiziellen Kontakt zwischen dem Vorstand der Wissenschaftlichen Sektion Gas/Kohleveredelung der Kammer der Technik (der Berufsorganisation der Ingenieure in der DDR) und dem DVGW.

Am 10. Mai 1990 wird in Dresden die DVGW-Landesgruppe Ost (Wasser) gegründet, am 27. Juli 1990 in Leipzig die DVGW-Landesgruppe Ost (Gas). 1991 wird die DVGW-Landesgruppe Berlin/Brandenburg neu gebildet. Nach der Auflösung der Kammer der Technik treten viele ihrer ehemaligen Mitglieder aus dem Bereich Gas und Wasser in den DVGW oder den DELIWA-Verein ein.

1991 richtet der DVGW in Dresden eine Wassermeisterschule für die neuen Bundesländer ein. Aus dem vormaligen Forschungszentrum Wassertechnik in Dresden wird die DVGW-Forschungsstelle Dresden.

1991 - 1997 | Umstellung von Stadtgas auf Erdgas

Die Braunkohlenutzung in den Neuen Bundesländern zur Stadtgaserzeugung wird durch die Nutzung von Erdgas abgelöst. Von 1991 bis 1997 werden 2,8 Millionen Haushalte umgestellt und 450.000 neue Kunden an das Gasnetz angeschlossen. Pro Jahr werden so rund 450.000 Haushalte in die Erdgasversorgung eingebunden, ein enormer Aufwand für Gasversorgungsunternehmen und Installateure.

Bau einer Gastransportleitung
Bau einer Gastransportleitung; © DVGW/Roland Horn
24. April 1998 | Liberalisierung der Energiemärkte

Durch die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes führt der Gesetzgeber das Prinzip des Wettbewerbs nun auch für die leitungsgebundene Energiewirtschaft ein. Der diskriminierungsfreie, einfache und transparente Zugang zu den Gasnetzen für Dritte ist das Ziel des liberalisierten europäischen Gasmarktes.

Am 4. Juli 2000 veröffentlichen die Verbände der Energiewirtschaft eine "Verbändevereinbarung zum Netzzugang für Erdgas".

2001 erarbeitet der DVGW die "Technischen Rahmenbedingungen für den Netzzugang bei Erdgas" (G 2000).

2006 übernimmt die 2004 eingerichtetete Bundesnetzagentur die Aufsicht über die Strom- und Gasmärkte in Deutschland.

Die Führungsebene von DVGW und DELIWA nach beschlossener Fusion
Führungsebene von DVGW und DELIWA nach beschlossener Fusion; © DVGW, Foto: Andreas Amann
1. Januar 2000 | Fusion DVGW und DELIWA

DVGW und DELIWA schließen sich zu einem Verein zusammen. Der neue Name ist "DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. - technisch-wissenschaftlicher Verein".

Die Mitgliederzahl verdoppelt sich annähernd von 6.500 auf 12.600 (im Vergleich zum alten DVGW). Der Anstieg ist zum Großteil auf die Gruppe der persönlichen Mitglieder zurückzuführen.

Das erfolgreiche Konzept der DELIWA-Bezirksgruppen wird auch nach der Fusion weitergeführt. 63 DVGW/DELIWA-Bezirksgruppen betreuen die rund 9.200 persönlichen Mitglieder vor Ort.

2016 kann der DVGW sein 10.000. persönliches Mitglied begrüßen. Durch die Fusion zweier Bezirksgruppen beträgt die Anzahl der DVGW-Bezirksgruppen nun 62.

2000 | Einführung des Technischen Sicherheitsmanagements TSM

Der DVGW führt ein umfangreiches Verfahren zur Überprüfung des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM) von Gas- und Wasserversorgungsunternehmen ein, um das eigenverantwortliche Handeln der Unternehmen sowie die Kompetenz der technischen Selbstverwaltung der öffentlichen Gas- und Wasserversorgung zu stärken.

Drei Jahre später haben bereits über 200 Unternehmen den TSM-Prozess durchlaufen. Ende 2018 sind rund 700 TSM-Bestätigungen gültig.

Eröffnungszeremonie des IWA World Water Congress 2001 in Berlin
Fantasievoller Dialog mit dem Medium Wasser während der Eröffnung; © DVGW
15.-19. Oktober 2001 | 2nd IWA World Water Congress in Berlin

Der zweite weltweite Kongress der International Water Association findet in Berlin statt, der DVGW ist der nationale Organisator.

Unter dem Motto "Efficient Water Management – Making It Happen" erleben 2.500 Experten aus über neunzig Ländern einen richtungweisenden Weltkongress und eine hochkarätige Wasserfachmesse.

Gut ein Jahr planen die Verantwortlichen beim DVGW und bei der IWA International Water Association, London, intensiv, bis alles aus einem Guss ist: insgesamt neun Tage volles Programm unter dem Leitmotiv "Water. Mirror of the World".

Wasser ist wichtiger als Öl

Bundespräsident Johannes Rau in seiner Begrüßungsrede zum 2nd IWA World Water Congress

Biogasanlage; © DVGW/Roland Horn
November 2004 | Biogase in der öffentlichen Gasversorgung

Im Juni 1991 erscheint die erste Ausgabe des G 262 zur Nutzung von Deponie-, Klär- und Biogasen. Zu der Zeit werden diese Gase in der Regel zur Deckung des betrieblichen Eigenbedarfs verbraucht.

Mit der Neuausgabe von November 2004 werden erstmals die Beschaffenheitsanforderungen an Biogase zur Einspeisung in Erdgasnetze spezifiziert.

Mit dem Erscheinen der VP 265-1: "Anlagen für die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in Erdgasnetze - Teil 1: Fermentativ erzeugte Gase; Planung, Fertigung, Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme" ist 2008 das wesentliche Regelwerk zur Nutzung von regenerativen Gasen erarbeitet.

Mutter und Tochter füllen an der Spüle ihre Wassergläser auf
Mutter und Tochter füllen an der Spüle ihre Wassergläser auf; © istockphoto.com, gemenacom
2006 | Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft

Die deutsche Wasserwirtschaft, vertreten durch DVGW, ATT, BGW (später BDEW), DBVW, DWA und vku, legt erstmals ein umfangreiches Gesamtbild der Wasserbranche vor.

2008, 2011 und 2015 erscheinen weitere Ausgaben. die einen aktuellen Überblick über die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland geben.

Das Branchenbild dokumentiert die im europäischen und internationalen Vergleich hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Wasserwirtschaft in Bezug auf Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit der Versorgungs- und Entsorgungsleistungen, wirtschaftliche Effizienz und Kundenzufriedenheit.

Demografischer Wandel, der sich abzeichnende Klimawandel, der verfeinerte Nachweis und die Minimierung des Eintrags anthropogener Spurenstoffe sowie Nutzungskonflikte mit Industrie, Landwirtschaft und energiepolitischen Zielen.

Die aktuellen Herausforderungen der deutschen Wasserwirtschaft, aus dem Branchenbild 2015

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Schild mit "Herzlich Willkommen" zur Feier 150 Jahre DVGW
2009
150 Jahre DVGW

Der Jubiläumskongress 2009 schlägt alle Rekorde. 2014 wird der DVGW neu ausgerichtet und ein hauptamtlicher Vorstand bestellt.

2009 | Innovationsoffensive Gas

Die DVGW-Innovationsoffensive Gas startet. Ziel ist die Mobilisierung von technologischen Gas-Innovationen zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Im Herbst 2011 liegen die ersten Ergebnisse vor, die Innovationsoffensive wird verlängert und auf rund 30 Forschungsprojekte ausgeweitet.

Die Schwerpunkte:

  • Gas im Systemverbund
  • Smart Grids
  • Power-to-Gas
  • Gaserzeugung und -aufbereitung
  • KWK/Anwendungstechnik
Barbara Schöneberger beim Dank an das Team der 150-Jahr-Feier des DVGW
Barbara Schöneberger dankt dem Team der 150-Jahrfeier des DVGW; © DVGW/ engelke-picture
22./23. September 2009 | 150-Jahr-Feier des DVGW

Der Jubiläumskongress schlägt alle Rekorde. Unter dem Motto „Elemente die bewegen“ lädt der DVGW seine Mitglieder nach Leipzig ein.

Knapp 5.000 Branchenvertreter feiern mit und informieren sich über neueste technologische Entwicklungen und energie- und wasserpolitische Zielvorgaben.

Die 140. Mitgliederversammlung des DVGW ist mit ca. 2.000 Teilnehmern die größte ihrer Art in der 150-jährigen Vereinsgeschichte.

Ihren bewegenden Höhepunkt findet die Veranstaltung in einem Festabend der besonderen Art mit mehr als 4.500 Gästen.

3. Juli 2014 | Neuausrichtung des DVGW

Die Mitgliederversammlung beschließt im Juli 2014 Satzungsänderungen, die den DVGW organisatorisch zukunftsgerichtet aufstellen. Mit der Neuausrichtung der ehrenamtlichen Spitzengremien und der Bestellung eines hauptamtlichen Vorstands wird eine zeitgemäße strukturelle Anpassung der verbandlichen Führungsstrukturen in die Wege geleitet.

Seit Juli 2014 ist Prof. Dr. Gerald Linke Vorstandsvorsitzender des DVGW. Seit 2015 bildet der DVGW-Vorstand eine Doppelspitze zusammen mit dem kaufmännischen Vorstand Alexandra Ernst.

Herbst 2014 | Projekt "DVGW 2025" startet

Im Rahmen des Projekts „DVGW 2025“ werden zentrale strategische Ziele entwickelt, um den DVGW so auszurichten, dass er seine zahlreichen Rollen für die Branchen, für seine Mitglieder, aber auch für Gesellschaft und Öffentlichkeit im Umfeld stetiger Veränderungen optimal ausüben kann. Seit Herbst 2014 identifizieren und beschreiben rund 100 "Unterstützer" aus dem Haupt- und Ehrenamt mehr als 60 konkrete Maßnahmen, deren Umsetzung bis Mitte 2018 abgeschlossen wird.

2014 | DIN-DVGW-Kooperation im Trinkwasserbereich

2014 schließen DIN und DVGW eine Kooperationsvereinbarung, die die zukünftige Zusammenarbeit regelt. Mitte 2015 nehmen DIN-DVGW-Gemeinschaftsausschüsse für die Normung und Regelsetzung im Trinkwasserbereich ihre Arbeit auf. Nun können DVGW-Regeln oder DVGW-Inhalte direkt als deutsche Vorschläge in die europäische und internationale Normung eingebracht werden.

 

 

Energie-Impuls des DVGW
Energie-Impuls des DVGW; © iStock.com/Jan-Otto
Mai 2017 | DVGW Energie-Impuls startet

Der DVGW startet im Mai 2017 einen Dialogprozess mit Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und gibt Impulse für ein Gelingen der Energiewende. Der DVGW Energie-Impuls liefert Debattenbeiträge für die nächste Phase der Energiewende.

Inhaltlich benennt der Energie-Impuls drei Schritte, die von der Stromerzeugungswende zu einer echten sektorenübergreifenden Energiewende führen: Der Fuel-Switch ist die Ablösung von Kohle, Erdöl und Erdölprodukten durch Gase. Der parallel stattfindende Content-Switch bedeutet die kontinuierliche Erhöhung des Anteils CO2-freier Gase. Der Modal-Switch beschreibt die intersektorale Verknüpfung der bestehenden Infrastrukturen.

Weitere Informationen sind unter www.dvgw-energie-impuls.de abrufbar.

Werden die Potenziale von Fuel-, Content- und Modal-Switch genutzt, lässt sich eine weitgehend klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft mit versorgungssicheren und bezahlbaren Energiesystemen realisieren.

Gerald Linke, DVGW-Vorstandsvorsitzender

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Grünes Gas und die Speicherung von Windenergie im Gasnetz sind Bausteine zu einer erfolgreichen Energiewende
2019
Fit für das 21. Jahrhundert

Gas kann grün und Trinkwasser bleibt Lebensmittel Nr. 1

2019 | Gas und Wasser im Fokus

Auch 2019 wird der 2017 gestartete Energie-Impuls des DVGW weitergeführt: www.dvgw-energie-impuls.de. Der Wasser-Impuls des DVGW stellt den Wert des Trinkwassers in Politik und Gesellschaft in den Fokus.

21. Mai 2019 | 160 Jahre DVGW

Vor 160 Jahren haben deutsche Gasfachmänner die Notwendigkeit eines Berufsverbandes ihres neuen Berufsfeldes erkannt und am 21. Mai 1859 in Frankfurt am Main den DVGW gegründet. Seit 160 Jahren steht der DVGW für Tradition, Innovationen und Dienstleistungen für Gas und Wasser in Deutschland.

28.11.2019 | DVGW-Mitgliederversammlung

Am 28.11.2019 wird am letzten Tag der gat|wat 2019 in Köln die 146. ordentliche Mitgliederversammlung des DVGW abgehalten.

DVGW: Fit für die Zukunft
(c) DVGW

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