
Am 5. März 2026 fand im Steigerwaldstadion in Erfurt das 31. Thüringer Wasserkolloquium statt. Die unter Federführung der DVGW-Landesgruppe Mitteldeutschland gemeinsam mit der BDEW-Landesgruppe Mitteldeutschland, der Fachhochschule Erfurt, der Bauhaus-Universität Weimar, der SWE Stadtwerke Erfurt und der Stadtwerke Jena Gruppe organisierte regionale Leitveranstaltung verzeichnete in diesem Jahr mit 225 Teilnehmenden und 43 Ausstellern erneut einen Besucherrekord. Das durchgängig positive Feedback der Besucher bestärkte die Veranstalter das bewährte Konzept des Kolloquiums als Plattform für den Dialog zwischen Ausbildung, Lehre und Forschung mit der Praxis durch aktuelle und interessante Vorträge zu moderieren. Die ansprechende Location rundete das Bild ab.
Das Grußwort zum 31. Thüringer Wasserkolloquium hielt der Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, Tilo Kummer. Minister Kummer übergab anschließend die Urkunden zur bestandenen Prüfung im Technischen Sicherheitsmanagement an den Wasserversorgungszweckverband Weimar und den Zweckverband Wasser und Abwasser „Mittlerer Rennsteig“ Zella-Mehlis.

Auch in diesem Jahr erhielten die Besucher aktuelle Informationen aus einer Hand. Schwerpunkte des ersten Tagungsteils waren die Herausforderungen durch den Klimawandel, exemplarisch anhand der Niedrigwassersituation an der Talsperre Ohra im Jahr 2025, welche die Wasserversorgung für die Landeshauptstadt Thüringen vor komplexe Anforderungen stellte. Thomas Dirkes, Geschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung AöR, legte in seinem Vortrag die Schlussfolgerungen und geeignete Anpassungsmaßnahmen für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung dar. Dr. Ulrich Borchers von der IWW Analytik und Service GmbH gab anschließend eine Einschätzung und Bewertung zu aktuellen Befunden von Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) im Trinkwasser ab. Sein Vortrag lieferte eine detaillierte Beschreibung zum Vorkommen der gesundheitlich relevanten „Ewigkeitschemikalien“ im Trinkwasser, die Möglichkeiten ihrer Entfernung sowie die damit verbundenen Kosten und Folgeprobleme durch die Schadstoffverlagerung in die Aufbereitungsstoffe. Für die Aufbereitung betroffener Wasserressourcen sind weitere Forschungsarbeiten notwendig. Generell ist die Entfernung von PFAS aus dem Trinkwasser technisch möglich, aber sehr aufwändig und kostenintensiv. Angesichts der aktuellen und auch zukünftigen Relevanz des Themas muss ein PFAS-Verbot wichtigstes Ziel der Politik sein. Eine anschließende Podiumsdiskussion, die der Geschäftsführer der DVGW-Landesgruppe Mitteldeutschland, Dr. Florian Reißmann moderierte, fasste die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Wasserwirtschaft in den mitteldeutschen Bundesländern steht, noch einmal zusammen.

Weitere Themen der Veranstaltung waren die Umsetzung des Wassersicherstellungsgesetzes im Freistaat Thüringen und die praktische Umsetzung der NIS-2-Richtlinie im Zweckverband Wasser und Abwasser „Mittlerer Rennsteig“ Zella-Mehlis.
In der Themensession „Forschung und Weiterbildung“ präsentierte die Bauhaus-Universität Weimar Forschungsarbeiten zur Wasserwiederverwendung in der Thüringer Landwirtschaft, die Fachhochschule Erfurt stellte ihre Forschungsarbeiten zum Einsatz neuartiger Katalysatoren in der Wasseraufbereitung vor. Großes Interesse fand auch die Vorstellung der Wasser-Wissensplattform „KnowH2O“.
Ein Erfahrungsbericht zum Zählertechnologiewechsel und dem damit verbundenen Water Loss Management sowie ein Vortrag zum Stand der Generalinstandsetzung der Talsperre Weida rundeten die gelungene Veranstaltung ab.
Das 32. Thüringer Wasserkolloquium findet am 11. März 2027 wieder im Erfurter Steigerwaldstadion statt.
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