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01. Oktober 2016

Abschlussbericht Vorkommen und Entfernung von Chromat

W 201403: Untersuchungen zum Vorkommen von sechswertigem Chrom und seiner Entfernung bei der Trinkwasseraufbereitung
Forschungsbericht
Projektbeschreibung

In Deutschland ist nach der Trinkwasserverordnung gemäß Anlage 2, Teil 1, lfd. Nr. 5 ein Grenzwert von 0,05 mg/L Gesamtchrom einzuhalten. 2012 wurde ein im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstelltes Sondergutachten zur „potentiellen Schädlichkeit von Chrom im Trinkwasser“ veröffentlicht. Darin wurde eine Expositions-Risikobeziehung abgeleitet, die zu einer Konzentration an sechswertigem Chrom im Trinkwasser von 0,3 μg/L führt,  unterhalb der ein noch akzeptables Risiko von 10-6 (ein Fall pro eine Million lebenslang Exponierter) unterschritten wäre. Die toxikologische Ableitung enthält Annahmen und Unsicherheiten, die in dem Gutachten ausführlich diskutiert werden.

Gleichzeitig wurde im Jahr 2012 ein durch  den DVGW gefördertes Forschungsvorhaben durchgeführt, in dem erste Informationen zum Vorkommen von sechswertigem Chrom in deutschen Roh- und Trinkwässern gesammelt wurden (DVGW-Forschungsvorhaben W 2/02/11, Download unten). Die Untersuchung von etwa 150 Proben zeigte, dass in Roh- und Trinkwässern in Deutschland Chrom in Konzentrationen zwischen 0,02 und 1 μg/L auftreten kann. In der überwiegenden Zahl der untersuchten Proben trat Chrom in seiner sechswertigen Form auf. Dreiwertiges Chrom wurde nur in sehr wenigen Proben und in sehr niedrigen Konzentrationen nachgewiesen. Sechswertiges Chrom wurde in 43 von 54 Rohwasserproben (80%) und in 43 von 56 Trinkwasserproben (77%) in einer Konzentration über 0,02 μg/L gefunden. Eine detaillierte Betrachtung der Probenahmestellen ergab allerdings nur in wenigen Fällen Hinweise auf mögliche Quellen.

Vor diesem  Hintergrund war es Ziel dieses Forschungsvorhabens, weitergehende Informationen zu den Quellen der Chromatbelastungen, aus denen sich mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Gehalte an sechswertigem Chrom ableiten lassen, zu erhalten. Durch weitere Analysen, aber auch durch die Auswertung von Messergebnissen, die  bei  Wasserversorgern, Gesundheits- und Umweltbehörden vorliegen, sollte das Ausmaß der Betroffenheit deutscher Wasserversorger besser eingeschätzt werden können.

Als mögliche Quelle der Belastung von Grundwässern mit sechswertigem Chrom sollte die Freisetzung aus Böden im Rahmen einer Literaturrecherche betrachtet werden. Darüber hinaus gibt es derzeit kein praxiserprobtes Aufbereitungsverfahren, mit dem sich drei- oder sechswertiges Chrom aus einem Rohwasser entfernen  lässt. Aus diesem Grund sollten erste Untersuchungen zur Prüfung von Möglichkeiten zur Entfernung von Chrom bei der Trinkwasseraufbereitung durchgeführt werden. Um eine Praxistauglichkeit der technischen Maßnahmen zu gewährleisten, sollten  die experimentellen Untersuchungen vom Labormaßstab in klein technische Versuche überführt werden.

Projektpartner

  • Hessenwasser GmbH & CO. KG, Groß-Gerau
  • DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW), Karlsruhe

Förderkennzeichen W 201403

Altes Förderkennzeichen: W 4/02/13

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsbericht wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727
Forschung zum Thema Wasseraufbereitung