Die Studienpreisträger gat/wat 2015

Der DVGW-Studienpreis

Zu seinem 125-jährigen Jubiläum hat der DVGW für die Förderung des Ingenieurnachwuchses im November 1984 den DVGW-Studienpreis gestiftet. Seit über 30 jahren prämiert der DVGW herausragende Abschlussarbeiten des akademischen Nachwuchs im Energie-/Gas- und Wasserfach.
Die Studienpreisträger gat/wat 2015; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka
Einfach ausgezeichnet – Fachkräfte von morgen

Jedes Jahr prämiert der DVGW mehrere Abschlussarbeit, die einen Bezug zur Energie-/Wasserwirtschaft aufweisen, und zeichnet die Studenten so für ihre besondere Leistung aus. Vorschläge für den DVGW-Studienpreis Gas und den DVGW-Studienpreis Wasser können vom Hochschullehrer als auch vom Studenten selbst mit einem kurzen Empfehlungsschreiben des betreuenden Hochschullehrers und dem Bewertungsnachweis eingereicht werden:

DVGW e. V., Hauptgeschäftsstelle, Büro Berlin, Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin

Einreichungsende: 30. April 2017

Verliehen wird der DVGW-Studienpreis an Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, die einen praktischen Bezug zu technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen im Energie-/Gasfach bzw. Wasserfach haben und mit „sehr gut" bewertet worden sind. Darüber hinaus darf der Abschluss der Arbeiten nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Die genauen Voraussetzungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Das jährliche Preisgeld beträgt 10.000 Euro, je 5.000 Euro für das Gas- sowie das Wasserfach.

Die Preisverleihung findet jährlich im Rahmen der großen Branchentreffen gat/wat statt.

DVGW-Studienpreis Gas
DVGW-Studienpreisträger Gas 2016
DVGW-Studienpreisträger Gas 2016; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat am 8. November 2016 auf seinem Jahreskongress gat 2016 in Essen drei herausragende akademische Arbeiten im Bereich Gas prämiert. DVGW-Vizepräsident Michael Riechel nahm die Ehrung der Nachwuchsingenieure vor.

Jannik Breiter hat mit seiner Masterarbeit "Berücksichtigung zukünftiger Flexibilitäten in einem Verfahren zur Strom- und Gasmarktsimulation"  im Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen einen hervorragenden Beitrag auf dem Gebiet des Gasfaches erbracht. Im Rahmen seiner Arbeit ging es um die Erarbeitung und Erweiterung von Modellen und Verfahren zur Simulation der zukünftigen Kopplungen zwischen Strom- und Gassektor.
Markus Roschitz beschäftigte sich in seiner überwiegend experimentell orientierten Masterarbeit, die er am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie erstellt hat, mit der Entfernung von Kohlendioxid aus Biogas durch chemische Absorption in funktionalisierten ionischen Flüssigkeiten. Zielsetzung der Arbeit war es, den spezifischen Energiebedarf von Biogasaufbereitungsverfahren wie druckaufgeladenen Druckwäschern, Membranverfahren, Druckwechseladsorptionsverfahren aber auch konventioneller chemischer Gaswäsche zu reduzieren.
Florian Siebertuntersuchte in seiner an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin erstellten Bachelorarbeit warum der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor bei mehr als 30 Prozent hingegen im Verkehrssektor lediglich bei etwa 5 Prozent liegt. Er beschreibt , dass der wirkungsvollste Hebel zur Emissionsreduktion im Transportsektor in der Berücksichtigung der Vorkette der Kraftstoffherstellung liegt. So ist die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs mit einem Strom-PtG-Mix bereits mit heute vorhandenen Technologien möglich. Seine Arbeit bildet eine Basis für weitere Arbeiten, die sich mit der Dynamik des Stromsystems und den dadurch erforderlichen intermittierenden Betrieb von PtG-Anlagen sowie den indirekten Emissionen der Fahrzeugherstellung beschäftigen.
Studienpreisträger Wasser/Gas 2015
Studienpreisträger Wasser/Gas 2015; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat am 26. Oktober 2015 auf seinem Jahreskongress gat 2015 in Essen vier herausragende akademische Arbeiten im Bereich Gas prämiert. DVGW-Vizepräsident Dr. Thomas Hüwener nahm die Ehrung der Nachwuchsingenieure vor. Der Studienpreis Gas ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Jan Peter Bohnauführte im Rahmen seiner Diplomarbeit, die er am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) erstellt hat, experimentelle Untersuchungen zur katalytischen Entfernung von Sauerstoff mittels Oxidation von Methan unter brennstoffreichen Bedingungen durch. Dieses neuartige Verfahren bietet vor allem bei der Entfernung von größeren O2-Frachten aus einzuspeisendem Biogas ökonomische Vorteile gegenüber dem bisherigen Stand der Technik. Der Fokus der Arbeit lag auf Untersuchungen zur Stabilität der eingesetzten Katalysatoren bei Beaufschlagung mit kritischen Begleitkomponenten von Biogas. Neben den experimentellen Arbeiten im Labor besteht eine Besonderheit der Arbeit aus einer Versuchskampagne an einer bestehenden Biogaseinspeiseanlage. Dies unterstreicht die Praxisrelevanz der Arbeit und die Bedeutung der Ergebnisse für das Gasfach. 
Wiebke Klawon
beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit dem Ausbau eines bestehenden Hochdruckgaszählerprüfstands. Dieser soll derart erweitert werden, dass er in einem geschlossenen Kreislauf durch Ergänzung um einen Verdichter zur Kompensation des Druckverlustes unabhängig von den versorgungstechnischen Randbedingungen der an den Zählerprüfstand angeschlossenen Leitungssysteme betrieben werden kann. Aufgrund einer bestehenden standortübergreifenden Kooperation wurde die Aufgabe für Frau Klawons Masterarbeit im Fachgebiet Fluidtechnik der Technischen Universität Dortmund gestellt. Immatrikuliert war Frau Klawon an der Ruhr-Universität Bochum.
Anselm Strauch betrachtet in seiner an der Universität Duisburg-Essen erstellten Bachelorarbeit das Potenzial großtechnischer Industrieanlagen zur Speicherung von überschüssiger, volatil anfallender, regenerativ erzeugter elektrischer Energie in Form von Methan. Zur Speicherung des synthetisch erzeugten Methans kann die vorhandene Erdgasinfrastruktur genutzt werden. Herr Strauch führte die Standortbetrachtung für eine reale Kokerei durch und bezog dabei die verschiedenen Einbindungsmöglichkeiten der Technik in die Kokerei und die verfügbare Infrastruktur mit ein. In einem weiteren Schritt wurden für den Kokereistandort vier unterschiedliche Konzepte ausgearbeitet und hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit vergleichend bewertet. Hierbei wurde gezeigt, wie durch Nutzung vorhandener Infrastruktur der Industrieanlage ein Speichersystem für erneuerbare elektrische Energie realisiert werden kann, das im Vergleich zu bestehenden Power-to-Gas-Pilotanlagen sowohl eine verbesserte Kosten-, als auch eine erhöhte Energieeffizienz ermöglicht.
Andres Zambrano Garciahat mit seiner an der Fachhochschule Köln und in Zusammenarbeit mit Bosch erstellten Masterarbeit ein aktuelles, innovatives Thema des Gasfachs bearbeitet. Die Masterarbeit zeigt für die Heiztechnik auf, wie im Zeitalter der Digitalisierung und Vernetzung kontinuierlich erfasste Nutzungs- und Anlagendaten zur Optimierung bspw. von Heizungsanlagen beitragen. Dazu werden bestehende Verfahren im Bereich des maschinellen Lernens und der Datenanalyse auf reale Gasheizungsanlagendaten angewendet. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen im Umfeld vernetzter Heizthermen außerordentliches Potenzial für eine Anwendung in der Praxis.
DVGW-Studienpreisträger Gas 2014
DVGW-Studienpreisträger Gas 2014; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der DVGW hat im Jahr 2014 drei Absolventen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten mit dem Studienpreis Gas ausgezeichnet.

Toni Raabehat sein Masterstudium an der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg absolviert. In seiner Abschlussarbeit beschäftigt er sich mit „Untersuchungen eisenhaltiger Gasreinigungsmasse in Bezug auf Sauerstoff- und Schwefel-wasserstoffentfernung“. Dabei wird ein bestehendes Aufbereitungsverfahren für Biogase um die Sauer-stoffentfernung erweitert und auf die Biomethanisierung übertragen. Herr Raabe hat eine exzellente Arbeit auf dem Gebiet der adsorptiven Gasreinigung mit eisenhaltigen Substanzen angefertigt. Die technischen Entwicklungen in diesem Bereich haben eine große Bedeutung für das Erdgas- und insbesondere das Biogasfach, denn sie bieten neue und kostengünstigere Verfahren.
Dominik Schollenberger
hat in seiner Diplomarbeit am Karlsruher Institut für Technologie die „Nutzung von Wabenreaktoren zur Methanisierung bei Power-to-Gas-Prozessen“ untersucht. Im Labor bestimmt er reaktions-kinetische Daten zur Modellierung und Auslegung eines großtechnischen Prozesses. Die experimentellen Ergebnisse und weiterführende theoretische Überlegungen werden mit den Anforderungen des DVGW- Regelwerks an die Einspeisung von Synthetischem Erdgas verglichen, die Potentiale abgeschätzt und Schlüsse für das weitere Vorgehen abgeleitet. Herr Schollenberger liefert eine grundlagenorientierte Leistung mit hohem Praxisbezug, die von großer Wichtigkeit für die weitere technologische Bewertung diverser Power-to-Gas-Konzepte ist. Seine Ergebnisse fließen in laufende und zukünftige Forschungsprojekte am Engler-Bunte-Institut (EBI) und werden u.a. auch für die Auslegung einer Demoanlage zur Wabenmethanisierung verwendet.
Thorsten Zirwes hat seine Bachelorarbeit „Weiterentwicklung und Optimierung eines auf OpenFOAM basierten DNS Lösers zur Verbesserung der Effizienz und Handhabung“ ebenfalls am Karlsruher Institut für Technologie geschrieben. Er entwickelt eine Methode zur direkten numerischen Simulation (DNS) von Verbren-nungsvorgängen weiter und implementiert sie in die Open-Source-Software „OpenFOAM“. Aufgrund der weiten Zeit- und Längenskalen, die bei diesem Verfahren aufgelöst werden müssen, sind Methoden zur direkten numerischen Simulation außerordentlich aufwendig. Mit seiner Programmierung verringert Herr Zirwes die Rechenzeit für die DNS um 60% gegenüber dem aktuellen Stand der Technik. Mit dieser Reduktion und der guten Skalierbarkeit können Probleme aus der Praxis erfolgreich bearbeitet werden, z.B. die Flammenaus-breitung in einer Verbrennungsbombe zur Messung der laminaren und turbulenten Brenngeschwindigkeit von Wasserstoff-Luft-Flammen. Die nummerische Simulation von Verbrennungsvorgängen hat in den letzten Jahren über unterschiedlichste Methoden der „computational fluid dynamics“ (CFD) Eingang in die technische Verbrennung gefunden. Auch Herr Zirwes leistet hier Grundlagenforschung mit hohem Praxisbezug.
DVGW-Studienpreis Wasser
DVGW-Studienpreisträger Wasser 2016
DVGW-Studienpreisträger Wasser 2016; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat am 8. November 2016 auf seinem Jahreskongress wat 2016 in Essen drei junge Hochschulabsolventen für ihre herausragenden akademischen Leistungen mit dem Studienpreis Wasser ausgezeichnet. DVGW-Vizepräsident Dr. Waider nahm die Ehrung der Preisträger vor. Der Studienpreis Wasser ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Uranchimeg Bayarsaikhan untersuchte im Rahmen ihrer Diplomarbeit am Institut für Technischen Umweltschutz der Technischen Universität Berlin, in englischer Sprache, die Auswirkungen des Eintrags von partikulärem organischen Materials (Blätter), auf die Gewässerbeschaffenheit und auf den Prozess der Uferfiltration. Sie führte zahlreiche Versuche im Becherglas und in  kontinuierlich durchflossenen Säulen durch. Dabei setzte sie eine Vielzahl unterschiedlicher Blattmaterielien ein und hat sie hinsichtlich der zu beobachtenden Effekte verglichen. Zusätzlich hat Frau Bayarsaikhan auch den Einfluß der Blätter auf den Abbau ausgewählter Spurenstoffe betrachtet. Aufgrund ihrer Arbeit versteht man jetzt die komplexen Prozesse der Natur besser und kann Aufbereitungsverfahren gezielter optimieren.
Nils Hahn hat sich in seiner Masterarbeit am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Wasserrecycling der Universität Stuttgart mit der Ursachenanalyse der erhöhten Salzpassage der Nanofiltrationsanlage im Wasserwerk Aistaig beschäftigt. Seine Arbeit ist durch einen sehr großen Praxisbezug gekennzeichnet, da seine Untersuchungen an einer realen Aufbereitungsanlage mit echten Prozess- und Analysedaten stattgefunden haben. Durch die Arbeit gewinnt man viele wertvolle Hinweise zu möglichen Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für Membran- und andere Aufbereitungsanlagen.
Sascha Stumpe erstellte im Rahmen seiner Bachelorarbeit am Wirtschaftsinstitut der Hochschule Ruhr West eine exemplarische Analyse des Preismodells der Stadtwerke EVB Huntetal GmbH. Seine Analyse umfaßt historische Verbräuche, Verbrauchergruppen sowie Kosten- und Tarifentwicklung. Hervorzuheben ist seine Analyse des Nachfrageverhaltens bzw. der Entwicklung der Nachfrage für unterschiedliche Kundengruppen. Die Frage der Entwicklung der Wasserabgabe hat eine hohe Bedeutung für Wasserversorgungsunternehmen. Für den Bereich der Haushalte und Kleingewerbe hat Herr Stumpe mit dem multiplen Regressionsmodell eine gute Prognosemethode gefunden, die auch für andere Wasserversorger kurzfristig umsetzbar ist.
Studienpreisträger Wasser/Gas 2015
Studienpreisträger Wasser/Gas 2015; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat am 26. Oktober 2015  auf seinem Jahreskongress wat 2015 in Essen vier junge Hochschulabsolventen für ihre herausragenden akademischen Leistungen mit dem Studienpreis Wasser ausgezeichnet. DVGW-Vizepräsident Dr. Waider nahm die Ehrung der Preisträger vor. Der Studienpreis Wasser ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Dominic Armbruster hat seine Masterarbeit in einer Arbeitsgruppe am TZW Karlsruhe erarbeitet und damit den Master-Abschluss im Fach Water Science an der Universität Duisburg-Essen erworben. In seiner Arbeit untersuchte er praxisnah die bei der Chlorung in der Trinkwasseraufbereitung entstehenden Abbauprodukte eines der meistverbreiteten Pharmazeutika, des Diabetes-Medikaments Metformin. Ziel der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Aufklärung der entstehenden Desinfektionsnebenprodukte zu leisten. Dies umfasst sowohl die Identifikation der beiden wichtigsten Nebenprodukte als auch den dafür relevanten Reaktionsweg. Damit hat Armbruster einen wesentlichen Beitrag für die Praxis der Wasserversorgung geleistet.
Vera Behle beschäftigte sich mit ihrer an der Technischen Universität Darmstadt erstellten Bachelorarbeit mit den Handlungsspielräumen eines Wasserversorgungsunternehmens bei der Grundwasserbewirtschaftung eines Wasserwerkes. Der Handlungsspielraum wird durch zahlreiche rechtliche, technische und die Rohwasserbeschaffenheit betreffende Randbedingungen eingeschränkt. Frau Behle analysiert in ihrer Arbeit zunächst das Steuerregime und die Betriebszustände und stellte im nächsten Schritt verschiedene Bewirtschaftungsszenarien auf und bewertete diese.
Magnus Beyer hat sich in seiner Masterarbeit, die er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen verfasst hat, mit der direkten numerischen Simulation der Mischungsvorgänge in geschichteten Fluiden beschäftigt. Diese Problematik ist insbesondere bei der Flutung der Tagebau-Restlöcher des Braunkohlebergbaus von Bedeutung. Beyer legte in seiner Arbeit besonderes Augenmerk auf die Lokalisierung der Grenzflächen zwischen den Schichten sowie die Bestimmung der Eindringtiefe und der Eindringrate. Durch die direkte numerische Simulation wird ein Beitrag zum Verständnis der Rolle der Turbulenzen bei den Mischungsvorgängen an der Grenzfläche zwischen zwei Fluiden unterschiedlicher Temperatur oder unterschiedlicher Dichte geleistet. Beyers Arbeit ist nicht nur für das Verständnis von Mischungsverhältnissen in geschichteten Flüssigkeiten, sondern auch für die praktische Prognose von hydrologischen Systemen in Seen von großer praktischer Bedeutung.
Jelena Rozova befasste sich vor dem Hintergrund der international stark zunehmenden Entsalzung saliner Wässer mittels Membranfiltration zur Trinkwassergewinnung mit ihrer an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eingereichten Masterarbeit mit der Ausfällung von Gips bei der Umkehrosmose und dem Einfluss von Antiscalants und organischen Wasserinhaltsstoffen. Eine Herausforderung beim Einsatz der Membranfiltration stellt das Membranscaling dar, d.h. die Deposition und das Wachstum von Kristallen auf der Membranoberfläche infolge der Überschreitung der Löslichkeit verschiedener Salze, z.B. Gips. In der Praxis werden dem Rohwasser verschiedene synthetische Zusätze, sogenannte Antiscalants, zugegeben. Diese sollen die Kristallisation relevanter Salze in der Umkehrosmoseanlage sowie auf der Membranoberfläche verhindern. Viele dieser synthetischen Stoffgemische enthalten gewässerschädliche Substanzen, die langfristig durch Alternativen ersetzt werden müssen. Eine standardisierte Methode zur gezielten Untersuchung der unterschiedlichen Formen des Scalings bei der Umkehrosmose und der Wirksamkeit von Antiscalants existiert trotz der stetig wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung von Membranentsalzungsanlagen aktuell nicht. Frau Rozova hat im Rahmen ihrer Masterarbeit erfolgreich zwei voneinander unabhängige Methoden entwickelt, die es ermöglichen, die Einflüsse veränderter Wasserzusammensetzungen auf die Kristallisation und das Scaling schwerlöslicher Salze reproduzierbar zu bewerten. Diese Methoden sind eine essentielle Grundlage für die Entwicklung und Erprobung von nachhaltigen Strategien zur Prävention von Scaling bei der Umkehrosmose.
Studienpreisträger Wasser 2014
DVGW-Studienpreisträger Wasser 2014; © DVGW. Foto: Rolf Otzipka

Der DVGW hat eine Biologin und einen Ingenieur für ihre herausragenden Abschlussarbeiten mit dem Studienpreis Wasser ausgezeichnet.

Eva Uhl hat sich in ihrer Bachelorarbeit am Karlsruher Institut für Technologie mit dem „Vergleich verschiedener Methoden zur Konzentrierung von Bakterien und Viren in Wasser“ beschäftigt. Darin untersucht sie, wie die Extraktion und der anschließende molekularbiologische Nachweis von Bakterien und Viren optimiert werden kann. Uhl hat ein hochaktuelles Thema bearbeitet, da das Potenzial molekularbiologischer Methoden zunehmend auch in der Wasseranalytik genutzt wird und der Nachweis von pathogenen Viren eine gezielte Aufkonzentrierung erfordert. Mit ihrer Arbeit liefert sie einen wichtigen Beitrag für eine verbesserte hygienische Risikoanalyse innerhalb der Wasserwirtschaft. Die Ergebnisse sind bereits in Konferenzbeiträge eingeflossen; eine internationale Publikation ist in Vorbereitung.
Christopher Bickert hat seinen Abschluss im Fachgebiet Wasserversorgung und Grundwasserschutz an der Technischen Universität Darmstadt erworben. In seiner Bachelorarbeit hat er sich mit der „Berechnung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Rohrleitungen nach der Sanierung mit dem Rohreinzugsverfahren“ befasst. Die Arbeit ist in enger Kooperation mit dem Netzbetreiber HSE Netz AG in Darmstadt durchgeführt worden. Dabei war die Sanierung einiger Rohrstränge vorgesehen; anschließend sollte die hydraulische Leistungsfähigkeit des gesamten Netzes überprüft werden. Die Arbeit ging insbesondere mit den detaillierten Kostenbetrachtungen zu den Sanierungsarbeiten deutlich über die Aufgabenstellung hinaus. Auch die HSE zeigte sich von der Arbeit und den wertvollen Ergebnissen beeindruckt und nutzt sie für konkrete Planungen; ein Musterbeispiel für eine sehr gelungene praxisnahe Bachelorarbeit.

Vergaberichtlinien zum DVGW-Studienpreis

  1. Die fachliche Bewertung der Studienarbeiten wird mittels Gutachten durchgeführt. Die DVGW-Hauptgeschäftsführung entscheidet in Abstimmung mit den Vorsitzenden der Technischen Komitees über die Auswahl der Gutachter, sofern diese nicht an der Betreuung oder Begutachtung der eingereichten Abschlussarbeit beteiligt waren. Ist dies der Fall erfolgt die Abstimmung über die Auswahl der Gutachter mit den fachlich zuständigen Bereichsleitern der DVGW-Hauptgeschäftsführung. Pro Arbeit sind zwei Gutachter zu benennen, wovon einer möglichst aus dem wissenschaftlichen Bereich kommen soll, und der andere möglichst aus dem wirtschaftlichen Bereich des Energie- und Wasserfaches.
  2. Gutachter dürfen keine Arbeit eingereicht haben.
  3. Die Gutachter verpflichten sich im Zuge der Erstellung des Gutachtens zu einem sorgfältigen und vor allem vertraulichen Umgang mit der ihnen zur Begutachtung überlassenen Abschlussarbeit. Dies bezieht sich auch auf die Vertraulichkeit der Inhalte der Abschlussarbeit
  4. Die durch die Abschlussart variierende Studiendauer und der damit einhergehende Ausbildungsstand sind bei der Bewertung zu berücksichtigen. Die Bewertungen sind an folgenden Kriterien auszurichten:

    1. Form und Darstellung: Der zu untersuchende Sachverhalt muss klar strukturiert, sowie in sachlicher und sprachlich präziser Art dargestellt sein. Diagramme müssen verständlich und übersichtlich aufgebaut sein. Formale Kriterien wie Schreibweise, Rechtschreibung und Ausdrucksform sind ebenfalls zu berücksichtigen.
    2. Qualitative Behandlung: Unter dem Gesichtspunkt der eigenständigen Behandlung des Themas sind folgende Kriterien zu beachten:

      1. Klare Beschreibung der Aufgabenstellung
      2. Ausreichende Berücksichtigung des Standes der Technik, insbesondere durch Literaturzusammenstellung
      3. Beschreibung des Lösungsweges und der Methodik
      4. Übersichtliche Darstellung und Bewertung der Ergebnisse, Zusammenfassung

    3. Praxisbezug: Die Bedeutung für das Gas- und Wasserfach muss erkennbar sein. Es soll eine aktuelle Fragestellung behandelt werden. Eine kurzfristige Transfer- bzw. Umsetzungsmöglichkeit der Ergebnisse in die Praxis muss erkennbar sein.
    4. Dokumentation der Bewertung: Die Bewertung muss mit einem Votum versehen sein, ob die Arbeit zur Verleihung des Studienpreises empfohlen werden kann.

  5. Die Gutachten werden der Jury vorgelegt. Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:

    1. Vizepräsident des DVGW
    2. Vorsitzender des zuständigen "Arbeitskreises der Dozenten der Hochschulen"
    3. Vorsitzende der zuständigen Technischen Komitees
    4. Vertreter der DVGW-Hauptgeschäftsführung

             Vertreter können benannt werden.

  6. Für die Entscheidung der Jury ist mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich. Die Entscheidungen sind zu protokollieren.
  7. Die Verleihung findet im Rahmen der Gasfachlichen bzw. Wasserfachlichen Aussprachetagungen statt. Sie wird vom Vizepräsidenten des DVGW vorgenommen. Der Preisträger erhält zu dem Preisgeld zusätzlich eine Urkunde.
Geschäftsordnung des DVGW-Studienpreises
  1. Der DVGW verleiht zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach einen Studienpreis.
  2. Der Studienpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.
  3. Der Preis wird in zwei gleichen Teilen von je 5.000 Euro in den Kategorien "WISSENschaft" und "PRAXISnah" für herausragende Diplom-, Master- oder Bachelor-Arbeiten verliehen, die auf dem Gebiet des Energie- und Wasserfaches erstellt wurden. Das Preisgeld kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden.
  4. Die Entscheidung über die auszuzeichnenden Arbeiten sowie die Aufteilung des Preisgeldes obliegt einer Jury.
  5. Voraussetzung für eine Verleihung des Preises ist es, dass die Arbeiten einen praktischen Bezug zu technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen im Energie- und Wasserfach haben und einen Bezug zu den vom DVGW vertretenen Fachthemen. Die Arbeiten müssen mit „sehr gut“ bewertet worden sein.
  6. Vorschläge für die Preisverleihung werden in der Regel von Hochschullehrern eingereicht, die auf dem Gebiet des Energie- und Wasserfaches tätig sind. Vorschläge können unter folgenden Bedingungen auch direkt vom Studierenden eingereicht werden, wenn dieser mindestens eine vom Hochschullehrer unterzeichnete Kurzempfehlung für die Einreichung sowie eine durch den Hochschullehrer erstellte Bestätigung der "sehr guten" Bewertung der Abschlussarbeit beilegt. Der DVGW setzt das Einverständnis des Verfassers der Abschlussarbeit mit der Einreichung durch den Hochschullehrer voraus.
  7. Die Arbeiten müssen mit einer unterzeichneten Kurzempfehlung des Hochschullehrers und mit der Bestätigung der "sehr guten" Abschlussnote durch den Hochschullehrer in dreifacher Print-Ausfertigung bei gasfachlichen Arbeiten bis spätestens 6 Monate vor der Gasfachlichen Aussprachetagung und bei wasserfachlichen Arbeiten bis spätestens 6 Monate vor der Wasserfachlichen Aussprachetagung bei der DVGW Hauptgeschäftsführung vorliegen. Die sich daraus ergebenen Einsendefristen für die Abschlussarbeiten werden auf dieser Seite veröffentlicht. In begründeten Fällen ist eine Fristverlängerung für die Einreichung der Abschlussarbeit möglich. Über die Fristverlängerung informiert der DVGW auf seiner Website www.dvgw.de 
  8. Der Abschluss der Arbeiten sollte zum Zeitpunkt der Einreichung nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Geht der Zeitpunkt des Abschlusses aus der eingereichten Arbeit nicht hervor, so ist dieser durch den Hochschullehrer zusammen mit der Bestätigung der "sehr guten" Abschlussnote der DVGW-Hauptgeschäftsführung zu übermitteln.
  9. Die Preisträger verpflichten zur Veröffentlichung eines Beitrages in der einschlägigen Fachpresse des Energie- und Wasserfaches.
  10. Die Einzelheiten der Vergabe des Studienpreises regeln die Vergaberichtlinien.
  11. Der DVGW bemüht sich um einen sorgfältigen Umgang mit den Abschlussarbeiten. Für beschädigte oder verloren gegangene Exemplare übernimmt der DVGW keine Haftung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  12. Diese Geschäftsordnung ersetzt diejenige in der Fassung vom 06.12.2011.
Ihre Ansprechpartnerin
Bei Fragen zum Studienpreis wenden Sie sich bitte an:
Dr. Antje Rademacher
Büro Berlin

Telefon+49 30 7947 36-70