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01. August 2019

Erhöhte Wassertemperaturen

Untersuchungen zu den Ursachen erhöhter Wassertemperaturen im Trinkwassernetz und Identifizierung von Gegenmaßnahmen (W 201904)
Wasserversorgung in deutschen Haushalten; © Foto: Shutterstock, Natalia Lebedinskaia
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 08.2019 - 07.2022

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: W 201904

In dem Vorhaben Erhöhte Wassertemperaturen werden die komplexen Prozesse der Erwärmung des Trinkwassers untersucht, um so die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren und daraus Handlungsfelder wie Netzbetrieb, Netzplanung, Regelsetzung und Öffentlichkeitsarbeit abzuleiten.

Ziele und Methodik

Ziel des Vorhabens ist es, die komplexen Prozesse der Erwärmung des Trinkwassers zu entschlüsseln und die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren, so dass Konsequenzen für Handlungsfelder wie Netzbetrieb, Netzplanung, Regelsetzung und Öffentlichkeitsarbeit abgeleitet werden können. Hierfür sind folgende Untersuchungen vorgesehen:

  • Durch eine flächendeckende Umfrage bei DVGW-Mitgliedsunternehmen sollen die Erfahrungen der Branche mit erhöhten Wassertemperaturen aufgearbeitet werden. Ebenso wird geprüft, welchen Einfluss verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel geografische Lage, Rohwassersituation, Struktur des Versorgungsgebietes oder Bodenverhältnisse, auf die Wassertemperatur haben.
  • Um herauszufinden, bei welchen Randbedingungen grundsätzlich mit erhöhten Wassertemperaturen im Versorgungssystem zu rechnen ist, wird auch eine Recherche der entsprechenden Fachliteraturdurchgeführt. Die relevanten Faktoren sollen in diesem Schritt identifiziert und bewertet werden.
  • Basierend auf den vorherigen Arbeitsschritten werden grundsätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung oder Verringerung der Wassertemperatur in Versorgungssystemen identifiziert und bewertet. Darüber hinaus werden diejenigen Maßnahmen zusammengetragen und bewertet, die bereits in der Praxis im Einsatz sind. Ebenso wird untersucht, welche Werkzeuge geeignet sind, die Entwicklung der Wassertemperatur im Verteilungssystem zu berechnen. Mögliche Tools sind hydraulische Berechnungsmodelle mit Gütemodul, Klimamodelle oder Bodenmodelle.
  • Geplant ist weiterhin ein Messprogramm bei Wasserversorgern, um reale Temperaturprofile zu erfassen. Die Daten dienen der Bewertung des Temperaturverlaufs, der Verifizierung von Temperaturmodellierungen, der Überprüfung der Angaben im DVGW-Hinweis W 397, zur Entwicklung eines Ansatzes für die Identifizierung von Hotspots sowie zur Bewertung der durch Wasserversorger umgesetzten Maßnahmen gegen erhöhte Wassertemperaturen.
  • In einem weiteren Schritt wird – basierend auf Recherchen und Informationen von Herstellen – die Auswirkung erhöhter Wassertemperaturen auf Komponenten des Trinkwassernetzes (z.B. Rohre, Armaturen, Dichtungen und Verbinder) bewertet.

 

Hintergrund

Erhöhte Wassertemperaturen im Trinkwassernetz sind für Wasserversorgungsunternehmen bereits heute eine große Herausforderung. Dies betrifft genauso rechtliche Aspekte wie die Kommunikation mit dem Kunden aufgrund von Beschwerden über warmes Wasser oder der Diskussion mit dem Bereich Fernwärme. Zunehmend steigt das Interesse an einer Identifizierung von wirkungsvollen Gegenmaßnahmen.

Zwar darf laut Regelwerk im Kaltwasser eine Temperatur von 25 °C, nach maximal 30 Sekunden nach Öffnen der Entnahmestelle, nicht überschritten werden. Seit mehreren Jahren weisen Versorgungsunternehmen jedoch darauf hin, dass an manchen Stellen im Rohrnetz die Trinkwassertemperatur anhaltend über 25 °C liegt. Hieraus ergibt sich eine Diskrepanz zwischen Regelwerk und Praxisrealität. Mit einer Verschärfung der Relevanz dieser Thematik ist somit zu rechnen.

Gesamtziel des Forschungsprojektes ist es, basierend auf umfangreichen Untersuchungen, Grundlagen für verschiedene Handlungsfelder zum Umgang mit der Problematik hoher Wassertemperaturen im Verteilungssystem zu erarbeiten. Dies betrifft zum Beispiel die Kommunikation, die Weiterentwicklung des DVGW-Regelwerkes sowie die Ableitung von Strategien zur Beherrschung der Problematik.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727