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Verschiedenfarbige Rohrleitungen mit Verschraubungen in einer Gasdruck-Regelanlage

01. August 2019

Rohrverbindungs-Bauteile ohne Baumuster-Zulassung

Rohrverbindungs-Bauteile ohne Baumuster-Zulassung in Gasanlagen (GW 201811)
Gasdruck-Regelanlage; © Copyright DVGW
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 09.2018 - 08.2019

Projektstatus: abgeschlossen

Förderkennzeichen: GW 201811

Ziele und Methodik

Im Projekt Prüfmethoden für Verschraubungen wurde untersucht, inwieweit Rohrverbindungsteile ohne Baumusterzulassung in Gasanlagen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Das Arbeitsprogramm war in zwei Arbeitspakete unterteilt:

  1. Laborversuche: In kompletten Systemen wurde überprüft, wie sich nicht zugelassene Verschraubungen in verschiedenen Testszenarios verhalten. Hierzu wurden die Prüfungen angepasst und nach den einschlägigen Normen mit dem kompletten System durchgeführt.
  2. Feldversuche: Es wurden ausgebaute Verschraubungen aus in Betrieb befindlichen Anlagen untersucht. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Verschraubungen ohne Zulassung auch im Realeinsatz keinen Verschleiß aufweisen und diese somit nicht ausgebaut werden müssen, sondern im Feld verbleiben können.

Die Prüfungen wurden entsprechend der gängigen Elastomer-Prüfgrundlagen ausgewählt.

 

Hintergrund und Ergebnisse

In Gasversorgungsanlagen werden vielfältige Rohrverbindungssysteme eingesetzt, die für die Anwendung zugelassen bzw. zertifiziert sein müssen. Die Zulassung bzw. Zertifizierung erfolgt auf Basis von Baumusterprüfungen und Konformitätsbewertungen nach dem entsprechenden Regelwerk, z. B. der Druckgeräteverordnung und den anwendbaren Produktnormen. In manchen Anlagen wurden in der Vergangenheit jedoch Verschraubungen eingesetzt, die keine Baumuster-Zertifizierung erhalten hatten. Die eingesetzten elastomeren Werkstoffe der Dichtung hatten die Zertifizierungsprüfungen nicht mit Erfolg durchlaufen. Nach Angaben der Hersteller und auch der Anwender sind diese Werkteile aber dennoch sehr gut geeignet und werden auch bislang ohne Probleme eingesetzt.

Im Projekt Rohrverbindungs-Bauteile ohne Baumuster-Zulassung in Gasanlagen wurde deshalb eine Methode entwickelt, mit der geprüft werden kann, ob schon verbaute Elemente langfristig den betrieblichen Anforderungen Stand halten. Ziel war es, eine Empfehlung geben zu können, ob diese Systeme in den Gasdruckregelanlagen das hohe Sicherheitsniveau der Anlagen nicht negativ beeinträchtigen und entsprechend verbleiben können, oder durch Systeme ausgetauscht werden sollen, deren Elastomere die gängigen Normen erfüllen.

Die durchgeführten visuellen Untersuchungen und physikalisch-chemischen Tests haben gezeigt, dass die Verschraubungen als System keinerlei Sicherheitsrisiko darstellen und somit in den Anlagen verbleiben können, sofern diese verbaut wurden. Es konnte weiterhin gezeigt werden, dass die Verschraubungen auf vollständige Sicherheit geprüft werden können. Daher wird empfohlen, die beschriebene Vorgehensweise mit den Prüfungen von Elastomerdichtungen in der Norm DIN 3387-1:2008 zu implementieren.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Frederik Brandes
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-844
Forschung zum Thema Netzbetrieb Gas