Im chemischen Labor des DBI Leipzig
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 02.2021 - 01.2023

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: G 202013

Ziele und Methodik

Im Mittelpunkt von Zukunft Fernwärme stehen Gastechnologien, die auch nach dem Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 die Versorgungssicherheit bei Strom und Fernwärme gewährleisten. Im ersten Projektabschnitt werden folgende Daten erhoben:

  • Regionen mit Kohlekraftwerken, die vom Kohleausstieg betroffen sind
  • Eigenschaften der an die Kohlekraftwerke angeschlossenen Wärmenetze (inkl. Wärmeleistung, Netzlänge und abgesetzten Wärmemenge)
  • Regionalklassen (urban, städtisch und ländlich) und Leistungsklassen der identifizierten Netze
  • Leistungsklassen der Stromproduktion aus Kraft-Wärme-Kopplung und Relevanz für die stromseitige Versorgungssicherheit

Im nächsten Schritt werden die möglichen Ersatztechnologien zur Wärmebereitstellung erhoben. Hierbei werden sowohl Technologien der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als auch zur reinen Wärmebereitstellung betrachtet und gasbasierte Energieträger gezielt mit anderen Energieträgern verglichen. die identifizierten Ersatztechnologien zur Substitution kohlebefeuerter KWK-Anlagen bewertet. 

Abschließend werden die Umrüstpotenziale von Kohlekraftwerken auf gasbasierte Technologien erhoben. Ziel ist es, einen Wärme-Atlas mit derzeitigen Wärmenetzen und möglicher Ausbau- sowie Umrüstszenarien zu erstellen. Betrachtet werden dabei auch die Synergien mit vorhandenen Strom- und Gasnetzen zur Ermittlung geeigneter Standorte. Analog zu den Wärmenetzen werden entsprechende Ausbau- und Umrüstungsszenarien auch für Stromnetze erarbeitet. 

 

Hintergrund

Im Hinblick auf die europäischen und deutschen Klimaziele muss der Energiebedarf aus alternativen, CO2-ärmeren Quellen gedeckt werden. Aus diesem Grund hat Deutschland den Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 beschlossen. Allerdings entfallen dadurch nicht nur erhebliche Erzeugungskapazitäten für Strom, sondern auch an Fernwärme, die bisher in Kohlekraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt werden. Um hier weiterhin für Versorgungssicherheit zu sorgen, ist es notwendig, alternative Versorgungskonzepte zu finden. Ziel des Projekts Zukunft Fernwärme ist es deshalb, die bestehenden Kapazitäten zusammenzustellen und zu klassifizieren.

Je nach Anlage und Struktur des versorgten Fernwärmegebiets sollen dann alternative, auf Erdgas basierte Versorgungskonzepte ermittelt und die Auswirkungen auf die Wärme- und Stromversorgung sowie den Arbeitsmarkt bewertet werden. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf der zukünftigen Wasserstofftauglichkeit von Kraftwerken und KWK-Anlagen. Am Ende des Vorhabens stehen neue regions- und strukturabhängige Versorgungskonzepte für Nah- und Fernwärme. 

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Michael Walter
Hauptgeschäftsstelle / R&D Innovation Programme Hydrogen

Telefon+49 228 91 88-845
Forschung zum Thema Wärmemarkt