Mobilität mit Gas und LNG – klimaschonende Kraftstoffe

Als emissionsarme Alternative zu den herkömmlichen Kraftstoffen im Mobilitätssektor gewinnt Liquefied Natural Gas (LNG) zunehmend an Bedeutung. Sein Einsatz kann deutlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen – zumal LNG auch Bio-LNG beigemischt werden kann.

Mobilität mit Gas und LNG; © Foto: CC0-Lizenz

LNG und Mobilität

Saubere Alternativen für Schifffahrt und Schwerlastverkehr

Mit rund 200 Millionen Tonnen CO2 verursacht der Mobilitätssektor im Jahr 25 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands. Wegen seines Emissionsminderungspotentials bietet der Einsatz von Gas und Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) hier erhebliche Chancen. In See- und Binnenschifffahrt und in besonderem Maße im Schwerlastverkehr auf der Straße ist LNG eine saubere Alternative zu den auf Heavy Fuel Oil, Marine Gas Oil bzw. Diesel basierten Antriebskonzepten. Im Individualverkehr wird Gas-Mobilität über den CNG-Pfad (komprimiertes Erdgas) schon seit vielen Jahren eingesetzt. Weltweit sind rund 17 Millionen Erdgasfahrzeuge unterwegs.
Mit rund 200 Millionen Tonnen CO2 verursacht der Mobilitätssektor im Jahr 25 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands. Wegen seines Emissionsminderungspotentials bietet der Einsatz von Gas und Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) hier erhebliche Chancen. In See- und Binnenschifffahrt und in besonderem Maße im Schwerlastverkehr auf der Straße ist LNG eine saubere Alternative zu den auf Heavy Fuel Oil, Marine Gas Oil bzw. Diesel basierten Antriebskonzepten. Im Individualverkehr wird Gas-Mobilität über den CNG-Pfad (komprimiertes Erdgas) schon seit vielen Jahren eingesetzt. Weltweit sind rund 17 Millionen Erdgasfahrzeuge unterwegs.
Bundesregierung setzt klares Zeichen für Erdgasmobilität

Das Bundeskabinett hat am 15. Februar 2017 die Verlängerung der Steuerbegünstigung für komprimiertes und verflüssigtes Erdgas (CNG und LNG) als Kraftstoff bis zum Jahr 2026 beschlossen. Zunächst soll die Steuerermäßigung im gleichen Umfang wie bislang fortgeschrieben werden, ab 2024 greift dann eine Degression. Der DVGW begrüßt die Fortsetzung der Energiesteuerermäßigung.

Bundesregierung setzt klares Zeichen für Erdgasmobilität

DVGW begrüßt Fortsetzung der Energiesteuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff

Mobilitätskonzepte mit komprimiertem Gas (CNG)

Compressed Natural Gas (CNG) ist eine ausgereifte und etablierte Technik zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Der DVGW forscht nach Lösungen und Wegen, die die Etablierung und ein nachhaltiges Wachstum von CNG-Anwendungen im Mobilitätssektor fortsetzen. Hierfür sind die Potenziale der erneuerbaren Gase und der Power to Gas-Verfahren als strombasierte Kraftstoffe zu untersuchen. Diese Anwendungen erweitern die Integrationsmöglichkeiten regenerativer Energien in unsere Energiesysteme erheblich. Sie erlauben eine räumlich und zeitlich verschobene Nutzung mit deutlich höherer Wertschöpfung.

Um die Verringerung lokaler Emissionen und Feinstaubbelastungen fortzusetzen, werden CNG-Technologien weiter entwickelt – mit Hilfe von lokalen und regionalen DVGW-Programmen. In diesem Rahmen werden auch Forschungen zur Gasbeschaffenheit und deren Auswirkungen auf CNG-Technologien und Komponenten geführt. Basierend auf Power to Gas-Verfahren ist die Wasserstoffmobilität besonders klimaschonend und hält ebenfalls ein hohes Dekarbonisierungspotenzial bereit. Aus diesem Grund setzt sich der DVGW für weitere branchenübergreifende Forschungsprojekte – insbesondere zu Fragen der Infrastruktur – mit den involvierten Organisationen ein.

Mobilitätskonzepte mit Flüssigerdgas (LNG)

LNG gewinnt in der Diversifizierung der Erdgasversorgung zunehmend an Bedeutung. Vor allem im Mobilitätssektor (Schwerlastverkehr, Seetransport, Binnenschifffahrt) dient es als Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen. Der Einsatz von LNG-Antriebstechnologien zeichnet sich vor allem durch die Reduzierung klimaschädlicher Emissionen aus. Im Vergleich zu Diesel werden Schwefeloxid-Emissionen und Feinstaub um fast 100 Prozent, Stickoxid-Emissionen um 80-90 Prozent und der CO2-Ausstoß um fast 25 Prozent reduziert. Auch die um 50 Prozent verminderten Lärmemissionen prädestinieren LNG als zukunftsweisenden Kraftstoff.

In der See- und Binnenschifffahrt und besonders im Schwerlastverkehr auf der Straße ist LNG eine saubere Alternative zu bestehenden Antriebskonzepten. Mit seinen Emissionsminderungspotenzialen kann LNG deutlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Diese positiven Klimaeffekte können durch die Beimischung von Bio-LNG nochmals verbessert werden. Bereits jetzt entfallen rund 25 Prozent aller Erdgastransporte auf LNG, 2035 werden es bis zu 50 Prozent sein. LNG ist der Energieträger mit den dynamischsten Zuwachsraten. Der DVGW unterstützt diese zukunftsweisende und klimaschonende Gastechnologie und begleitet die Einführung wissenschaftlich mit dem Forschungscluster LNG / Mobilität.

Gemeinsam mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Brancheninitiative Zukunft Erdgas ist der DVGW zudem Initiator und Träger der Ende 2015 gegründeten LNG Taskforce für schwere Nutzfahrzeuge. Als Teil der Initiative Erdgasmobilität wollen die Partner gemeinsam Markthindernisse abbauen und damit den Aufbau einer Mindestinfrastruktur unterstützen. Bislang fehlte hierfür in Deutschland eine entsprechende nationale Kompetenzstelle. Diese Lücke wird die Taskforce unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) schließen.

Special zu LNG
Fachartikel und Stellungnahmen sowie gemeinsames Editorial von Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der dena und Dr. Timm Kehler, Geschäftsführer Zukunft ERDGAS e. V. zur Gründung der LNG-Taskforce.
Der DVGW hat im Auftrag der Taskforce LNG für schwere Nutzfahrzeuge (Kooperation der Deutschen Energie-Agentur (dena), Zukunft Erdgas und DVGW) nachfolgende Broschüre herausgegeben:
LNG-Forschungsprojekte und -vorhaben

Unter der Leitung von Dietrich Gerstein beschäftigt sich das Forschungscluster mit den Voraussetzungen und Technologien, die für eine flächendeckende Einführung der LNG-Konzepte in Deutschland nötig sind. Diese Konzepte werden in einer Roadmap gebündelt. Ergänzt wird die Roadmap von Forschungsarbeiten, die sich mit einer Potenzialanalyse zu LNG- und Bio-LNG-Mengen beschäftigen und die Auswertung von Logistikketten und Treibhausgasreduktionen zum Gegenstand haben.

Durch diesen ganzheitlichen Ansatz wird auch die Integration von LNG in zukünftige Energieversorgungskonzepte betrachtet. Im sogenannten Inselbetrieb werden festinstallierte oder mobile LNG-Anlagen betrieben, ohne diese an ein landesweites öffentliches Gasnetz zu schließen. Für Deutschland mit seiner hohen Gasnetzdichte ist dies nur bedingt wichtig. Dennoch ist die Anwendung von LNG zur Versorgung von Regionen oder Unternehmen im Inselbetrieb insofern von hoher Relevanz, als dass die Ergebnisse der Forschungsprojekte hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit relevant werden seien.

Das Forschungscluster Gas-Mobilität ist dem Innovationskreis Gas zugehörig und untersucht ebenfalls die Überprüfung des Stands der DVGW-Regelwerke und Standards für LNG-Technologie. Somit werden die Grundlagen geschaffen, die die Markteinführung von LNG als Kraftstoff zu erleichtern werden. Die Aufgabe des Innovationskreises Gas ist die Initiierung, Bewertung, Priorisierung und die Sicherstellung der Kommunikation der jeweiligen Forschungsthemen.

Downloads zur Potentialanalyse LNG

In der Potenzialanalyse werden in einer detaillierten Untersuchung der Stand der Technik und Wissenschaft zum Einsatz von kleinmaßstäblichen LNG in der Mobilität zusammengestellt. Den Schwerpunkt der Untersuchungen bilden technisch-wissenschaftliche Fragestellungen, die sowohl die Strategieentwicklung der Task Force LNG als auch die DVGW-internen Aktivitäten zum Gegenstand haben.

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Ihr Ansprechpartner
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Forschungsthema Mobilität mit Gas und LNG haben, können Sie uns telefonisch oder per-Email erreichen.
Frederik Brandes
Bereich Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-844
Fax+49 228 91 88-92-844