Strahlenschutzrecht und Radon am Arbeitsplatz

Für Arbeitsumgebungen gelten eigene Grenzwerte für die Konzentration von Radon in der Luft. Bei der Überarbeitung des europäischen Strahlenschutzrechts ist die natürlich vorkommende Radioaktivität in Rückständen in den Fokus gerückt.Für die Wasserwirtschaft ist dies insbesondere in Bezug auf die Wasserwerksrückstände wichtig.
Strahlenschutzrecht; © Copyright CC0-Lizenz
Änderung des Strahlenschutzrechts

Die Richtlinie 2013/59/EURATOM ist bis zum Februar 2018 in nationales Recht umzusetzen. Hierzu hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung vom 14.09.2016 den Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt.

Die dort gemachten Änderungen im Strahlenschutzrecht sind für die Wasserversorgung relevant, da es erstmalig eine Aufnahme von NORM (naturally-occurring radioactive material) und Nennung von „Kiese, Sande, Harze und Kornaktivkohle aus der Grundwasseraufbereitung“ als überwachungsbedürftige Rückstände gibt. Zudem werden Änderungen im Arbeitsschutz bei Radonexposition vorgenommen.
Der DVGW hat zum Referentenentwurf eine Stellungnahme abgegeben.

zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung vom 14.09.2016

Radon am Arbeitsplatz im Wasserwerk

Strahlenschutzrechtliche Überwachungspflicht

Mit den Regelungen der Strahlenschutzverordnung wurden 2001 Grenzwerte für die Radonexposition an Arbeitsplätzen wirksam. Auch Anlagen der Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung werden als Arbeitsfelder aufgelistet, "bei denen erheblich erhöhte Expositionen durch natürliche terrestrische Strahlungsquellen auftreten können". Der DVGW hat hierzu für die Wasserversorgungsunternehmen Empfehlungen und Informationen für die nach StrlSchV geforderte Abschätzung der Arbeitsplätze (§ 95) bereit gestellt.

Das erste Informationsschreiben des Arbeitskreises "Strahlenschutz" erläutert physikalische Hintergründe, informiert über die neuen gesetzlichen Regelungen und die Konsequenzen für die Wasserversorgungsunternehmen. Das zweite Schreiben erklärt, wie eine Abschätzung der Arbeitsplätze erfolgen kann und was bei Radon-Messungen zu beachten ist. Weiterhin werden Adressen von Messstellen und den zuständigen obersten Landesbehörden genannt. Das dritte Informationsschreiben macht auf eine nachträgliche Änderung im Inhalt des ersten Informationsschreibens aufmerksam.

Weiterhin kann hier das "Merkblatt Strahlenschutz" der Berufsgenossenschaft der Gas-, Fernwärme- und Wasserwirtschaft als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Ansprechpartnerin
für fachliche Fragen zum Strahlenschutzrecht
Dr. Karin Gerhardy
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 91 88-653