NEU: Bitte auf den Obermenüpunkt klicken!

Strahlenschutz: Wasserwerksrückstände und Radon am Arbeitsplatz

Für Arbeitsumgebungen gelten eigene Grenzwerte für die Konzentration von Radon in der Luft. Bei der Überarbeitung des europäischen Strahlenschutzrechts ist die natürlich vorkommende Radioaktivität in Rückständen in den Fokus gerückt. Für die Wasserwirtschaft ist dies insbesondere in Bezug auf die Wasserwerksrückstände wichtig.

Strahlenschutzrecht; © Copyright CC0-Lizenz
Änderung des Strahlenschutzrechts

Strahlenschutzgesetz

Das Strahlenschutzrecht wurde revidiert. Die europäische Richtlinie 2013/59/EURATOM wurde mit dem Strahlenschutzgesetz 2017/2018 in nationales Recht umgesetzt. Am 5. Dezember 2018 ist die Verordnung zur weiteren Modernisierung des Strahlenschutzrechts im Bundesgesetzblatt verkündet worden und ist am 31.12.2018 in Kraft getreten. Mit der Verordnung, die eine Reihe von Einzelverordnungen enthält, wird das deutsche Strahlenschutzrecht fortentwickelt.

Insbesondere die enthaltene Strahlenschutzverordnung ist aufgrund der Aufnahme von NORM (naturally-occurring radioactive material) für die Wasserversorgung relevant. Sie benennt als neue Parameter Kiese, Sande, Harze und Kornaktivkohle aus der Grundwasseraufbereitung als überwachungsbedürftige Rückstände. Dies bedeutet für die Wasserversorger, die Grundwasser aufbereiten, dass sie nachweisen müssen, dass sie mit ihren anfallenden Produktionsabfällen (Rückständen) die Vorgaben des Strahlenschutzrechts einhalten.
Der DVGW erarbeitet als Hilfestellung das Arbeitsblatt W 256, das den Umgang und die Verwertung von Produktionsabfällen bei der Wasseraufbereitung von Grundwässern oder oberflächenwasserbeeinflussten Grundwässern im Hinblick auf die Gehalte an Radionukliden und die Vorgaben des Strahlenschutzrechtes regelt und ausführt. Es gibt dem Wasserversorger Hinweise zur Messung und Entsorgung sowie zu der Umsetzung der Vorgaben des Strahlenschutzrechts. Zu beachten ist, dass Rückstände im Sinn des Strahlenschutzrechts nicht gleichbedeutend mit Rückständen aus den in den DVGW-Arbeitsblättern der W 221-Reihe und des DVGW-Merkblattes W 222 sind.

Im Arbeitsblatt sollen auf Basis des DVGW-Forschungsprojektes W 2-02-14 „Datenerhebung für eine Expositionsabschätzung gegenüber ionisierender Strahlung für Wasserwerksrückstände“, das in Zusammenarbeit von TZW und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde, Hinweise zur Expositionsabschätzung gegeben werden.

Radon am Arbeitsplatz im Wasserwerk

Strahlenschutzrechtliche Überwachungspflicht

Für die durch das neue Strahlenschutzrecht leicht geänderten Vorgaben zu Radon im Hinblick auf den Arbeitsschutz wird es eine Aktualisierung der Informationen des DVGW zu den Änderungen der Strahlenschutzverordnung geben.

Mit den Regelungen der Strahlenschutzverordnung wurden 2001 Grenzwerte für die Radonexposition an Arbeitsplätzen wirksam. Auch Anlagen der Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung werden als Arbeitsfelder aufgelistet, "bei denen erheblich erhöhte Expositionen durch natürliche terrestrische Strahlungsquellen auftreten können". Der DVGW hat hierzu für die Wasserversorgungsunternehmen Empfehlungen und Informationen für die nach StrlSchV geforderte Abschätzung der Arbeitsplätze (§ 95) bereit gestellt.

Das erste Informationsschreiben des Arbeitskreises "Strahlenschutz" erläutert physikalische Hintergründe, informiert über die neuen gesetzlichen Regelungen und die Konsequenzen für die Wasserversorgungsunternehmen. Das zweite Schreiben erklärt, wie eine Abschätzung der Arbeitsplätze erfolgen kann und was bei Radon-Messungen zu beachten ist. Weiterhin werden Adressen von Messstellen und den zuständigen obersten Landesbehörden genannt. Das dritte Informationsschreiben macht auf eine nachträgliche Änderung im Inhalt des ersten Informationsschreibens aufmerksam.

Weiterhin kann hier das "Merkblatt Strahlenschutz" der Berufsgenossenschaft der Gas-, Fernwärme- und Wasserwirtschaft als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Strahlenschutz bei Arbeiten von Fremdfirmen in Wasserwerken - Vermeidung von Organisationsverschulden

Ansprechpartnerin
für fachliche Fragen zum Strahlenschutzrecht
Dr. Karin Gerhardy
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 91 88-653