Meldung vom 10.12.2019

Um 40 Prozent muss der Verkehrssektor seine CO2-Emissionen bis 2030 senken; bis 2050 sollen fossile Kraftstoffe, bei deren Verbrennung das schädliche CO2 entsteht, durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Für Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein ist klar: Ohne Energiewende gibt es keine Klimawende im Verkehr. Das ist auch das zentrale Ergebnis einer kürzlich vom ADAC durchgeführten Studie. Und weiter: In der Golfklasse weisen aktuell Erdgasfahrzeuge mit 15 Prozent Biomethan die beste Treibhausgas-Bilanz aus. Für die Studie wurden alle relevanten Energieaufwendungen der alternativen Antriebsformen Gas, Strom, Wasserstoff und E-Fuels mit Benzin- und Dieselmotoren verglichen.

Dieses Ergebnis der ADAC-Studie war zugleich eine Steilvorlage für den Runden Tisch Gasmobilität in NRW, den die Landesgruppe NRW gemeinsam mit der Energieagentur.NRW am 5. Dezember 2019 in Düsseldorf ausrichtete. Der Runde Tisch bringt regelmäßig engagierte Vertreter aus Verbänden, Fahrzeugherstellern, Energieversorgern, Händlern, Logistik- und Verkehrsbetrieben mit Experten der Branche zusammen. Ihr Ziel ist, den Beitrag, den Gas für das Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehr leisten kann, vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und Erkenntnisse gemeinsam zu diskutieren und Handlungsempfehlungen daraus für Entscheider aus Politik und Wirtschaft abzuleiten.

Grund für gesteigerten Optimismus ist das Studienergebnis jedoch nicht. Denn trotz einiger Erfolge wie Steuerermäßigungen bei Gas-PKW oder die Förderung und Mautbefreiung für Gas-LKW setzt die Politik laut Mobilitätsexperte Dr. Dietrich Gerstein falsche regulatorische Anreize. Dazu zählen die Tank-to-Wheel-Betrachtung ebenso wie das Messen der Treibhausgasemissionen im Auspuff. Erforderlich seien eine Well-to-wheel Betrachtung, Anreize für grüne Gase ebenso wie die Anrechenbarkeit von Gasfahrzeugen auf die Klimaschutzwirkung der Flotte.

Für die Zukunftsfähigkeit von Gasantrieben ist der zunehmende Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen wie Biomethan ein entscheidender Faktor. Einen umfassenden Überblick über Gesetzesrahmen und Marktsituation der Biokraftstoffe und ihr CO-Einsparpotenzial gab Uwe Bauer, E.ON Bioerdgas GmbH. Er bescheinigte ihnen ein hohes Zukunftspotenzial unter der Voraussetzung, dass die Politik klare, einfache und verlässliche Regelungen für Biomethan als Kraftstoff vorgebe.

Praxisorientierte Vorträge aus den Themenbereichen „Allgemeine Informationen und Rahmenbedingungen“, „Fahrzeugangebote“, „Tankstelleninfrastruktur und Kraftstoffe“ sowie „Anwendergruppen“ komplettierten die Agenda. Auch für 2020 ist ein Runder Tisch Gasmobilität in NRW geplant.

Vielfalt und Nachhaltigkeit – Rückblick auf Mai 2019

Im Mittelpunkt des Rundes Tisches Gasmobilität in NRW am 15. Mai 2019 in Essen stand unter anderem die Ende 2018 erfolgte gesetzliche Verabschiedung der Mautbefreiung für gasbetriebene LKW. Die Teilnehmer waren optimistisch, dass die Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium in künftigen Beschaffungsprozessen wird und nicht allein Kosten ausschlaggebend sein werden. Auch im PKW-Bereich herrschte unter den Teilnehmern Optimismus: Autohersteller SEAT hat die Reichweite seiner Fahrzeuge auf rund 400 Kilometer weiter verbessert; neue Gasfahrzeuge wie Mini-SUV runden die Modellpalette ab. Die Hersteller seien nun gefordert, die Verfügbarkeit des vielfältigen Angebotes sicherzustellen, mahnten Händlervertreter. Denn auch im Autohandel habe eine Denkwende eingesetzt.

Ansprechpartner
Bei Fragen zu Inhalten, Ort und Termin des nächsten Treffens 2020
Heinz Esser
DVGW-Landesgruppe NRW

Telefon+49 228 91 88-976
Bei Fragen zur Meldung
Sabine Wächter
Hauptgeschäftsstelle / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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