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Die Jury des Innovationspreises Neue Gase hat die Nominierten bekanntgegeben

07. September 2026

Innovationspreis Neue Gase: Bekanntgabe der Nominierten

Die Jury nominiert neun Projekte in drei Kategorien. Die Preisverleihung findet am 9. November 2026 in Berlin statt.
Die Jury des Innovationspreises Neue Gase hat die Nominierten bekanntgegeben; © AdobeStock/zeeclock1

Neue Gase sind bereits heute ein wichtiger Bestandteil für die Transformation des Energiesystems. Sie verbinden Versorgungssicherheit mit Systemflexibilität und Klimaschutz – Aspekte, die angesichts geopolitischer Spannungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um innovative Ansätze zu fördern, die die Transformation voranbringen und einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten, vergeben die Verbände BDEW, DVGW und Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft den Innovationspreis Neue Gase. Auch in diesem Jahr werden drei Kategorien ausgezeichnet: Erzeugung, Transport und Infrastruktur sowie Anwendungstechnologien.

Zahlreiche Unternehmen aus der Energiewirtschaft und Industrie sowie Forschungseinrichtungen und Start-ups haben sich um den Innovationspreis Neue Gase beworben. Von Mai bis Juli wurden über 40 Bewerbungen eingereicht – von Start-ups über Forschungseinrichtungen bis hin zu Industriekonzernen. Ausschlag-gebend für die Auswahl der Jury waren unter anderem die Klimawirkung und der Systemnutzen der Projekte. Darüber hinaus spielten Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit, sowie die konkrete Umsetzbarkeit eine wichtige Rolle. Die Jury hat nun in den drei Kategorien jeweils drei Projekte nominiert.

„Wir waren bei der Auswahl besonders von der technologischen Vielfalt der Bewerbungen beeindruckt. Die eingereichten Projekte reichen von innovativen Forschungsergebnissen bis hin zu wirtschaftlich umsetzbaren Komplettlösungen“, erklärt der Jury-Vorsitzende Prof. Dr.-Ing. Albert Moser vom IAEW der RWTH Aachen. „Bei der Auswahl der Nominierten wurde deutlich, dass die Branche den Weg zur Klimaneutralität bereits eingeschlagen hat und diesen trotz der jüngsten Unsicherheiten konsequent verfolgt. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, den ausgewählten Nominierten mit dem Innovationspreis eine zusätzliche Bühne und Aufmerksamkeit zu verschaffen.“

Neben dem Vorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Albert Moser von der RWTH gehören Sylwia Bialek-Gregory vom EWI, Klaus Ulrich Hachmeier von Copenhagen Infrastructure Partners und Felix Müsgens von der BTU Cottbus der Jury als externe Mitglieder an. Mit Ilka Gitzbrecht vom BDEW, Frank Gröschl vom DVGW, und John Werner von Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, sind zudem Vertreter der Trägerverbände in der Jury vertreten, die ihre Expertise aus der Branche in die Bewertung einbringen.

Auch in diesem Jahr gibt es für alle Nominierten zudem die Möglichkeit den Publikumspreis zu gewinnen. Über diesen kann im Rahmen der Innovationswochen vom 21. September bis zum 15. Oktober unter innovationspreis-neue-gase.de abgestimmt werden.
 

Die Nominierten nach Kategorien:

Erzeugung

Demonstrationsanlage für Ammoniak-Spaltung Scholven – Uniper Hydrogen, thyssenkrupp Uhde
Am Kraftwerksstandort Scholven entsteht eine industrielle Demonstrationsanlage zur Ammoniak-Spaltung. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative von Uniper und thyssenkrupp Uhde und hat das Ziel, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Erzeugung von Wasserstoff aus Ammoniak zu demonstrieren. Nach der in Q4 2026 startenden Inbetriebnahme, soll sie täglich bis zu 28 Tonnen Ammoniak zu rund vier Tonnen reinem Wasserstoff verarbeiten. Baugleiche Komponenten sollen die Übertragung auf großindustrielle Anlagen ermöglichen.

METHANICA – METHANICA, Nefigmann, LUCRAT
In einem Container wandeln spezielle Mikroorganismen CO₂ und grünen Wasserstoff bei nur 55°C in einspeisefähiges e-Methan (RFNBO) um. Die biologische Methanisierung benötigt weder Edelmetalle noch eine Rohgas-Vorreinigung, folgt flexibel dem Stromangebot und lässt sich durch weitere Module skalieren.

Reversibles Kraftwerk für flexible Energie aus Biogas – Biomethananlage Mühlacker, Reverion
Eine containerbasierte Anlage wandelt Biogas mit 74,2 Prozent Wirkungs-grad in Strom um und kann ihren Prozess umkehren: Mit überschüssigem Ökostrom entstehen grüner Wasserstoff oder synthetisches Methan aus biogenem CO₂. So verbindet sie Stromerzeugung, Energiespeicherung und CO₂-Nutzung.
Transport und Infrastruktur

CMI & Green Octopus – EMPIT, ONTRAS Gastransport
Drohnengestützte Magnetometrie erfasst Lage, Tiefe, Geometrie und Anomalien erdverlegter Gasleitungen von der Oberfläche aus. Bei einer ONTRAS-Ferngasleitung reduzierte sie den Bedarf von rund 300 auf 33 Aufgrabungen und bereitete die Bestandsleitung kostengünstig auf die Umstellung auf Wasserstoff vor.

Gasanalysatoren zur H2-Messung – Archigas
Kompakte Sensoren bestimmen den Wasserstoffanteil direkt und kontinuier-lich im laufenden Prozess. Sie reagieren in 30 Millisekunden, erfassen Konzentrationen von kleinsten Spuren bis zu reinem Wasserstoff, sind für hohe Drücke geeignet und machen Probenahmen sowie externe Gasaufbereitung entbehrlich.

HyStorage – Uniper Energy Storage, Open Grid Europe, RAG Austria, NAFTA, SEFE
Am Speicherstandort Bierwang untersucht Deutschlands erstes praxisnahes Forschungsprojekt mit realen Messdaten, ob Wasserstoff sicher und langfristig in porösen Gesteinsformationen gespeichert werden kann. Die Ergebnisse zeigen, wie unterschiedliche Konzentrationen auf den Untergrund wirken, und schaffen Grundlagen für großvolumige Energiespeicher.

 

Anwendungstechnologien

BrEEga: Resiliente Prozesswärme für die Energiewende – Gas- und Wärme-Institut Essen, Friedrich Ley, BASF, SENSIRION
Ein industrietaugliches Brennersystem nutzt Wasserstoff, Rohbiogas, SNG, Ammoniak, Prozessgase oder Erdgas und arbeitet emissionsarm. Unternehmen können ihre Prozesswärme schrittweise defossilisieren, ohne sich früh-zeitig auf einen Energieträger festlegen zu müssen.

CapConcept – VNG, BALANCE, DBFZ, UFZ, SHN
Das Capraferm®-Verfahren soll an bestehenden Biogasstandorten integriert werden. Neben Biogas entstehen so biobasierte mittelkettige Carbonsäuren als Grundchemikalien, die bspw. in Kosmetika anstelle von fossilen oder im-portieren Rohstoffen genutzt werden können. Die Verbindung stofflicher und energetischer Biomassenutzung schafft neue Wertschöpfung und kann die CO₂-Emissionen gegenüber herkömmlichen Verfahren um bis zu 75 Prozent senken.

Mehrstoffheizkessel für Wohngebäude – DNV, GasTerra, Stedin, Intergas, Bekaert
Der brennstoffadaptive Heizkessel passt sich automatisch an Erdgas, Wasserstoff und Gasgemische an. Dadurch müssen Gerätetausch und Netzumstellung nicht gleichzeitig erfolgen. Das senkt Kosten, Planungsdruck und Belastungen für Haushalte und erleichtert die schrittweise Einführung erneuerbarer Gase.

Träger des Innovationspreises sind die Branchenverbände Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) sowie der Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft e. V. (GWW).

Mehr zum Innovationspreis Neue Gase, Informationen zum Bewerbungsprozess sowie zur Abstimmung für den Publikumspreis finden Sie unter innovationspreis-neue-gase.de.

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