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Gaskraftwerk Irsching

23. April 2026

Versorgungssicherheit ist das Fundament einer stabilen Energieversorgung

Energiespeicher – technische Einordnung zur aktuellen energiepolitischen Debatte
Gaskraftwerk Irsching; © Uniper

Die aktuelle Debatte um Kraftwerksstrategie, Batteriespeicher und den künftigen Einsatz von Gaskraftwerken verdeutlicht die zentrale Rolle von Energiespeichern für ein resilientes Energiesystem. Im Zuge der Energietransformation wächst ihr Stellenwert weiter, da Erneuerbare Energien dann zur Verfügung, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, und nicht zwingend dann, wenn sie gebraucht werden.

Mit dem Referentenentwurf zum Gesetz zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten (Kraftwerkstrategie) sowie dem Referentenentwurf zum EEG hat die Bundesregierung in dieser Woche zentrale gesetzgeberische Vorhaben für das Energiesystem der Zukunft vorgelegt.

„Mit dem fortschreitenden Kohleausstieg geht gesicherte Leistung im Stromsystem verloren, die perspektivisch durch neue, steuerbare Kapazitäten ersetzt werden muss. Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass für dieses und das kommende Jahr 2027 Ausschreibungsrunden im Umfang von insgesamt 9 GW für Erzeugungsanlagen mit einer Mindestlaufzeit von zehn Stunden vorgesehen sind“, sagt Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.

Diese Anforderung können nach heutigem Stand insbesondere Gaskraftwerke zuverlässig erfüllen. Gerade mit Blick auf länger anhaltende Dunkelflauten gibt es hierzu derzeit keine technisch gleichwertige Alternative. Auch klimapolitisch stellen moderne Gaskraftwerke einen Fortschritt dar: Ihr CO₂-Ausstoß liegt deutlich unter dem von Kohlekraftwerken, zudem sollen sie nach dem Gesetzentwurf wasserstofffähig errichtet werden und bleiben damit auch in einem klimaneutralen Energiesystem nutzbar. Dennoch reichen die bislang geplanten Kapazitäten von insgesamt rund 11 GW nicht aus. Nach dem Bericht zur Strom- und Versorgungssicherheit der Bundesnetzagentur werden bis 2035 je nach Szenario 22 bis 36 Gigawatt zusätzliche gesicherte, steuerbare Leistung benötigt, um eine sichere Stromversorgung im künftigen Energiesystem zu gewährleisten.

Voraussetzung für die langfristige Einbindung dieser Kraftwerke in ein klimaneutrales Energiesystem ist allerdings ein erfolgreicher Wasserstoffhochlauf. Genau dieser wird derzeit durch den im Referentenentwurf zum EEG vorgesehenen Entfall der Förderkulissen für Wasserstoff (Elektrolyseure) und grünem Wasserstoff (innovative Konzepte) ausgebremst. „Dies steht im Widerspruch zu den positiven Signalen der letzten Monate, etwa beim Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. Um die Energiewende auf Basis neuer Gase voranzubringen und die Versorgung von Industrie und Mittelstand auch über die bestehenden Gasverteilnetze abzusichern, muss der Mengenhochlauf von Wasserstoff gezielt unterstützt werden“, fordert der DVGW-Chef.

Mit Blick auf die Regelungen zu Biomethan im EEG begrüßt der DVGW-Chef, dass die Förderkulissen moderat ausgebaut und Bürokratie abgebaut werden sollen. „Die Entwicklung geht hier in die richtige Richtung. Allerdings sind die Ausbaupfade nicht ambitioniert genug, da etwa die Anreize zur Clusterung kleinerer Anlagen fehlen. Hier sollte das Potential von 150 Terawattstunden in den kommenden Jahren nutzbar gemacht werden, um diese Anlagen kostengünstig ans Netz zu bringen“, so Linke.

Mit dem aktuellen Wissensheft „Energie speichern – aber wie? Versorgung durch den richtigen Speichermix sichern“ leistet der DVGW einen technisch-wissenschaftlichen Beitrag zur aktuellen energiepolitischen Debatte. Das Heft liefert eine technische Einordnung und gibt einen strukturierten Überblick über relevante Kurzzeit- und Langzeitspeichertechnologien und ordnet deren Potenziale und Grenzen im Hinblick auf Versorgungssicherheit, Systemstabilität und Klimaschutz ein. Die Publikation zeigt, dass Energiespeicher entscheidend für eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung sind. Ohne Speicher – ob Batterien, Wasserstoff oder andere Technologien – bleibt eine versorgungssichere Zukunft mit Erneuerbaren Energien unerreichbar.

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