
Die EU DSO Entity (EUDE) bietet Gasverteilnetzbetreibern in Deutschland nun eine Möglichkeit, europäisch mitzubestimmen. Der DVGW unterstützt Sie, Ihre Themen in Brüssel zu vertreten.
Klarheit schaffen - Orientierung geben - Interessen vertreten
Europas Ziele hinsichtlich der Energiewende sind ambitioniert: Bis 2050 sollen klimafreundliche und erneuerbare Energieträger zuverlässig und bezahlbar zur Verfügung stehen, die die europäische Abhängigkeit von weltweiten Exporten möglichst verringern.
Die Aufgaben der Verteilnetzbetreiber sind damit klar:
Doch bislang wurden zwar große Erwartungen an sie herangetragen, doch hatten die Gas- und künftigen H2-VNB keine Möglichkeit, aktiv und institutionalisiert die Regeln in Brüssel mitzugestalten. 2026 ändert sich das.
Die EU DSO Entity hat ihre Wahlen für den Vorstand gestartet. Erstmals können auch Vertreter für Gas und Wasserstoff gewählt werden.
Insgesamt werden 33 Board-Sitze neu besetzt: 12 Sitze sind davon für den Gas- und Wasserstoffbereich vorgesehen. Mitglieder der EU DSO Entity können sich noch bis zum 18. August 2026 für den Vorstand bewerben.
Weitere Informationen zum Wahlverfahren und zu den Wahlvoraussetzungen

Die EU DSO Entity, kurz: EUDE, wurde 2021 geschaffen, um den Verteilnetzbetreibern europaweit eine Stimme zu geben und den Austausch über die Ländergrenzen hinweg zu fördern. Zunächst als Plattform für Stromnetzbetreiber eingeführt, erweitert sich der Kreis 2026 um die Gasverteilnetzbetreiber. Hier werden u. a. die verbindlichen Network Codes für Netzbetrieb, Cybersicherheit oder Digitalisierung erarbeitet und die Mitsprache bei der Europäischen Netzplanung (Ten Year Network Development Plan, kurz: TYNDP) gesichert. Netzcodizes und Leitlinien gelten direkt und fließen fließen unverändert in das DVGW-Regelwerk ein. Es ist daher elementar, die Sicht der Verteilnetzbetreiber möglichst frühzeitig in den Prozess der europäischen Regelsetzung zu verankern. Die EU DSO Entity spielt insbesondere bei der Wasserstoffnetzplanung eine entscheidende Rolle als Schnittstelle zu den Fernleitungsnetzbetreibern, die auf europäischer Ebene unter ENTSOG (European Network of Transmission System Operators for Gas) und ENNOH (European Network of Network Operateurs for Hydrogen) organisiert sind.
Bislang hatten die Verteilnetzbetreiber für Gas und Wasserstoff keine Mitsprachemöglichkeit bei der Bildung des europäischen Energiemarktes der Zukunft. Durch die EUDE ändert sich das. Sie ermöglicht:
Die EU DSO Entity wird künftig auch für Gas und Wasserstoff eine führende Rolle bei der Erarbeitung von verbindlichen Network Codes für Netzbetrieb, Netzplanung, Cybersicherheit, Digitalisierung und mehr einnehmen. Eine Mitsprache in der Europäischen Netzplanung (Ten Year Network Development Plan - TYNDP) verbessert die bedarfsgerechte Transformation des deutschen Verteilnetzes. Die EU DSO Entity spielt insbesondere bei der Wasserstoffnetzplanung eine entscheidende Rolle als Schnittstelle zu den Fernleitungsnetzbetreibern, die auf europäischer Ebene unter ENTSO und ENNOH organisiert sind.
Ohne Ihre Beteiligung besteht die Gefahr, dass zentrale Entscheidungen ohne angemessene Vertretung der deutschen Gas-VNBs getroffen werden. Stimmrechte in der Hauptversammlung werden nur Mitgliedern gewährt. Diese müssen laut Satzung als Verteilnetzbetreiber registriert sein, können sich aber von einem nationalen Verband vertreten lassen.
Auch VNB, die nicht selbst über personelle Kapazitäten für eine Mitarbeit in Expertengruppen der EU DSO Entity verfügen, können sich durch Vernetzung mit anderen (deutschen) VNB aktiv in die Arbeit der Entity einbringen. Dabei unterstützt auf nationaler Ebene auch der Verteilnetzbetreiber-Koordinierungskreis (VEKO), der den Austausch zu den Angelegenheiten und die Spiegelung der Arbeiten der Entity zum Ziel hat und durch die nationalen Verbände betreut wird.
Eine rein deutsche Diskussionsplattform wurde mit dem Verteilnetzbetreiber-Koordinierungskreis (VEKO) geschaffen. Hier können sich die deutschen VNB austauschen und ihre Positionen abstimmen. Zudem bietet der Koordinierungskreis kleineren Verteilnetzbetreibern die Möglichkeit, ihre Themen zu adressieren, auch wenn sie vielleicht keine Kapazitäten zur aktiven Teilnahme an den Gremiensitzungen haben.
Bislang wurden die Aktivitäten im VEKO und die Vertretung der VNB (für Strom) in Brüssel von bdew, GEODE und VKU übernommen. Nun ist für die Vertretung der Gasverteilnetzbetreiber der DVGW hinzugekommen. Deutsche Mitglieder der EU DSO Entity sind automatisch Teil der VEKO und müssen dem Kreis nicht zusätzlich beitreten.
Es gibt in Deutschland über 700 Gasverteilnetzbetreiber, darunter viele, die überwiegend kommunal agieren. Sie alle haben unterschiedliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen. Je diverser die Sicht auf die anstehenden Probleme und ihre Lösungen im Rahmen der Energiewende sind, desto umfassender und gewinnbringender wird die Arbeit. Nationale oder gar internationale politische und technische Arbeit verlangt den Einsatz von Zeit. Oftmals aber fehlt kleineren Unternehmen die Manpower dafür. Hier ist eine Bündelung der zu erledigenden Organisation und der Teilnahme an Sitzungen ein echter Mehrwert. Der überwiegende Teil der deutschen Gasversorger ist bereits Mitglied beim DVGW. Durch unsere Arbeit in relevanten EU-Normungsgremien von CEN bringen wir die technisch europäische Expertise ein und können gezielt Mehrwert für unsere Mitglieder schaffen. Mit einer Mandatierung des DVGW stellen die Unternehmen sicher, dass ihre Expertise aufgegriffen und ihre Anforderungen berücksichtigt werden. Sind die deutschen Netzbetreiber untereinander einig, haben ihre Stimmen größeres Gewicht bei den Entscheidungen im Verwaltungsrat und der Generalversammlung.
EU DSO Entity (European Distribution System Operators Entity, kurz: EUDE) ist eine europäische Organisation der Verteilnetzbetreiber (DSO = Distribution System Operators) für Strom und jetzt auch für Gas und Wasserstoff. Sie wurde von der EU gegründet, um die Zusammenarbeit der Netzbetreiber zu stärken und die Energiewende besser zu koordinieren. Denn durch dezentrale Energie (z. B. Biogas, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur) werden Verteilnetze immer wichtiger. Bislang hatten die Verteilnetzbetreiber aber keine institutionalisierte Stimme in Europa.
Mitglied der EUDE können alle Verteilnetzbetreiber für Gas, Wasserstoff und Strom werden.

Die Aufgaben der EUDE werden in Artikel 55 der EU-Strombinnenmarkt-Verordnung (VO (EU) 2019/943) und Artikel 41 der EU-Gas-/H2-Binnenmarkt-Verordnung geregelt (VO (EU) 2024/1789). Sie umfassen alle Bereiche von der Planung, dem Betrieb, der Steuerung und Digitalisierung der Verteilnetze über die Erstellung belastbarer Daten und Technischer Regeln bis hin zu Fragen der Cyber-Sicherheit und des Datenschutzes. Zudem wird in den Artikeln eine enge Zusammenarbeit mit den ENTSOs der europäischen Verbänden der Übertragungsnetzbetreiber und Fernleitungsnetzbetreiber empfohlen.
Für 2026/27 wurden von der EUDE besonders folgende Aufgaben ins Auge gefasst:

Die Generalversammlung (General Assembly) ist das Hauptorgan der EU DSO Entity. Sie fällt allgemeine strategische Entscheidungen zu Arbeitsprogramm, Budget und Organisation.
Dem Vorstand (Board of Directors) obliegen die strategische Steuerung, Koordination und Organisation. Er ist für die Umsetzung der Beschlüsse der Generalversammlung verantwortlich. Der Vorstand ist ausgewogen zusammengesetzt aus Vertretern von Gas und Strom in den jeweiligen Kategorien 1-2-3 (< 100.000, 100.000 – 1.000.000, > 1.000.000 Anschlüsse).
Das Board strebt Einstimmigkeit an; falls die nicht erreicht wird, reicht eine doppelte Mehrheit der Boardmitglieder aus, bestehend aus der einfachen Mehrheit der Boardmitglieder der Strom-Sparte und der einfachen Mehrheit der Boardmitglieder der Gas/Wasserstoff-Sparte.
Sowohl für Gas/Wasserstoff als auch für Strom gibt es jeweils einen Rat (Council). Die Räte sind mit fachlichen Vorbereitungen betraut wie der Erstellung bzw. dem Entwurf technischer Papiere. Dafür arbeiten sie eng mit den Expertengruppen zusammen. Die Räte haben zudem eine Vermittlungsfunktion zwischen den Sparten Gas und Strom.
Der Vorstand wird von mehreren Beratungsgruppen unterstützt, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben.
Die Länderexpertengruppe (Country Expert Group) sorgt für den Wissenstransfer und den Austausch von Best Practices aus den Mitgliedstaaten. Jedes Land entsendet eine Vertretung in die Länderexpertengruppe.
Die Strategieberatungsgruppe (Strategic Advisory Group) besteht aus EU-Partnerverbänden wie CEDEC, Eurogas oder Euractiv und berät in europäisch übergreifenden Fragen.
Sie koordinieren und bereiten die eigentlichen Arbeit an technischen Vorschlägen vor.
Zurzeit gibt es acht Expertengruppen (expert Groups) zu folgenden Themen:
* Electrticity Market Regulation (2019/943/EU)
** Electricity Market Directive (2019/944/EU)
Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der Leitungen des Vorstandes und der Generalversammlung sowie der Expertengruppen (einschließlich Wissensaustausch). Zudem kümmern sie sich um die Mitgliederverwaltung. Derzeit sind dort 25 Beschäftigte in Vollzeit tätig.
Der Verteilnetzbetreiber-Koordinierungskreis (VEKO) betreut den Austausch zu den Themen im EUDE und die Spiegelung der Arbeitsgruppenergebnissen, vor allem auch für die deutschen Mitglieder, die z.B. aus Kapazitätsgründen nicht selber an den Sitzungen der EUDE-Arbeitsgruppen teilnehmen können. Sie werden im VEKO informiert und können ihrerseits ihre Anliegen über den VEKO in die Arbeitsgruppen tragen. Der VEKO wird durch die nationalen Verbände DVGW, bdew, GEODE und VKU betreut.
Für die allermeisten Gas-VNB wird der Mitgliedsbeitrag für 2026 im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich liegen.
Der jährlich zu entrichtende Mitgliedsbeitrag berechnet sich nach der Formel
1.000 € + 0,0102 € x Anzahl der Netzanschlusskunden
Die 1.000 Euro sind dabei eine fixe Summe.
Beispiel für 100.000 Anschlusskunden:
1.000 € + 1.020 € = 2.020 €/a
Wichtig:
Auf der Webseite der EU DSO Entity finden Sie eine (englischsprachige) Anmeldemaske, mit der Sie Ihren Antrag auf Mitgliedschaft ausfüllen können. Falls Sie Schwierigkeiten damit haben sollten, helfen Ihnen das dazugehörige Manual oder Ihre DVGW-Ansprechpartnerin Helena Ballreich weiter. Deren Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Webseite.
Der DVGW mit seinen rund 14.000 Mitgliedern im Gas- und Wasserbereich ist ein starker Player auch auf europäischer Basis. Der Austausch mit unseren Mitgliedern, langjährige Erfahrung und umfassende Forschungsaktivitäten tragen dazu bei, dass unsere technische Expertise gerade bei regulatorischen Fragestellungen gesucht wird. DVGW-Expertinnen und -Experten finden sich daher in einer Vielzahl von EU-Gremien und -Arbeitskreisen.
Über unsere Landesgruppen- und Bezirksgruppenarbeit stehen wir in ganz Deutschland auch mit kleineren und kleinen Versorgern in Kontakt und können so Ihre Anliegen kompetent weitertragen.
So stellt der DVGW sicher, dass die Stimme der deutschen Verteilnetzbetreiber Gehör findet.
Bitte schicken Sie Ihre Mandatierung an Helena Ballreich. Ihre Kontaktdaten finden Sie am Ende der Webseite.