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H2vorOrt – Wasserstoff über die Gasverteilnetze für alle nutzbar machen

H2vorOrt – Wasserstoff über die Gasverteilnetze für alle nutzbar machen

33 Projektpartner haben sich zusammengeschlossen, um der Frage nachzugehen, wie sich eine regionale und sichere Versorgung mit klimaneutralen Gasen in Zukunft bundesweit konkret umsetzen lässt. Insbesondere Wasserstoff kann entscheidend dazu beitragen, die Klimaziele sicher und volkswirtschaftlich effizient zu erreichen.

H2vorOrt; © iStock.com/Jan Schneckenhaus

Regionale Energiewende mit Wasserstoff vor Ort

Die Gasverteilnetze – jetzt für Wasserstoff und klimaneutrale Gase fit machen

Der Energieträger Wasserstoff hat ein enormes Klimaschutzpotenzial, denn bei seiner Nutzung entstehen keine schädlichen Treibhausgase. Zudem können Erneuerbare Energien als Wasserstoff gespeichert und über die Gasinfrastruktur transportiert werden. Wasserstoff spielt daher in der aktuellen energie- und klimapolitischen Debatte eine bedeutende Rolle.
Der Energieträger Wasserstoff hat ein enormes Klimaschutzpotenzial, denn bei seiner Nutzung entstehen keine schädlichen Treibhausgase. Zudem können Erneuerbare Energien als Wasserstoff gespeichert und über die Gasinfrastruktur transportiert werden. Wasserstoff spielt daher in der aktuellen energie- und klimapolitischen Debatte eine bedeutende Rolle.
Überregionale Versorgung mit Wasserstoff durch den H2-Backbone
Überregionale Versorgung mit Wasserstoff durch den H2-Backbone © DVGW

Immer mehr Anwendungen in allen Sektoren sollen bereits kurzfristig mit Wasserstoff betrieben werden: Erste Industriebetriebe bereiten die Umstellung ihrer Prozesse vor, Quartiere werden über Wasserstoff-Technologien mit Strom und
Wärme versorgt, neue Wasserstoffheizungen und Umrüstungen bestehender Gas-heizungen werden entwickelt, der öffentliche Nah- sowie der Individualverkehr nutzen zunehmend Wasserstoff. Eine flächendeckende Nachfrage ist zu erwarten, die es zu bedienen gilt. Die Gasverteilnetze sind das elementare Rückgrat für die bundesweite Wasserstoffversorgung. Sie werden im Zusammenspiel mit den Transportnetzen zur führenden Infrastruktur für Wasserstoff und klimaneutrale Gase. Da bereits ein Großteil der Energieabnehmer und die Hälfte aller Haushalte in Deutschland über einen Gasanschluss verfügen, sind diese darüber leicht für klimaneutrale Gase erreichbar – als Beimischung oder in Reinform.

Ziele des Projekts "H2vorOrt"

Im Rahmen des Projekts „H2vorOrt“ haben 33 Unternehmen des Gasfachs gemeinsam mit dem DVGW erörtert, wie diese regionale und sichere Versorgung mit klimaneutralen Gasen konkret ausgestaltet werden kann. Die Projektpartner haben einen Transformationspfad dieser Infrastruktur hin zur Klimaneutralität entwickelt, der auf folgenden Annahmen basiert:

  • Eine 100-prozentige Versorgung mit Wasserstoff über die Verteilnetze ist technisch möglich und sinnvoll. Über die regionale Gasinfrastruktur steht der Energieträger jedermann zur Verfügung und kann sowohl die regionale Industrie als auch die Wärmeversorgung der Haushalte dekarbonisieren.
  • Für die klimaneutrale Gasversorgung in den Regionen und die lokale Erzeugung von Wasserstoff über dezentrale Power-to-Gas-Anlagen müssen die Leitungen H2-ready1 gemacht werden. Die Gasnetze müssen zügig für Wasserstoff und weitere klimaneutrale Gase fit gemacht werden.
Grußwort von Olaf Lies (Niedersächsischer Umweltminister)
In seinem Grußwort an die rund 400 Teilnehmer der Online-Konferenz am 11. November 2020 plädierte Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, für eine Weiterentwicklung der Gasverteilnetze, um klimafreundliche Energie zukünftig zu den Verbrauchern transportieren zu können.
https://www.youtube.com/watch?v=dWyoEf3-8og&feature=youtu.be
Handlungsagenda der Projektpartner

Die an dem Projekt H2vorOrt beteiligten Partnerunternehmen und der DVGW bekennen sich zu ihrer Verantwortung für die Erreichung der Klimaziele. Sie wollen daher so schnell wie möglich ihre Anstrengungen weiter forcieren, um den Transformationsprozess der Gasverteilnetze so zügig wie möglich voranzubringen. Gemeinschaftlich haben sie daher auch eine Handlungsagenda von acht Punkten formuliert.

Die Projektpartner bekennen sich als Infrastrukturbetreiber vor Ort zu regionaler Wertschöpfung und möchten diese dauerhaft ermöglichen und nachhaltig stärken.

Die Projektpartner werden sich ab sofort verstärkt auf den Einbau von H2-ready Komponenten fokussieren. Sie beabsichtigen, ab sofort bei Vorliegen der entsprechenden Zertifizierungen und konform mit ihren Planungen nur noch Gasnetzkomponenten zu verbauen, die H2-ready sind. Auf diese Weise erfolgt eine kontinuierliche Ertüchtigung des gesamten Gasverteilnetzes in Deutschland.

Die Projektpartner schaffen über den DVGW in 2021 die technischen Voraussetzungen für die notwendige Infrastrukturtransformation. In 2021 wird der DVGW wesentliche Schlüsselfragen der Genehmigung, Errichtung, Prüfung, Inbetriebnahme und des Betriebs von Gasverteilnetzen und Geräten im Kontext Wasserstoff beantworten. Dies ermöglicht den Start der Planungen und erste Pilotprojekte vor Ort. Zeitgleich wird die umfassende Überarbeitung des gesamten gasfachlichen Regelwerkes in Angriff genommen. Das künftige Regelwerk soll zum einen eine Zielgröße von etwa 20 Volumenprozent Wasserstoffeinspeisung (Beimischung) anpeilen. Damit bald auch ein zukunftsweisendes System technischer Regeln für die gesamte Wasserstoff-Prozesskette zur Verfügung steht, soll zum anderen das bestehende Regelwerk um ein neues Regelwerk für 100 Prozent Wasserstoff ergänzt werden. Um diesen Prozess zügig abzuschließen, stellt der DVGW Ressourcen für die Beschleunigung und Intensivierung der Regelsetzung sicher.

  • Um bundesweit die Energiewende in Bezug auf die technische Transformation der Gasnetze zu Wasserstoff und klimaneutralen Gasen bestmöglich zu unterstützen, wird es erforderlich sein, eine regionale Wasserstoffzielnetzplanung durchzuführen, die konkrete regionale Angebots- und Bedarfsstrukturen erfasst.
  • Im DVGW wird dafür eine Plattform geschaffen, um die Einzelplanungen der VNBs zu einem Gasnetzgebiets-Transformationsplan (GTP) zu verdichten. Er betrachtet die H2-Readiness, darauf aufbauende technische Umstellungen einzelner Netzabschnitte sowie weitere Konzepte zur Erreichung der Klimaneutralität. Er ist ein strukturierter und institutionalisierter Prozess zur Entwicklung eines abgestimmten und netzebenenübergreifenden Plans, der als Richtschnur/Unterstützung bei der technischen Umsetzung dient und als Input in den NEP einfließt.
  • Dieser „GTP“ entwickelt den bisher statischen Planungsaustausch zwischen VNBs und FNBs weiter und initiiert einen aktiven Dialog zwischen VNBs und FNBs. Er führt durch einen bidirektionalen Abgleich der Planungen (GTP und NEP) zu einem ganzheitlichen Netzbild für Wasserstoff. In diesen Prozess werden die verschiedenen Anwendergruppen aktiv mit eingebunden.

Die Projektpartner bekennen sich dazu, bis 2025 bezüglich der Herstellung der H2-Readiness Planungen vorzunehmen. Dies geschieht im kontinuierlichen Austausch mit den vor- und nachgelagerten Netzbetreibern und wichtigen Anwendergruppen
und berücksichtigt die anvisierte langfristige klimaneutrale Versorgung. Sie fließen in den Gasnetzgebiets-Transformationsplan (GTP) ein.

Die Projektpartner beabsichtigen, bis 2030 erste mit Wasserstoff betriebene regionale Pilotanwendungen in Verteilnetzen umgesetzt zu haben.

Die Projektpartner werden bis 2040 die Energiewende und die THG-Reduktion unter Berücksichtigung der nationalen Dekarbonisierungsziele in ihren Netzabschnitten signifikant voranbringen, indem sie

  • die von ihnen betriebenen Netzabschnitte für die Verteilung von 100 Prozent H2 ertüchtigen oder
  • für definierte Netzabschnitte einen detaillierten regionalen Plan zu deren Dekarbonisierung bis 2050 mit auch anderen klimaneutralen Gasen vorlegen. Alternativ kann im Zuge einer integrierten Energiewendeplanung vor Ort eine lokale Dekarbonisierung auch über andere Energieträger erfolgen.

Die Projektpartner werden ab 2050 die Verteilung von sämtlichen klimaneutralen Gasen im Verteilnetz dauerhaft sicherstellen.

Der Weg in die Klimaneutralität vor Ort – Exemplarischer Transformationspfad eines fiktiven, sektionierten Gasverteilnetzgebiets
Der Weg in die Klimaneutralität vor Ort – Exemplarischer Transformationspfad eines fiktiven, sektionierten Gasverteilnetzgebiets © DVGW
Was jetzt zu tun ist – Handlungsempfehlungen an die Politik

Voraussetzung für die Umsetzung der Handlungsagenda ist es, dass in den politischen Legislativ- und Exekutivgremien insbesondere auf Bundesebene zeitnah Entscheidungen und Weichenstellungen erfolgen, die den notwendigen Transformationsprozess der Gasverteilnetze erleichtern und damit entscheidend beschleunigen können. Der diesbezügliche Rechtsrahmen ist in vielen Bereichen bislang noch in keiner Weise „H2-ready“ und auch nicht „Energiewende-ready“, wenn es um die Gasverteilnetze geht.

  • Ziel der Klimaneutralität sowie ein konkretes Ziel für den Anteil klimaneutraler Gase am Gasmix gesetzlich verankern
  • Maßnahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie zur Initiierung von Investitionen in die Wasserstofferzeugung und Netzinfrastrukturen zeitnah umzusetzen.
  • Auf Basis der Gasnetzregulierung zeitnah einen regulatorischen Rahmen für die Nutzung von Wasserstoffnetzen schaffen
  • Klimabonus für den Einsatz emissionsarmer Gase wie Wasserstoff einführen
  • Bonus für die Endgeräteumrüstung auf Wasserstoff gewähren
  • Kapitalausstattung der Verteilnetzbetreiber für die Umstellungsinvestitionen, z.B. über innovative Instrumente der KfW, ermöglichen
Projektpartner "H2vorOrt"
Projektpartner "H2vorOrt" © DVGW
Ihre Ansprechpartner
Dr. Dennis Rendschmidt
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+ 49 30 24 08 30-91
Dr. Volker Bartsch
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 24 08 30 95