Im chemischen Labor des DBI Leipzig
Das Reifegradmodell beinhaltet sechs Stufen

01. Februar 2019

Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0

Entwicklung eines standardisierten Reifegradmodells für eine Wasserversorgung 4.0 (W 201714)
Die 6 Reifegradstufen des Reifegradmodells Wasserversorgung 4.0; © IWW Zentrum Wasser
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 10.2017 - 02.2019

Projektstatus: abgeschlossen

Förderkennzeichen: W 201714

Hauptziel der Entwicklungsarbeit war ein standardisiertes Reifegradmodell für Organisation und Anlagen in einem mit digitaler Technologie ausgestatteten Wasserversorgungsunternehmen, mit dem der Versorger seinen digitalen Entwicklungspfad analysieren und die folgenden Strategiefragen beantworten kann:

  • Wo stehen wir?
  • Welche digitalen Entwicklungsmöglichkeiten bestehen?
  • Wo wollen wir hin, und was ist für unser Unternehmen in seinem Kontext nutzbringend?

Wichtige Teilziele des Vorhabens sind i) die Entwicklung und Validierung des Reifegradmodells und ii) die Entwicklung und Bereitstellung eines Selbstcheck-Tools zur weiteren Verbreitung und einfachen Anwendung bei den Wasserversorgungsunternehmen.

 

Ziele und Methodik
Das Reifgradmodell entstand in einem mehrstufigen Prozess
Vorgehensweise zur Entwicklung des Reifegradmodells © DVGW

Im Forschungsprojekt „Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0“ wurde das Thema Digitalisierung – im Sinne einer Wasserversorgung 4.0 – strukturiert und verständlich aufgearbeitet und ein standardisiertes Reifegradmodell entwickelt. Dieses Tool gibt den Wasserversorgern die Möglichkeit, ihren digitalen Entwicklungspfad systematisch zu analysieren und die folgenden strategischen Fragen zu beantworten:

  • Wo steht das Unternehmen in Bezug auf Digitalisierung?
  • Was möchte man mit Hilfe der Digitalisierung erreichen?
  • Mit welchen Maßnahmen erreicht man diese Ziele?

Als Ausgangspunkt diente der „Industrie 4.0 Maturity Index“, der bereits im Rahmen von Industrie 4.0 erfolgreich für produzierende Unternehmen angewandt wird. Dieser wurde an die Branchenbesonderheiten der Wasserversorgung angepasst. Das Reifegradmodells Wasserversorgung 4.0 wurde dann bei 15 Wasserversorgungsunternehmenin in Form zweitägiger Assessments angewendet und validiert. Erfahrungen und Feedback aus den Assessments sind in die Weiterentwicklung und Finalisierung des Reifegradmodells eingeflossen. Anschließend wurde zudem ein Selbstcheck-Tool in Form einer Webapplikation programmiert, von den beteiligten Wasserversorgern getestet und in seiner Anwendbarkeit validiert.

 

Ergebnisse

Der Begriff „Digitalisierung“ ist zu einem permanenten Wegbegleiter geworden. Jedoch sind die Diskussionen rund um die Digitalisierung häufig von technischen Schlagwörtern geprägt, die recht unspezifisch in Bezug auf die individuellen Herausforderungen der Unternehmen bleiben. Dies hinterlässt bei Entscheidern oftmals viele Fragezeichen. Digitalisierung bedeutet aber weit mehr als die bloße Einführung neuer Technologien und umfasst auch organisatorische und kulturelle Aspekte, welche häufig in den Diskussionen zu kurz kommen.

Innerhalb des Projekts wurde deshalb ein Reifegradmodell entwickelt, anhand dessen der digitale Entwicklungsstand eines Wasserversorgers ermittelt werden kann. Die Bewertung des Unternehmens berücksichtigt sechs verschiedene Reifegradstufen:

1. Computerisierung  —  2. Konnektivität  —  3. Sichtbarkeit  —  4. Verständnis  —  5. Prognosefähigkeit  —  6. Adaptierbarkeit

Die sechs Prozesse im Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0
Hauptprozesse des Reifegradmodells © DVGW

Diese werden jeweils auf die vier Gestaltungsfelder Ressourcen, Informationssysteme, Organisation und Kultur hin untersucht. Um ein umfassendes Bild über den digitalen Entwicklungsstand des Wasserversorgers zu gewährleisten, wird das Modell dabei auf jeden Hauptprozess der Wasserversorgung, wie Wasserproduktion, Wassernetze oder Kundenservice, angewendet. Als Ergebnis der Anwendung ist der Wasserversorger in der Lage, mit Hilfe des Reifegradmodells sowohl notwendige Handlungsfelder in den betrachteten Prozessen zu identifizieren als auch für ihn geeignete Maßnahmen und Ziele abzuleiten.

Um den Wasserversorgern eine Unterstützung bei der eigenständigen Bewertung ihres digitalen Reifegrades zu bieten, wurde zudem ein Selbstcheck-Tool in Form einer Webapplikation in seinen Kernfunktionalitäten programmiert, von den Praxispartnern getestet und somit in seiner Anwendbarkeit validiert. Weitere Programmierungsarbeiten erfolgten durch IWW nach Projektabschluss zur Vorbereitung der Bereitstellung der Webapplikation für die Branche.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727