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Mann arbeitet an im Erdreich verlegten Wasserleitungen

30. November 2025

Opt-Inspekt

Potenziale der optisch-akustischen Inspektion von Trinkwasserverteilungssystemen (W 202017)
Arbeiten an Wasserleitungen; © DVGW, Roland Horn
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 10.2021 - 11.2025

Projektstatus: abgeschlossen

Förderkennzeichen: W 202017

Hintergrund

Für den wirtschaftlichen Betrieb der Trinkwasserversorgung muss die Infrastruktur regelmäßig untersucht und gegebenenfalls saniert oder erneuert werden. Hierfür sind möglichst genaue Informationen über den Zustand der Anlagen und insbesondere des Leitungsnetzes notwendig. Die Wasserversorger benötigen daher effiziente Bewertungsmethoden und vor allem Verfahren, die im laufenden Betrieb und unter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygieneregeln eingesetzt werden können.

Im Abwasserbereich wird bereits großflächig die optische Inspektion zur Zustandsbewertung von Rohrleitungen und Armaturen angewendet. Im Trinkwasserbereich sind akustische und optische Verfahren zwar bereits etabliert. Die optische Bewertung mittels Kameras wird jedoch nur in Einzelfällen durchgeführt, da der Einsatz bisher üblicher Systeme aufwändig und nur über kurze Strecken möglich ist.

Im Rahmen von Opt-Inspekt wurde ein innovatives System getestet, mit dem Leitungen über eine Strecke von bis zu 2.500 Metern untersucht werden können. Ermittelt werden sollte das tatsächliche Potenzial dieses Inspektionsansatzes in der Trinkwasserversorgung. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten zudem in die Weiterentwicklung des DVGW-Regelwerks einfließen.

 

Ziele und Methodik

Um den Zustand von Trinkwasserleitungen ausreichend und zerstörungsfrei bewerten zu können, sind In-situ-Verfahren notwendig, die konkrete Aussagen ermöglichen. Eine vielversprechende Option sind optisch-akustische Verfahren, deren Potenzial im Rahmen von Opt-Inspekt in mehreren Schritten untersucht wurde:

  • Bereits vorhandene optisch-akustische Verfahren wurden zusammengetragen und dahingehend bewertet, ob sie auf das System der Trinkwasserversorgung übertragbar sind.
  • In Workshops wurden gemeinsam mit den beteiligten Orts- und Fernwasserversorgern die Anforderungen an ein optisch-akustisches Inspektionssystem definiert.
  • Anhand eines Modellnetzes wurde die optimale Konfiguration erarbeitet und die Technologie getestet.
  • In mehreren Inspektionsprojekten ist das Verfahren dann unter realen Bedingungen bei etwa zehn Wasserversorgungsunternehmen getestet worden. Hierfür wurde das System Wasserschlange der deutschen Firma Gullyver genutzt. Mit diesem optisch-akustisches Inspektionssystem können Leitungslängen bis zu 2.500 Metern untersucht werden, ohne dass eine Entleerung der Leitung notwendig ist.

Anhand der theoretischen und praktischen Ergebnisse wurden Empfehlungen für den Einsatz von optisch-akustischen Systemen zur Bewertung von Trinkwasserleitungen erarbeitet. Diese beinhalten praktische Aspekte, z.B. bei der Untersuchung großer Leitungslängen, sowie die Nutzbarkeit der Informationen für das Asset Management. Die Ergebnisse sind zudem in die Weiterentwicklung des DVGW-Regelwerks eingeflossen.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement
Telefon+49 228 91 88-727
Forschung zum Thema Netzbetrieb Wasser