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Energie-Impuls des DVGW

Impuls – Gas kann grün

Energie-Impuls des DVGW; © iStock.com/Jan-Otto

Gas kann grün

Mit grünen Gasen die Klimaschutzziele in allen Sektoren erreichen

Für das Erreichen der Klimaschutz- und Treibhausgasreduktionsziele spielt der zunehmende Einsatz von erneuerbaren Energien, Erdgas und grünen Gasen eine entscheidende Rolle. Erdgas ist deutlich emissionsärmer als Kohle und Erdöl. Biomethan baut diesen Vorteil noch zusätzlich aus und synthetische, grüne Gase können durch den Einsatz moderner Power-to-Gas-Technologien aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt und in allen Sektoren (Strom, Wärme und Mobilität) eingesetzt werden. Im Energiesystem der Zukunft können Gase zu 100 Prozent erneuerbar bzw. treibhausgasneutral sein.
Effektive und effiziente Treibhausgasminderung durch die Nutzung von Gasen in zwei Schritten: Fuel-Switch und Content-Switch

Die Fortsetzung der bisherigen Energie- und Klimaschutzpolitik wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass die Treibhausgasreduktionsziele Deutschlands für die Jahre 2030 und 2050 verfehlt werden. Die in den verschiedenen Sektoren eingesetzten klimaschädlichen Energieträger Kohle und Erdöl verursachten im Jahr 2016 circa 74 Prozent der energiebedingten Emissionen. Obgleich etwa der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von sechs Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 31 Prozent im Jahr 2016 zugenommen hat, verringerten sich die CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum um lediglich 11,4 Prozent.

Infografik Gas kann Grün
In zwei zeitlich parallel stattfindenden Schritten zur klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft im Jahr 2050: Fuel-Switch und Content-Switch © DVGW

Im vergangenen Jahr steigerte Deutschland seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 2015 sogar um ca. vier Millionen Tonnen. Um die Klimaschutzziele bezahlbar und effizient wieder erreichbar zu machen, sollten die Potenziale von Gasen und der vorhandenen Gasinfrastruktur zukünftig wesentlich stärker als bisher genutzt werden. In einem ersten Schritt können durch den Fuel-Switch, also den Ersatz von Kohle, Erdöl und fossilen Flüssigtreibstoffen durch Erdgas, in einem sehr kurzen Zeitraum umfassende Treibhausgas-emissionsreduktionen realisiert werden. In allen Sektoren könnte es durch die Ablösung von Kohle und Erdöl durch Gas erhebliche Klimaschutzeffekte geben. Durch einen 100-prozentigen Switch der Stromerzeugung aus Braunkohlekraftwerken in die bestehenden Gaskraftwerke würden mehr als 100 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart.

In einem parallel zum Fuel-Switch einsetzenden, sukzessive an Intensität zunehmenden zweiten Schritt, dem Content-Switch, wird in einem gesteuerten Prozess der Anteil von grünem Gas (Biogas, Wasserstoff, Methan, Biomethan), das aus erneuerbaren Quellen – beispielsweise durch Power-to-Gas-Technologien oder aus der Verwertung von Biomasse bzw. anderen Stoffen – gewonnen wird, im Gasnetz kontinuierlich gesteigert.

Insbesondere im Wärmesektor lassen sich durch den Fuel- und parallel stattfindenden Content-Switch kosteneffizient erhebliche CO2-Einsparungen realisieren.

Handlungsempfehlungen des DVGW zum Erreichen der Klimaschutzziele

Um die kosteneffiziente Reduzierung der CO2-Emissionen und das Erreichen der Klimaschutzziele zu ermöglichen, bedarf es aus Sicht des DVGW:

  • des parallelen und systematischen Vorantreibens von Fuel- und Content-Switch.
  • der Entwicklung und Implementierung von stabilen und gleichzeitig über die notwendige Flexibilität verfügenden Roadmaps für deren Umsetzung.
  • der Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur für das Gelingen der Energiewende.
Ihre Ansprechpartner
Dr. Volker Bartsch
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 24 08 30 95