16. September 2026
Biomethan ist unverzichtbar bei der erfolgreichen Gestaltung der Energiewende. Als erneuerbarer Energieträger kommt Biomethan bereits heute umfangreich zum Einsatz. So beliefen sich die verbrauchten Mengen im Jahr 2025 auf 16,3 Terawattstunden (TWh). Dies entspricht rund zwei Prozent am gesamten Gasverbrauch (864 TWh) der Bundesrepublik (Quellen: Fachverband Biogas und BNetzA). Biomethan kann dauerhaft einen substanziellen Beitrag zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit sowie regionaler Wertschöpfung leisten und zeitnah über die Nutzung vorhandener Gasinfrastrukturen mobilisiert werden.
„Biomethan ist ein strategischer Baustein der Energiewende und bietet enorme Chancen bei der Dekarbonisierung. Nutzbare Potenziale aus inländischen Einsatzstoffen lassen sich auf 110 bis 150 TWh pro Jahr beziffern. Das ist über zehn Mal mehr, als heute zum Einsatz kommt“, so Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. mit Blick auf Klimaschutz und verfügbare Volumina.
Auch die Einsatzmöglichkeiten von Biomethan sind vielfältig. Dauerhaft lassen sich fossile Energieträger im Wärmemarkt, als Kraftstoff, in der Industrie, für die Kraftwärmekopplung (KWK) und in der Stromspitzenlastabdeckung ersetzen. Dass Biomethan als molekularer Energieträger – anders als Strom (Elektronen) – leicht zu speichern ist, stärkt auch die Resilienz des Energieversorgungssystems. „Um diese enorme Bandbreite tatsächlich voll ausschöpfen zu können, braucht es dringend eine Verbesserung der politischen Bedingungen für Biomethan“, fordert Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Biogas e.V. (FvB). „Der regulatorischer Rahmen muss insgesamt investitionsfreundlicher gestaltet werden. Konkret benötigen Investoren Anschlussgarantien von mindestens 20 Jahren für Biomethananlagen, um wirtschaftlich agieren zu können“, so der Biogas-Chef.
Gleichzeitig braucht es aber auch Planungssicherheit für Netzbetreiber und eine Differenzierung nach Gebieten mit gutem wirtschaftlichen Biomethanpotenzial und Regionen in denen Gasnetze zukünftig anders genutzt werden sollen. Gemeinsam haben der DVGW und der Fachverband Biogas ein Positionspapier formuliert und darin auch die besondere Bedeutung einer regional differenzierten Weiterentwicklung der der Netzplanung beleuchtet. Grundvoraussetzung für den Hochlauf von Biomethan bleibt ein verlässlicher Rechtsrahmen, der Investitionen in Biomethaneinspeisung fördert und zugleich Planungssicherheit für den Neu- und Ausbau der Gasinfrastruktur sowie bei
deren Umstellung auf Wasserstoff ermöglicht.