22. Juli 2026
Heute endet die knappe Frist für Verbändestellungnahmen zum neuen EEG-Entwurf. Professor Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, sagt zum darin vorgesehenen Umgang mit den Förderkulissen für Wasserstoff und Biomethan:
„Mit dem Ende der Förderkulisse für grünen Wasserstoff sendet die Bundesregierung ein falsches Signal. Die geplante Beendigung der Ausschreibungen für Strom aus grünem Wasserstoff nach 2026 nimmt dem Markt einen wichtigen Anreiz zum Aufbau wasserstoffbasierter Erzeugungskapazitäten und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen erheblich. Gerade in der jetzigen Phase des Markthochlaufs werden verlässliche Rahmenbedingungen und zusätzliche Nachfrageimpulse dringend benötigt. Der Hochlauf von grünem Wasserstoff kann nur gelingen, wenn Regulierung und Nachfrageanreize Hand in Hand gehen. Deshalb muss an dem Ziel festgehalten werden, den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft aktiv durch die Schaffung von Nachfrage zu unterstützen.
Zwiespältig sind hingegen die Überlegungen zu Biomethan und Biogas: Einerseits sollen sie richtigerweise zunehmend auch für Bereiche, in denen eine Dekarbonisierung nur schwer über andere Energieträger möglich ist, ins Blickfeld rücken. Andererseits fehlen beim Ausbau der Biomethanerzeugung eine ambitionierte Biomethan-Strategie und flankierende wirksame Instrumente. Dadurch droht eine Versorgungslücke bei den erneuerbaren Gasen, die für das Gelingen der Energiewende und zum Erreichen der geplanten Grüngasquote unverzichtbar sind.
Der Gesetzentwurf integriert Biomethan regulatorisch weitgehend in die allgemeine Biomasseförderung und sieht somit keine eigenständige Förderkulisse vor. Auch fehlen gezielte Anreize für die netz- und systemdienliche Bündelung von Biomethankapazitäten. Dabei könnten regionale Biomethancluster durch gemeinsame Aufbereitungs- und Einspeiseinfrastrukturen erhebliche Effizienzgewinne erzielen und die Kosten des Biomethanhochlaufs senken. Dieses Potenzial sollte stärker berücksichtigt werden, damit erneuerbare Gase möglichst wirtschaftlich und netzeffizient in den Markt integriert werden können.“