25. März 2026
Das Bundeskabinett hat heute das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung beschlossen. Dazu erklärt Professor Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches:
„Das heute beschlossene Klimaschutzprogramm lässt wesentliche Aspekte unerwähnt, enthält jedoch wichtige Ansatzpunkte für die künftige Rolle von Wasserstoff und grünen Gasen. Positiv ist, dass für die Dekarbonisierung der Energieerzeugung auf den Neubau und die Umrüstung von Gaskraftwerken auf Wasserstoff sowie auf KWK-Anlagen gesetzt wird. Auch dass das Ministerium den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft als Beitrag für die Resilienz und Versorgungssicherheit des Energiesystems sowie zur Dekarbonisierung einordnet, ist zu begrüßen.
Allerdings muss der Maßnahmenmix konkretisiert werden. Denn allein aus dem allgemeinen Bekenntnis zur Bedeutung von Wasserstoff lassen sich bislang keine konkreten Umsetzungsschritte ableiten. Auch fehlt eine Perspektive zur Finanzierung und Absicherung der Gasverteilnetze für den Umstieg auf Wasserstoff.
Ein weiterer Kritikpunkt: Biogas wird ausschließlich im Zusammenhang mit Landwirtschaft genannt. Das Potenzial erneuerbarer und kohlenstoffarmer Gase wie Biomethan für weitere Sektoren – insbesondere auch für den Gebäudebereich – bleibt unberücksichtigt. Ebenso findet sich keine Aussage zur Öffnung des Gebäudemodernisierungsgesetzes für technologieoffene Klimaschutzlösungen. Auch Instrumente wie eine Grüngasquote oder eine stufenweise Erhöhung der Biogasanteile, die den Markthochlauf neuer Gase gezielt unterstützen könnten, sind nicht Bestandteil des Programms.“