NEU: Bitte auf den Obermenüpunkt klicken!
Mit einem Gasmessgerät geht ein Gasspürer die Erdgasleitungen ab und misst, ob diese dicht sind.

01. August 2018

Methan-Emissionen aus dem Verteilnetz (ME-DSO)

Inventur der Datenlage zur Abschätzung von Methan-Emissionen aus dem deutschen Gasverteilnetz, Entwicklung und Durchführung eines repräsentativen Messprogramms zur Erhebung der erforderlichen Daten (G 201812)
Gasspürer messen Dichtheit der Verteilnetze; © TEAG Thüringer Energie AG
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 08.2018 - 02.2021

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: G 201812

In dem Forschungsvorhaben "Methanemissionen aus dem Verteilnetz (ME-DSO)" sollen aktuelle nationale Emissionsfaktoren für das deutsche Gasverteilnetz anhand von Feldmessungen ermittelt werden.

Ziele und Methodik

Ziel von ME-DSO ist es, aktuelle nationale Emissionsfaktoren für das deutsche Gasverteilnetz anhand von Feldmessungen zu ermitteln. Deutschlandweit sollen 200 bis 300 Messungen durchgeführt werden.

Im ersten Schritt dieses Vorhabens soll die Verfügbarkeit der Daten ermittelt werden, welche zur Ermittlung der Methanemissionen aus dem deutschen Gasverteilnetz erforderlich sind. Diese Daten sind auch für das deutsche Treibhausinventar von entscheidender Bedeutung. Zur Ermittlung der Anforderungen bzw. des Datenbedarfs wird auf Erkenntnisse aus laufenden und abgeschlossenen Forschungsvorhaben (z.B. GERG MEEM DSO) zurückgegriffen. Die Verfügbarkeit der Daten wird mit Hilfe von Verteilnetzbetreibern, die das Projekt in den verschiedenen Phasen unterstützen, sowie des DVGW ermittelt und erfordert daher eine aktive Beteiligung aller Partner. Zentraler Aspekt des Vorhabens ist die Entwicklung eines Messprogramms zur Ermittlung der von Rohrleitungen und Anlagen ausgehenden Emissionsraten. Dieses Messprogramm soll im späteren Projektverlauf, finanziell unterstützt durch Netzbetreiber, von verschiedenen Instituten und Dienstleistern umgesetzt werden. Hierbei wird eine direkte Vergabe der Leistungen durch die Netzbetreiber angestrebt. Parallel laufende internationale Forschungsvorhaben zur Abschätzung von Methanemissionen sollen kooperativ in das Projekt einbezogen werden.

 

Hintergrund

Die Umweltfreundlichkeit des Energieträgers Erdgas wird national aber auch auf europäischer und internationaler Ebene zunehmend in Frage gestellt. In der Kritik stehen insbesondere die möglichen Vorkettenemissionen von Erdgas. Denn Methan besitzt eine hohe Treibhauswirkung, die die Vorteile der geringen CO2-Emissionen der Erdgasverbrennung kompensieren können.

Studien kommen allerdings zu unterschiedlichen Ergebnissen, was das Ausmaß der Vorkettenemissionen angeht. Einerseits ergaben Untersuchungen im Auftrag der Europäischen Kommission, dass die Vorkettenemissionen von Erdgas bislang deutlich unterschätzt wurden. Neuere Berechnungen zeigen andererseits, dass die emittierten Methanmengen entlang der Lieferkette geringer ausfallen. Solange aber keine belastbaren öffentlichen Daten vorliegen, ist eine präzise Einschätzung nur schwer möglich. Um das Thema proaktiv anzugehen, werden im vorliegenden Projekt ME-DSO in Feldmessungen die tatsächlichen Methanemissionen gemessen. Denn nur wenn die Emissionswerte bekannt sind, können diese richtig eingeschätzt und kontinuierlich reduziert werden.

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Finn Grohmann
Hauptgeschäftsstelle / Gastechnologien und Energiesysteme

Telefon+49 228 91 88-919
Forschung zum Thema Netzbetrieb Gas