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Wie kann Klimaschutz mit Wasserstoff funktionieren?

Gas

17. Mai 2021

Wasserstoff und klimaneutrale Gase sind zentrale Säulen für das nachhaltige Energiesystem der Zukunft. Vielseitig einsetzbar können sie Sektorengrenzen überwinden, einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten und neue Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands setzen. Nur wie kann das wirklich funktionieren?

Klimaschutz und Energiewende ganzheitlich betrachten

Der Klimawandel stellt eine globale und vor allem drängende Herausforderung dar. Deshalb wurden und werden Klimaschutzziele auf nationaler, europäischer und multilateraler Ebene formuliert. In Deutschland haben wir uns mit der Energiewende ambitionierte Wechsel der Energieträger vorgenommen. Durch den massiven Ausbau und die Förderregime für erneuerbare Energieträger wurde der Atomausstieg im Stromsektor eingeleitet, der noch in diesem Jahrzehnt abgeschlossen wird. Weitere Wechsel der Energieträger stehen an, um Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren – und das nachhaltiger als durch eine schrittweise Innovation der bestehenden Kohle- und Erdöl-Technologien.

Ein faktenbasierter Blick auf die Energiewende zeigt: Nur klimaneutrale Gase besitzen das Potenzial, den CO2-Fußabdruck unserer Energieversorgung in klar definierbaren Schritten zu minimieren. Sie verbinden effektiven Klimaschutz mit innovativem Wirtschaften. In 20 Jahren Energiewende ist es Deutschland gelungen, etwa die Hälfte seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Allerdings wird nur ein Fünftel des Endenergieverbrauchs durch Strom bzw. Elektronen gedeckt. Die übrigen 80 Prozent werden durch Moleküle gedeckt – derzeit hauptsächlich in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle. Die wahre Herausforderung einer ganzheitlichen Energiewende liegt also darin, diesen Löwenanteil des Energieverbrauchs klimaneutral zu gestalten – bei gleichbleibend hoher Sicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung.

Woher kommt der Wasserstoff?

Um die Klimaziele der Bundesregierung, der Europäischen Union (EU) und des Pariser Klimaabkommens etappenweise zu erreichen, ist die sukzessive CO2-Reduktion des Energieverbrauchs ausschlaggebend. Wasserstoff ist dabei ein zentraler Treiber und Katalysator. Er muss von weiteren klimaneutralen Gasen unterstützt werden. Deutschland wird auf einen Mix aus unterschiedlichen Quellen für klimaneutrale Gase zurückgreifen müssen, um den erforderlichen schnellen Markthochlauf zu gewährleisten und langfristig sämtliche Sektoren klimaneutral mit Energie zu versorgen.

Karte der wind- und sonnenreichen Gebiete mit dem Potenzial zur Erzeugung von grünem Wasserstoff
Wind- und sonnenreiche Gebiete mit dem Potenzial zur Erzeugung von grünem Wasserstoff © DVGW
Alle Farben zählen – Klimaschutz benötigt Technologieoffenheit

Die öffentliche Debatte um klimaneutrale Gase dreht sich häufig um die unterschiedlichen „Farben“ von Wasserstoff, die unterschiedliche Erzeugungsarten bezeichnen. Diese Farbenlehre hilft beim Klimaschutz und dem Einstieg in die Wasserstoffwelt aber nur begrenzt weiter.

Denn es bedarf aufgrund der schieren Größe der Herausforderung und der gewaltigen Menge an Energie, die bisher über die Verbrennung von Erdgas, Kohle und Öl produziert wird, eines schnellen und großflächigen Einstiegs in die Wasserstoffproduktion. Dafür sollten alle zur Verfügung stehenden Arten der Wasserstoffproduktion genutzt werden, um den Ausstieg aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas so schnell wie möglich umzusetzen und den CO2-Ausstoß zu senken (Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Herstellungsverfahren für Wasserstoff).

Win-Win-Situation für Umwelt und Wirtschaft

Technologieoffenheit ist die beste Strategie, um großflächig CO2-Reduktionen zu erreichen und klimaneutrale Gase schnell in den Markt zu bringen. Der Einsatz von Wasserstoff und weiteren klimaneutralen Gasen ist eine Win-win-Situation für Umwelt und Wirtschaft – Wasserstoff kann die CO2-intensiven Energieträger Kohle und Erdöl ablösen. Durch die Nutzung bestehender Assets – insbesondere der Gasfernnetze und -verteilnetze – lassen sich erste Potenziale bereits kurzfristig realisieren. Diese können durch den weiteren Ausbau der Netze noch weiter gesteigert werden.

Die Entwicklung und Produktion von Wasserstofftechnologien bietet deutschen Unternehmen weltweit wachsende Absatzmärkte. Klimaneutrale Gase können somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands leisten.

Mehr Informationen zu Wasserstoff

DVGW-Logo Wasserstoff

Vom 26. bis 27. Mai findet in Kooperation mit dem DVGW der 1. Handelsblatt Wasserstoff-Gipfel statt. Zahlreiche Experten aus Politik, Energiewirtschaft und Industrie werden auf dem Digital Event in Vorträgen und Diskussionen die Potenziale, Einsatzmöglichkeiten und Chancen von Wasserstoff erörtern. Ausführliche Informationen, Broschüren und Veranstaltungen rund um Wasserstoff finden Sie auch auf unserer Themenseite "Wasserstoff und Energiewende".


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