13.10.2016

Linke: Ohne Erdgas keine effiziente Klimawende im Gebäude- und Mobilitätssektor

DVGW zum Entwurf des Klimaschutzplans 2050
Presseinformation, 13.10.2016
DVGW-Presseinformation vom 13. Oktober 2016

„In einer wirklich ernst gemeinten Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist Erdgas ein zentraler Baustein. Bezogen auf den Kohlenstoffgehalt beinhaltet Erdgas von allen fossilen Energieträgern die meiste Energie. Das ist das entscheidende Kriterium, auf das wir uns fokussieren müssen, wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen. Es ist an der Zeit, dass wir uns von veralteten Denkstrukturen lösen: Nicht die Kategorie ‚fossil‘ ist das Problem, sondern ‚CO2-intensiv‘. Statt Energieträger kategorisch in gute Erneuerbare und schlechte Fossile einzuteilen, sollten wir uns an ihrem Beitrag zu einer effizienten Klimawende orientieren“, sagte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke anlässlich der heutigen interministeriellen Ressortrunde zur Abstimmung des Entwurfs eines Klimaschutzplans 2050.

Linke kritisierte, dass insbesondere im Wärmemarkt die zentrale Rolle des Energieträgers Gas zur nachhaltigen CO2-Emissionsreduktion nicht hinreichend anerkannt werde: „Der zentrale Schlüssel zum Erreichen der Klimaschutz- und Energiewendeziele liegt in der Modernisierung des Heizungsbestandes. In Deutschland entfallen rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2- Emissionen auf den Wärmemarkt. Würden 10 Millionen veraltete Heizkessel bis 2020 durch moderne Erdgastechnik ersetzt und davon bei zehn Prozent Bio-Erdgas verwendet, könnten Einsparungen von bis zu 45 Millionen Tonnen CO2 erzielt werden.“ Anstatt ein klares Zeichen für Technologieoffenheit zu setzen, gingen die Vorgaben für den Wärmemarkt viel zu einseitig von einer umfassenden Elektrifizierung des Gebäudesektors auf Basis erneuerbarer Energien aus. Einfach zu realisierende, kostengünstige und klimaschonende Effizienzmaßnahmen im Wärmemarkt würden fahrlässig liegen gelassen.

Auch das Potenzial von Gastechnologien im Mobilitätsmarkt werde im Klimaschutzplan viel zu wenig berücksichtigt, betonte Linke. Dabei verursachten erdgasbetriebene Pkw rund ein Viertel weniger CO2- Ausstoß als Benziner und würden sogar nahezu klimaneutral fahren, wenn sie mit regenerativem Erdgas betrieben würden. Noch deutlicher wögen die Vorteile von Erdgas als Klimaschutzoption im Schwerlastverkehr mit seinen stark auf der Dieseltechnologie basierenden Antriebskonzepten. Hier könne verflüssigtes Erdgas – auch Liquefied Natural Gas oder kurz LNG – mit seinem Emissionsminderungspotenzial punkten.

„Über 99 Prozent der schweren Lkw in Deutschland fahren mit Dieselmotoren. Im Schwerlastverkehr sind in den nächsten Jahren keine sinnvollen und wirtschaftlichen Antriebstechnologien auf der Basis von Strom oder Wasserstoff in Sicht. Insbesondere für schwere Lkw, aber auch für Busse und andere Flottenfahrzeuge, ist LNG ein bereits heute einsatzbereiter und sicherer Kraftstoff, entsprechende Fahrzeugtechnologien sind ausgreift. Zudem gewinnt LNG durch immer strengere Emissionsregelungen an Bedeutung. Im Vergleich zu Diesel werden bei der Verwendung von LNG Emissionen von Feinstaub um fast 100 Prozent, von Stickoxid um 80 bis 90 Prozent sowie der CO2-Ausstoß um fast 25 Prozent reduziert“, so Linke weiter.

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