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Eine Hand hält ein durchsichtiger Röhrchen mit schwarzem Aktivkohlegranulat hoch

01. Januar 2026

BioAktiv

Auswirkung von Aktivkohle auf die Mikrobiologie im Wasser (W 202534).
Aktivkohle; © stockadobe.com / eaumstocker
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 01.2026 - 12.2027

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: W 202534

 

Hintergrund

Die Entfernung von assimilierbarem organischen Kohlenstoff (AOC) ist eine der wichtigsten Anforderungen an Aktivkohlefilter. Erwartungsgemäß werden hier gelöste Nährstoffe (z.B. aus der Ozonung) in Biomasse umgewandelt. Ergebnis ist die Anreicherung des Wassers mit Bakterien, während das Aufkeimungspotential des Wassers sinkt. Wirkt der Aktivkohlefilter nicht als Nährstoffsenke, kann das Gegenteil beobachtet werden: das Filtrat weist weniger Bakterien auf als das Zulaufwasser und das Aufkeimungspotential steigt. Bislang gibt es keine systematische Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Nährstoffentzug und dem Alter des Filtermaterials bzw. den Betriebsparametern.

Ein weiterer Punkt ist die Beobachtung von mikrobiologischen Auffälligkeiten bei der Inbetriebnahme von Filtern mit neuer oder neu reaktivierter Aktivkohle (AK) im Rahmen von Routineuntersuchungen. Die Befunde ergaben, dass die Anforderungen der Trinkwasserverordung (TrinkWV) an die mikrobiologische Wasserbeschaffenheit nicht eingehalten wurden. Mikrobiologisch auffällige Befunde führen grundsätzlich zu Verunsicherungen bei dem Wasserversorger, zu langwierigen Ursachensuchen sowie zu Diskussionen mit dem Gesundheitsamt über die hygienische Relevanz der Befunde und einzuleitende Abhilfemaßnahmen.

Das Forschungsvorhaben BioAktiv soll deshalb mögliche Ursachen für die mikrobiologischen Auffälligkeiten identifizieren und die Erarbeitung von Handlungsmaßnahmen zur Vermeidung bzw. Abwendung des Problems ermöglichen.

BioAktiv kann als Ergänzung des dreijährigen BMFTR-Verbundprojektes ‚BioStabil - Biologische Stabilisierung von Trinkwasser zur Sicherung der hygienischen Resilienz‘ (02WAZ1741A) gesehen werden. Während ‚BioStabil‘ den grundlegenden wissenschaftlichen Rahmen stellt und auf ein hygienisch sicheres Versorgungsnetz abzielt, liegt der Fokus von ‚BioAktiv‘ auf den praxis-orientierten Aspekten und dem hygienisch sicheren Betrieb von Aktivkohlefiltern.  

 

Ziele und Methodik

Die Ziele des Projekts BioAktiv sind 

  • die Gewinnung eines überregionalen Überblicks über den mikrobiologischen Zustand in den Filtraten neu befüllter und eingefahrener AKF,
  • ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge zwischen Betriebsparametern sowie dem Alter des Filtermaterials und der Fähigkeit des Filters, als Nährstoffsenke zu dienen,
  • ein Verständnis für das Ausmaß der mikrobiologischen „Prägung“ des Filtrats durch besiedelte Aktivkohle bei verschiedenen Rohwässern und Betriebsparametern,
  • der Vergleich verschiedener Aktivkohlen bzgl. der vorgenannten Kriterien sowie
  • Hinweise zur Ursachenklärung von mikrobiologischen Auffälligkeiten in Filtraten von neu befüllten Aktivkohlefiltern und die Identifizierung von Maßnahmen zu deren Unterbindung.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an:
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement
Telefon+49 228 91 88-727